DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Auch die beste Armee der Welt ist nicht perfekt – diese Baustellen erwarten den neuen Armeechef Rebord

16.09.2016, 14:4016.09.2016, 15:24
Langer Weg zum Ziel: Rebord mit Parmelin.
Langer Weg zum Ziel: Rebord mit Parmelin.
Bild: KEYSTONE

Der neue Armeechef Philippe Rebord übernimmt keine leichte Aufgabe. Das sicherheitspolitische Umfeld verändert sich, die Armee selber gleicht einer Baustelle.

Wie weiter mit der Armee?

Die grösste Herausforderung: 

Die vom Parlament beschlossene Armeereform

Bild: KEYSTONE

Für deren Umsetzung wünschte sich Verteidigungsminister Guy Parmelin ausdrücklich einen neuen Armeechef. Das machte er möglich, indem er André Blattmann, der das Pensionsalter erst 2018 erreicht, eine goldene Brücke in den Ruhestand baute.

Dafür hält Rebord die Zügel nun von Anfang an in der Hand. Ihm bleibt ein Jahr Zeit für die Vorbereitungen. Am 1. Januar 2018 wird die Reform scharf geschaltet.

Der Umbau greift tief.

Die Truppe wird auf 140'000 Mann verkleinert

Bild: KEYSTONE

Dies macht Tausende von Offizieren und Unteroffizieren überflüssig. Der Sollbestand liegt bei 100'000. So viele Angehörige der Armee sollen tatsächlich eingesetzt werden können. Auf dem Papier sind das halb so viele wie heute.

Angepasst werden auch die Kommandostrukturen. Mit viel Enthusiasmus darf Rebord nicht rechnen. Der Entscheid des Parlaments, Heer und Luftwaffe nicht dem Chef der Armee zu unterstellen, sondern unter einem Kommando Operationen zusammenzufassen, ist stark umstritten.

Weniger Standorte

Bild: KEYSTONE

Rebord muss auch hinstehen, wenn sich die Armee aus Tälern und Dörfern zurückzieht. Mit dem Stationierungskonzept werden die Immobilien nämlich um rund einen Drittel zurückgefahren. Geschlossen werden drei Flugplätze, sieben Waffenplätze sowie Dutzende Schiess- und Ausbildungsplätze.

Neues Mobilisierungskonzept

Bild: KEYSTONE

Die Umsetzung des neuen Mobilisierungskonzepts ist ebenfalls keine leichte Aufgabe. Heute ist die Armee weit von der Vorgabe entfernt, innerhalb weniger Tage 35'000 Mann ausgerüstet und einsatzbereit zu haben.

Viel Geld ausgeben

Wird saniert: der Duro.
Wird saniert: der Duro.
Bild: KEYSTONE

Rebord steht zudem vor der Herausforderung, jedes Jahr fünf Milliarden Franken ausgeben zu müssen. Einige der jüngeren Rüstungsvorhaben haben gezeigt, dass das gar nicht so einfach ist. Die Duro-Sanierung hat eine giftige Kontroverse ausgelöst, der Kauf israelischer Drohnen war politisch umstritten.

Den neuen Kampfjet hat das Volk abgeschossen, was hunderte Millionen Franken freisetzte. Die Bodengestützte Luftverteidigung (Bodluv) ist schon in der Projektphase gescheitert – und wieder wird erbittert um die Millionen gerungen. Bei beiden Rüstungsvorhaben wird der neue Armeechef entscheidende Schritte vorankommen und vielleicht sogar eine Abstimmung gewinnen müssen.

Der Kauf von Kriegsgerät wirft immer auch die Frage auf, wer eigentlich bekämpft werden soll. Exemplarisch ist die aktuelle Diskussion darüber, wie ein 12-cm-Mörser in einem asymmetrischen Konflikt oder in dicht besiedeltem Gebiet eingesetzt wird. Viele dieser Fragen richten sich zwar an die Politik, viele wird aber auch Rebord zu beantworten haben.

Cyber Defence

Bild: KEYSTONE

Auch auf dem digitalen Schlachtfeld sollte der neue Armeechef eine gute Figur machen. Cyber Defence gehört seit einigen Jahren zu den Aufgaben der Armee. Es wird auch viel Geld dafür ausgegeben, die Netze zu schützen. Hackerangriffe wie jener auf den bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag werfen aber die Frage auf, ob die Bedrohung richtig eingeschätzt wird.

Dienstpflicht

Hinzu kommen die ständige Diskussion um die Zukunft der Dienstpflicht und nicht zuletzt regelmässige Pannen und Unglücke. Es ist Rebord, der sich künftig mit abgestürzten Flugzeugen, gestohlenem Sprengstoff und Querschlägern im Wohngebiet herumschlagen muss. Er ist nicht nur oberster Kommandant, sondern auch das Gesicht der Armee und damit massgeblich verantwortlich für deren Ruf und Ansehen. (aeg/sda)

Das waren die Schweizer Bunker im Zweiten Weltkrieg

1 / 26
Das waren die Schweizer Bunker im Zweiten Weltkrieg
quelle: x90184 / arnd wiegmann
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Beste Armee der Welt

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Wolfsschützer demonstrieren im Waadtländer Jura

Rund 150 Wolfsschützerinnen und Wolfsschützer haben am Samstagnachmittag auf dem Marchairuz-Pass im Waadtländer Jura friedlich demonstriert. Sie forderten den Kanton Waadt auf, die Abschussbewilligung für zwei Jungwölfe aus dem Marchairuz-Rudel aufzuheben oder ein Moratorium zu verhängen.

Unter den Slogans «Stoppt den Abschuss von Wölfen im Marchairuz» oder «Zusammenleben mit dem Wolf» sei die Aktion als Bürgerinitiative gedacht, sagte Alain Prêtre, Organisator, ehemaliger Journalist und …

Artikel lesen
Link zum Artikel