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Mamba out

Bild: EPA

Die Sportwelt trauert um eine Legende. Am Sonntag kam der 41-jährige Basketball-Star Kobe Bryant bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien ums Leben. Ein Nachruf.

Nicola Berger / ch media



Der 13. April 2016 in Los Angeles, Kalifornien. In seinem letzten NBA-Spiel wirft Kobe Bryant gegen die Utah Jazz 60 Punkte und hält im Staples Center eine legendäre Abschiedsrede, die er mit diesen Worten beschliesst: «Mamba out». Dazu lässt er betont cool das Mikrofon aus der Hand fallen, der Vorhang fällt. Die Aktion wurde sofort Teil der amerikanischen Popkultur, sogar Barack Obama widmete ihm kurz darauf eine Hommage, als US-Präsident sagte er beim traditionellen Mediendinner: «Obama out».

Die Episode hilft zu verstehen, welchen Stellenwert Bryant hatte. Die Lichtgestalt strahlte weiter über den Basketballsport hinaus, in welchem er jede Auszeichnung und jeden Titel gewann; NBA-Meisterschaften und Olympiagold. Sein Aufstieg war kometenhaft – aufgewachsen war er einst in Italien, die Eltern benannten ihn nach dem gleichnamigen Gourmet-Rindfleisch aus Japan, welches sie auf einer Speisekarte entdeckt hatten.

Kobe Bryant stirbt bei Helikopterabsturz

Bryant wollte Fussballer werden, er verehrte die AC Milan. Aber er fand zum Basketball, dem Sport seines Vaters – und wurde zum besten Profi seiner Generation. Drei Spieler haben die NBA in den letzten dreissig Jahren stärker geprägt als alle anderen: Michael Jordan, LeBron James, und eben Bryant; das ist die Flughöhe. Seine geliebten Los Angeles Lakers führte er zu fünf Titeln, er verliess den Klub in zwei Jahrzehnten Karriere nie.

Bryant stand für Ästethik, für Professionalität und Beharrlichkeit bis zur Selbstaufgabe, für verbissen wirkenden Ehrgeiz auch. Jovialität war ihm lange fremd; anders als Jordan wurde er auch darum ausserhalb von Los Angeles an kaum einem Ort geliebt. Die Menschen respektierten seine Leistungen, seine Rekorde. Aber die breite Masse blieb langte auf Distanz – oder begegnete ihm gar mit Argwohn. Wer Bryant nicht mochte, glaubte sich bestätigt, als Phil Jackson, der langjährige Coach der Lakers, in einem Buch schrieb, Bryant sei «nicht coachbar». Sondern «zu stur und egoistisch». Und dann war da der Tiefpunkt von 2003, als Bryant von einer 19-jährigen Hotelangestellten aus Colorado wegen Vergewaltigung angeklagt wurde. Das Verfahren endete mit einem Vergleich.

Doch je länger die Karriere andauerte, desto beliebter wurde Bryant. In seiner letzten Saison wurde er in jedem Stadion mit Ovationen und guten Wünschen für die Zeit nach dem Rücktritt verabschiedet. Bryant schien die neue Lebensphase in vollen Zügen zu geniessen. Mit einem Vermögen von knapp 600 Millionen Dollar hatte er die Vermögensbildung längst abgeschlossen, was die Alltagsgestaltung erleichtert. Er schrieb eine Autobiographie und gründete ein Medienunternehmen, das Sport-Fantasy-Bücher für Kinder veröffentlicht. 2018 gewann er für seinen Animationskurzfilm «Dear Basketball» einen Oscar. Nach der Auszeichnung sagte er, sie würde ihm mehr bedeuten als all die Meriten im Profisport.

FILE - This March 4, 2018 file photo shows Kobe Bryant, winner of the award for best animated short for

Ein Oscar nach der Basketball-Karriere. Bild: AP

Daneben kümmerte er sich um seine vier Töchter. Er coachte das Basketballteam der 13 Jahre alten Gianna, mit ihr machte er sich am Sonntag auf zu einem Spiel. Doch der Privathelikopter fing Feuer und stürzte in Calabasas ab. Alle neun Insassen starben, Bryant wurde nur 41 Jahre alt.

FILE - This Feb. 26, 2018 file photo shows Vanessa Bryant, from left, Kobe Bryant, Natalia Bryant and Gianna Maria-Onore Bryant at the world premiere of

Kobe mit Ehefrau Vanessa Bryant und den beiden Töchtern Natalia und Gianna. Bild: AP

Die Nachricht schockte die Sportwelt und die USA so stark wie lange nichts mehr; alleine auf Twitter gab es Millionen von Kondolenzmitteilungen. Vor dem Staples Center, wo irgendwann seine Statue stehen wird, legten tausende Menschen Blumen und Kerzen ab. Die Dallas Mavericks gaben bekannt, Bryants Nummer 24 zukünftig nicht mehr zu vergeben. Möglich ist, dass die Ehrerbietung liga-weit übernommen wird. In der Geschichte der NBA hat es das noch nie gegeben. Wahrscheinlich sagt das alles aus über Kobe Bryant, über sein Vermächtnis: dass er auch nach seinem Tod die Grenzen verschiebt. Mamba out.

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ruedi Rüssel 27.01.2020 12:41
    Highlight Highlight Grosser Sportler? Unbedingt! Einer der grössten Basketballer ever! Grosser Mensch? Wohl kaum. Sein Vergewaltigungsopfer wird ihn jedenfalls nicht vermissen.
    • WillyWonka 27.01.2020 17:17
      Highlight Highlight haters gonna hate
  • Krusty 27.01.2020 10:16
    Highlight Highlight kobe hat seinen auftrag auf dieser welt bestimmt mit erfolg erledigt.

    Ruhe in frieden
  • R10 27.01.2020 08:43
    Highlight Highlight Ich weiss noch als ich mit ca 10 Jahren mit meinen Eltern in LA in dem Ferien war und mein grösster Wunsch aus dieser Reise ein Kobe Trikot war. Ich kannte kaum einen NBA-Spieler, geschweige denn einen weiteren Lakers Spieler. Ich kannte nur Kobe. Ich habe mir damals NBA Live 08 für die Xbox gewünscht, obwohl ich noch keine Ahnung von Basketball hatte, nur damit ich mit Kobe spielen konnte.

    Wegen ihm bin ich Lakers Fan geworden und wegen ihm habe ich damals angefangen mich für die NBA zu interessieren.

    Er war nicht nur für den Sport eine Inspiration, sondern auch für das Leben an sich...
    • Ruedi Rüssel 27.01.2020 12:35
      Highlight Highlight Was war noch inspirierend? Wie er immer wieder seine Frau betrogen hat oder wie er und seine Anwälte es geschafft haben, den Vergewaltigungsprozess gegen ihn ins Leere führen zu lassen?
  • Brobdingnagisch 27.01.2020 08:29
    Highlight Highlight Es sind ein Stück weit auch immer unsere eigenen Träume und Sehnsüchte, welche wir etwa auch an unsere Sportidole geknüpft haben, die in diesen Momenten mitsterben. Auch wenn ich Kobe Bryant nur wenig verfolgt habe, er erinnert mich doch an meine Zeit als Basketballer, als ich noch Barkley und Co nachhing - und die Nachricht seines Todes betrübt mich. Noch schlimmer ist die Nachricht des Todes seiner Tochter, welche ich nicht kenne, aber als Vater kann man sich diesen Schmerz der Hinterbliebenen nicht vorstellen. Solches macht ohnmächtig. Ich wünsche der Familie Kraft weitergehen zu können.
  • Ricardo Tubbs 27.01.2020 08:08
    Highlight Highlight die mavs haben die 24 bereits retired...
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 27.01.2020 08:00
    Highlight Highlight :(
    Benutzer Bild
    • Mia_san_mia 27.01.2020 08:29
      Highlight Highlight 💪🏻💪🏻💪🏻
    • Pipikaka Man 27.01.2020 08:42
      Highlight Highlight Habe sogar seine 8 :(
    • Ricardo Tubbs 27.01.2020 09:41
      Highlight Highlight habe die 8 noch von champion aus den 90ern :-)
  • Ricardo Tubbs 27.01.2020 07:50
    Highlight Highlight heroes die but legends live forever.
  • Citizen321 27.01.2020 07:34
    Highlight Highlight "Kobe war der GOAT unserer Generation"

    Capela scheint nicht ganz zu wissen, wofür GOAT steht..


    Trotzdem, Kobe war unbestritten ein ganz Grosser! R.I.P. Mamba
    • Tooto 27.01.2020 08:08
      Highlight Highlight Ein GOAT kann auch subjektiv sein.

      Ich bin ebenfalls Generation Kobe und für mich wird er der GOAT bleiben.
    • Heidi73 27.01.2020 08:09
      Highlight Highlight Was soll an GOAT nicht ok sein?
    • lilie 27.01.2020 08:29
      Highlight Highlight @Heidi: GOAT bedeutet "Greatest of all time". Begrenzt man das auf eine bestimmte Generation, führt man den Begriff ad absurdum.

      So als würde man sagen: "Heute regnet es den ganzen Tag am Morgen".

      Es macht einfach keinen Sinn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rosesarered 27.01.2020 06:54
    Highlight Highlight Ich finde es immer wieder überwältigend, welche Emotionen Sportler oder auch Musiker in uns allen auslösen kann. Anscheinend war er ein sehr geachteter Mann!
    Was für ein Unglück für alle Beteiligten! Ich wünsche ihnen alle Kraft der Welt, diesen Verlust einigermassen zu verarbeiten...

    Geniesst jeden Moment eures Lebens, geht nie mit bösen Worten auseinander, lebt aufrichtig und seid glücklich - es kann so schnell vorbei sein...
  • poety 27.01.2020 05:19
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Raembe 27.01.2020 07:10
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • THEOne 27.01.2020 07:21
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • bokl 27.01.2020 07:21
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randy Orton 27.01.2020 03:13
    Highlight Highlight Trumps Tweet ist ja 1:1 von Obama abgeschrieben?
    • Staedy 27.01.2020 07:07
      Highlight Highlight Man sucht lieber dann noch etwas schlechtes, wenn man besser schweigen würde.
    • Mia_san_mia 27.01.2020 08:08
      Highlight Highlight @Steady: 👍🏻
    • bokl 27.01.2020 09:09
      Highlight Highlight @Randy
      Da hatten wohl beide PR-Teams das gleiche Handbuch.
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