Credit Suisse
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Swiss bank Credit Suisse logo is seen in front of its headquarters in Zurich May 2, 2014. Switzerland's finance minister Eveline Widmer-Schlumpf was set to meet Eric Holder, the U.S. attorney general, in Washington on Friday to discuss a tax-evasion probe into Swiss banks by U.S. authorities, a Swiss ministry spokesman said. U.S. prosecutors have been pushing for Credit Suisse, the biggest Swiss bank in the probe, to plead guilty as part of a resolution of the investigation, a person familiar with the matter said.      REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: POLITICS BUSINESS CRIME LAW LOGO)

Bild: Reuters

USA verstärken Druck 

Jetzt hat die Credit Suisse ein wirklich grosses Problem



Das amerikanische Justizministerium verschärft im Steuerstreit mit der Schweiz sein Vorgehen. In den vergangenen Wochen sind bei der Credit Suisse aus Washington Forderungen eingegangen, die «jenseits von Gut und Böse» sind, schreibt die «NZZ am Sonntag» unter Bezug auf eine Quelle aus dem direkten Umfeld der Bank. Demnach verlangen die US-Justizbehörden von der CS ein Schuldbekenntnis, dass sie amerikanischen Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen habe

Weiter werfen sie der Grossbank mangelnde Kooperation vor. Beides dürfte zur Folge haben, dass die CS eine Busse in der Grössenordnung von 2 bis 3 Milliarden Dollar zahlen muss, massiv mehr als bisher angenommen. Selbst die Drohung einer Klage steht im Raum. Der amerikanische Anwalt Jacob Frenkel von der Kanzlei Shulman Rogers bezeichnet das Vorgehen des Justizministeriums als «legalisierte Erpressung». «Eine Behörde, die so vorgeht, weiss genau, dass sie die Macht besitzt, eine Firma zur Geschäftsaufgabe zu zwingen», sagt er der «NZZ am Sonntag». Er finde es schockierend, dass sich Schweizer Politiker nicht entschiedener für die Verteidigung der CS einsetzten. 

Bundesrat soll Notrecht anwenden

Die Grossbank Credit Suisse drängt darauf, dass ihr der Bundesrat mit Notrecht aus der Patsche hilft, falls sie eine Anklage der US-Justiz nicht anders abwenden kann. Dies schreibt die Zeitung «Schweiz am Sonntag» und beruft sich dabei auf nichtgenannte Insider. Diese sagen weiter, dass der Bundesrat vor Ostern diverse Szenarien im US-Steuerstreit beriet. Thema sei auch der Griff zu Notrecht gewesen, um den USA sämtliche Kundendaten von US-Steuerbetrügern subito zu liefern, so die «Schweiz am Sonntag». 

Bern geht oder ging davon aus, dass die CS mit einer Milliarden-Busse davonkommt. Zusätzlich scheint im Minimum ein Schuldeingeständnis unvermeidlich. Aber eine Anklage, die zur Aufspaltung der Bank führen könnte, wird nicht ausgeschlossen. Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf war am Donnerstag in die USA gereist, wo sie Justizminister Eric Holder traf und auf «faire Behandlung» pochte. Das Treffen war erst am Mittwochabend vereinbart worden. 

Gefährdet ein Ex-CS-Manager die Strategie der Schweiz?

Wenn der ehemalige Credit-Suisse-Mitarbeiter Josef Dörig den US-Behörden Kundennamen verrät, ist die ganze Strategie der Schweiz gefährdet. Sie haben dann keine Verhandlungsmasse mehr und sind auf den Goodwill der Amerikaner angewiesen. Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, hat sich der 72-jährige Dörig bereit erklärt, mit den Amerikanern zusammenzuarbeiten. 

In seinem Deal mit den Behörden steht, dass er alle Dokumente, Aufzeichnungen, Schreiben oder irgendwelche Materialien liefern muss, die in seinem Besitz sind («all documents, [. . .], of any kind»). Kooperiert Dörig nicht, drohen ihm fünf Jahre Gefängnis.

(rey)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6

«Ein Schwarzer war unerträglich»: Musste CS-Chef Thiam wegen der Hautfarbe gehen?

Ein Bericht der «New York Times» stellt der Grossbank und der Schweiz ein schlechtes Zeugnis aus. Die Rede ist von Rassismus und Intoleranz - im Tram genauso wie an der Geburtstagsfeier des CS-Präsidenten.

Der frühere CEO der Credit Suisse, Tidjane Thiam (58), stolperte über die Beschattungsaffäre bei der Grossbank: Dieses Narrativ kommt ins Wanken. Ein Artikel der «New York Times» rückt die Zeit des Ivorers bei der Grossbank in ein anderes Licht. Rassismus und seine schwarze Hautfarbe haben demnach eine weit grössere Rolle gespielt. «Andere Bankchefs haben weit grössere Skandale überstanden», schreibt das Blatt. «Es ist eine offene Frage, ob ein CEO mit einem anderen Hintergrund den …

Artikel lesen
Link zum Artikel