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Die neu in den Nationalrat gewaehlte Sibel Arslan (BastA!) im Wahlforum im Kongresszentrum in Basel am Sonntag, 18. Oktober 2015. Heute finden die eidgenoessischen Wahlen 2015 in der Schweiz statt. Dabei werden die 200 Mandate des Nationalrates sowie 45 der 46 Mitglieder des Staenderates neu gewaehlt. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Sibel Arslan, bei der «Basler Zeitung» unbeliebte Neo-Nationalrätin der Grünen, Momente nach ihrer Wahl.
Bild: KEYSTONE

Linksrutsch trotz rechter «Basler Zeitung»: Auftrag nicht erfüllt! 

Die «Basler Zeitung» von Verleger Christoph Blocher und Chefredaktor Markus Somm hat in Basel nicht geschafft, was die «Weltwoche» unter Roger Köppel schweizweit hingekriegt hat: nationalkonservative und neoliberale Werte salonfähig zu machen und bürgerliche Wahlsiege zu schaffen. Die Gründe dafür sind simpel. 



Den Sanierungsfall «Basler Zeitung» hat sich SVP-Doyen Christoph Blocher einiges kosten lassen, als er sie vor fünf Jahren kaufte. Ob das Unternehmen je wieder in die Gewinnzone zu bringen wäre, war unklar – aber auch nicht so wichtig. 

Wichtiger war es, in der rot-grünen Hochburg Basel-Stadt mit einem Massenmedium die öffentliche Meinung so weit wie möglich nach rechts zu biegen.  

Wie der von Markus Somm geschasste ehemalige stellvertretende Chefredaktor der «Basler Zeitung» Urs Buess im «Tages-Anzeiger» feststellt, ist das nicht gelungen. Dass die von der «Basler Zeitung» als Leiterin Straf- und Massnahmenvollzug Basel-Landschaft verhinderte grüne Lokalpolitikerin Sibel Arslan in den Nationalrat gewählt und der BaZ-Kolumnist und CVPler Markus Lehmann abgewählt worden ist, bezeichnet Buess als «Marignano» für die BaZ

Warum Somm nicht schaffte, was Köppel leistete

Das ist eine persönlicher Betroffenheit geschuldete Übertreibung, aber die Diagnose trifft im Kern zu. Die «Basler Zeitung» unter der Leitung von Markus Somm hat nicht geschafft, was die «Weltwoche» unter Roger Köppel seit dessen zweiten Amtsantritt im Jahr 2006 geleistet hat: Der traditionell linksliberal dominierten Medienarena die Themen für den öffentlichen Diskurs zu diktieren, diese Themen dauerhaft zu bewirtschaften und den publizistischen und politischen Debatten durch Informationsvorsprung von Anfang an den gewollten, konservativen Spin zu geben.

Roger Koeppel, editor in chief and publisher of the weekly Swiss magazine

Konservativ, aber relevant: Chefredaktor Roger Köppel liess die Weltwoche nicht in Vergessenheit verkümmern.
Bild: KEYSTONE

Die Methoden der «Weltwoche» sind simpel und umfassen klassisches journalistisches Handwerk: Enthüllung, kontinuierliches Nachhaken, Abschuss. 

Die Abkehr von einer zuvor von den Medien weitherum ignorierten Laisser-faire-Mentalität im Sozialbereich und die Installation von Sozialdetektiven etwa wäre vor dem BMW-Fall und dem anschliessend von der «Weltwoche» durch hartnäckiges Dranbleiben erzwungenen Rücktritt der Zürcher Sozialvorsteherin Monika Stocker nicht denkbar gewesen. Der Rücktritt eines Nationalbankpräsidenten, über dessen Privatkonten Devisengeschäfte laufen, wäre ohne Recherche der «Weltwoche» nicht denkbar gewesen. Und auch für den Abschuss eines kriminellen SVP-Bundesratskandidaten war die «Weltwoche» verantwortlich. 

Investigative journalistische Leistungen, die regelmässig hohe Amtsträger zu Fall bringen, verleihen die nötige Glaubwürdigkeit, die es braucht, um von den Kollegen und der Öffentlichkeit ernstgenommen zu werden. Das ermöglicht es erst, auch in anderen Themenbereichen wie Asyl-, Energie oder Europapolitik als ernstzunehmende (Editorial-) Stimme gehört zu werden. 

Reihe von Peinlichkeiten in der BaZ-Berichterstattung

Die «Basler Zeitung» schafft das nicht. Im Gegenteil: In ihrer Berichterstattung reiht sich Peinlichkeit an Peinlichkeit, grundlegendste Regeln des journalistischen Handwerks werden nicht eingehalten. So behauptete die BaZ, Kader des Basler Bau- und Verkehrsdepartements nähmen Partnerinnen und Partner mit zu Kaderklausuren nach Schweden. Die als Beweis präsentierte Liste entpuppte sich dann als Teilnehmerliste des Weihnachtsessens der Abteilung

Eine andere Kampagne wegen des Sexualkundeunterrichtes an einer Binninger Schule fiel in sich zusammen. Die angeblich wegen Masturbationsanleitungen komplett verstörte Klasse sollte für einen Protestbrief ein Honorar der BaZ erhalten und die Tochter des verantwortlichen Redaktors sass selbst in der Klasse. Die Eltern der übrigen Klassenmitglieder wussten vom ganzen Skandal nichts, bis sie in der BaZ davon lasen. 

Hinzu kommen in regelmässigen Abständen sexistische und primitive Ausfälle des BaZ-Textchefs Michael Bahnerth, der sich im Portrait über SP-Regierungsrätin Eva Herzog über deren angeblich lesbisches Sexualleben ausliess und in einer Glosse von der Tötung seines eingangs erwähnten Kollegen Urs Buess fantasierte

Auch die «Weltwoche» vergaloppiert sich hin und wieder, aber das Verhältnis zwischen ernstzunehmendem Journalismus und Fehlleistungen bewegt sich in etwa im üblichen Rahmen.  

Bei der «Basler Zeitung» ist das in der öffentlichen Wahrnehmung offenbar nicht so. Die Wahl von Sibel Arslan zeugt davon. 

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dracului 23.10.2015 15:48
    Highlight Highlight Der Chef war halt für sein Marignano-Buch und Festivitäten viel unterwegs und wenn niemand nach den Rechten schaut, sind sie schnell führerlos.
    Gratistipp: Bei den nächsten Wahlen sollte die andere Blocher-Tochter unbedingt ein paar ihrer traditionellen Basler-Läckerli und Caramel-Täfeli als Wahlhilfe verteilen!
  • dnsd 23.10.2015 15:39
    Highlight Highlight Das SRF ist auch in Basel gut vertreten und die Speerspitze der linken Medien...
    • Moelal 24.10.2015 14:36
      Highlight Highlight Oberpeinlicher rechts-paranoider Kommentar
  • DerWeise 23.10.2015 13:15
    Highlight Highlight wie kann Watsons Chefverschwörungstheoretiker Maurice Thiriet hier Dinge raushauen wie:

    "Investigative journalistische Leistungen, die regelmässig hohe Amtsträger zu Fall bringen, verleihen die nötige Glaubwürdigkeit, die es braucht, um von den Kollegen und der Öffentlichkeit ernstgenommen zu werden."

    ...und dann selbst jeden erwartungsfrohen, auf einen gut recherchierten Anti-SVP-Artikel wartenden Leser mit einem an Peinlichkeit nicht zu überbietenden Artikel wie "SVP-Spot mit Nazisymbolik" enttäuschen. Watson's *** oder Maurice's Texte im Vorfeld der Wahlen waren so plump, falsch oder meist einfach nur peinlich, dass sogar eingefleischte SVP-Gegner Mühe hatten ( mich inklusive ) diese zu verdauen. Solltet ihr eure Leser nicht für intelligenter und anspruchsvoller halten?

    *** Löpfe als löbliche Ausnahme

    PS: Maurice, die Zahl "18" gibt es auch noch.

    • Eggi 23.10.2015 19:44
      Highlight Highlight DerWeise: Dein Name verpflichtet. Ich frage dich: Glaubst du wirklich, dass dieses 88 ganz zufällig in ein Video der SVP reingerutscht ist? Nicht einmal der Regisseur wusste, was er tut?
  • Eggi 23.10.2015 12:41
    Highlight Highlight Gleich mehrere Copy/Paste Artikel in der Weltwoche - ohne Folgen. Liegt das auch im landesüblichen Durchschnitt? Klar hat Köppel als Politiker sehr davon profitiert, dass er ein eigenes Medium hat. Spätestens seit Berlusconi weiss man, dass das funktioniert. Hier liegt der Unterschied zwischen BaZ und WW.
  • Caprice 23.10.2015 11:41
    Highlight Highlight Das Basel nicht nach Rechts gerutscht ist hat nichts mit der Zeitung zu tun, sondern damit, dass die Basler einfach anders ticken #stolzbaslerinzusein
    • Angelo C. 23.10.2015 11:57
      Highlight Highlight 100% ig einverstanden, schliesslich bin ich in Basel aufgewachsen und weiss sehr gut, wie man im Dreiländereck denkt, fühlt und wählt 😉! Habe schon damals, als Blocher die Zeitung kaufte gedacht, dass dies ganz gewiss kein Grosserfolg werden könnte und es haben denn auch viele bisher regelmässige Leser ihre Abos gekündigt. Wobei, wie man seit geraumer Zeit hört und liest, mittlerweile doch wieder zahlreiche neue Abonnentn hinzugekommen sein sollen, nicht zuletzt aus der Agglomaration und vor Allem sicherlich aus dem Kanton Baselland.
  • azoui 23.10.2015 10:55
    Highlight Highlight ...und seit die BaZ sich für ihre eigenen Online Artikel bezahlen lassen will, muss ich mir die Somm Artikel am Samstag nicht mehr zu Gemüte führen. - Und habe watson.ch gefunden DANKE BaZ!
  • Blitzer, achtung! 23.10.2015 10:26
    Highlight Highlight Mann o Mann, hat die feuige Augen. Vielleicht kann Siebel den Köppel wegzaubern und dem Zauberlehrling sein Sünneli wegzaubern, damit er nicht in den Bundesrat gelangt.
    • Lowend 23.10.2015 10:56
      Highlight Highlight Juhui, ein "lustiger" sexistischer Troll an der Arbeit....
  • Sillum 23.10.2015 10:25
    Highlight Highlight Trotz enorm grossen Anstrengungen ist es ja auch WATSON nicht gelungen den Rechtsrutsch zu verhindern. Häme ist also ziemlich daneben.
    • Angelo C. 23.10.2015 11:33
      Highlight Highlight Deine Überlegungen zu WATSONs penetranten täglichen Belehrungen in Form zahlreicher Bashing-Artikel gegenüber Bürgerlichen, insbesondere natürlich der SVP, ist hier im Vorfeld der Wahl niemand verborgen geblieben 😑!

      Unvergesslich, die deplatzierte Thiriet-Unterstellung, dass die SVP in ihrem erfolgreichen Pop-Titel, der bei vielen Teens gut ankam, absichtlich eine Tänzerin in ein T-Shirt mit Aufschrift 88 gesteckt habe, um an AH zu erinnern. Ein schwerer faux-pas, zweifellos! A propos Basel: die ticken IMMER links, stimmen auch mit der Romandie - ein hartes Pflaster für rechtslastige Medien.
    • Mafi 23.10.2015 11:43
      Highlight Highlight Die 88 hat wohl die Blick am Abend ins leben gerufen.
      Soviel zum Thema.
    • Louie König 23.10.2015 13:22
      Highlight Highlight Und die Symbolik der 88 ist noch immer ganz klar, jedenfalls in der rechten Szene. Bashing-Artikel... Ich falle fast vom Stuhl vor Lachen. Es wurde nie, ohne Grund, gegen die SVP geschossen. Und Gründe liefern die Sünnelibuben ja von selber zuhauf.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Qui-Gon 23.10.2015 10:14
    Highlight Highlight Die BaZ wird auch in BL gelesen und dort hat es mehrheitlich geklappt. Auch wenn es sich in den NR-Mandaten nicht unmittelbar niederschlug. Z.B. hat man den letzten SPler aus der Regierung gewählt und durch eine -FDPlerin ersetzt, die Bildung und Kultur zusammenspart.
    • dä dingsbums 23.10.2015 10:53
      Highlight Highlight Steuergeschenke an die Reichen bzw. deren Unternehmen kann man nur durch solche Sparmassnahmen finanzieren. Siehe Luzern.
  • Anded 23.10.2015 10:12
    Highlight Highlight Waren in der Stadt Basel noch kommunale Wahlen, oder worauf bezieht sich der "Linksrutsch" im Titel?
  • Texup 23.10.2015 10:05
    Highlight Highlight http://ursbuess.ch/2015/10/19/ein-kleines-baz-marignano/

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