Strasse
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A Swiss learner's permit captured in Zurich, Switzerland, on October 27, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Schweizer Lernfahrausweis aufgenommen am 27. Oktober 2014 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

In Zukunft schon ab 17 Jahren? Lernfahrausweis.  Bild: KEYSTONE

Mehr Fahrpraxis: Bund plant Lernfahrausweis bereits für 17-Jährige



Die Fahrausbildung soll umgestaltet werden. Der Bund möchte, dass Neulenker künftig noch mehr Praxis haben, bevor sie den Fahrausweis auf Probe erhalten. Den Lernfahrausweis sollen sie deshalb bereits ab 17 Jahren bekommen.

Die Fahrprüfung soll aber wie bisher erst mit 18 Jahren gemacht werden können. Weiter möchte der Bund die Weiterbildungskurse für Neulenker und Neulenkerinnen von zwei auf einen reduzieren und dafür bereits in die erste Phase der Ausbildung mehr Praxis packen.

Guido Bielmann, Sprecher des Bundesamtes für Strassen (ASTRA), bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Zentralschweiz am Sonntag» und der «Ostschweiz am Sonntag».

«Die Ausbildung muss ständig angepasst werden, da die Anforderungen an die Verkehrsteilnehmer steigen», sagte Bielmann. Der Verkehr habe sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt und nehme weiter zu. 2014 seien allein auf den Nationalstrassen 26,89 Milliarden Fahrzeugkilometer gefahren worden.

Blick für Gefahren entwickeln

Die erste Lernphase mit Nothelferkurs, theoretischer Prüfung und Fahrkursen, die mit der Fahrprüfung abgeschlossen wird, soll verstärkt werden. «Der Verkehrskundeunterricht soll neu vor der Theorieprüfung stattfinden und das Verständnis für die Verkehrsregeln sowie für defensive und partnerschaftliche Fahrweise wecken», sagte der ASTRA-Sprecher. Bereits Lernfahrer sollen einen Blick für Gefahren entwickeln.

Die Theorieprüfung soll schwerer werden. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Auswendiglernen sondern auf dem Verstehen und Anwenden der Verkehrsregeln. Nicht mehr möglich sein soll das «Bögele», das Auswendiglernen von bereits bekannten Multiple-Choice-Prüfungen.

Bei der praktischen Prüfung sollen neu nicht mehr nur die kleinen Fehler zusammengezählt werden. «Kleine Fehler machen alle Fahrer täglich», sagte Bielmann. Wichtig sei, vorausschauend zu fahren.

«Bei der Prüfung soll der Experte beurteilen, wie gut ein Neulenker sein Fahrzeug und die Verkehrsregeln beherrscht und ob er in der Lage ist, richtig zu reagieren.» Erreicht werden soll dies, indem ein Prüfling seine Route weitgehend selber wählt.

Ausweis auf Probe bleibt

Nicht ändern möchte der Bund den dreijährigen Fahrausweis auf Probe. Bislang mussten Neulenker binnen dieser Frist zwei Weiterbildungskurse (WAB-Kurse) absolvieren, was aber Tausende versäumten, obwohl ein Fahrausweis auf Probe um drei Monate verlängert werden kann. Wer bis dann seine WAB-Kurse nicht absolviert hat, muss nochmals bei Null beginnen.

Kritik an den WAB-Kursen kam von Seiten der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). Diese kam in Studien zum Schluss, dass die Kurse Verbesserungsbedarf haben, weil sie die Neulenker nicht richtig abholen. Einen Grund sah das BfU darin, dass viele die Kurse erst auf den letzten Drücker absolvieren.

Nach den Plänen des Bundes sollen Neulenker den WAB-Kurs zwingend in den ersten sechs Monaten nach der Fahrprüfung absolvieren. Im nur noch eintägigen Kurs soll die Vermeidung von «jugendtypischen Unfällen» im Mittelpunkt stehen. Geübt werde zum Beispiel das Fahren auf nasser Fahrbahn, das Kurvenverhalten oder das Befahren einer Landstrasse bei Nacht.

Fast 7000 Neulenker-Unfälle

Ziel der noch stärker praxisorientierten Ausbildung sei, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und nicht nur der Neulenker, sagte Bielmann. Gemäss dem ASTRA verursachten die 18- bis 24-Jährigen allein im vergangenen Jahr 6955 Unfälle.

Die Reform war von einer Arbeitsgruppe des Bundes ausgearbeitet worden. Dazu soll noch in diesem Jahr eine Anhörung durchgeführt werden. (dhr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • roadtoglory 20.07.2015 10:37
    Highlight Highlight Die WAB-Kurse sind völlig unnötig! Vorallem der zweite Kurs ist ist eine Frechheit!

    Der erste Kurs ist eine Erfahrung wert, der zweite wo man das ökologische Fahren lernen soll, ist einfach nur sinnlos.

    1. Die Kurse sind sauteuer!
    2. Um ökologisches Fahren zu lernen muss man nicht einige hundert Franken bezahlen müssen um dann zu 5 in einem Auto einen ganzen Tag lang herum zu fahren und unnötig Benzin zu verbrauchen. Ökolögisch??
  • Zeit_Genosse 20.07.2015 03:14
    Highlight Highlight Bin dafür, dass man noch früher beginnen sollte. Autofahren ist keine Kunst und 16-jährige können das faktisch. Die Autos sind besser als früher, der Verkehr hat zugenommen und die Jungen sind reifer. Darauf ist Rücksicht zu nehmen. Mit 17 die Prüfung machen, nachdem man ab 16 den Lernfahrausweis beantragt hat und Praxis gesammelt hat, ist höchstens ein Politikum (der alten Männer und ängstlichen Mamis). danach sollen 3 Jahre Ausweis zur Probe und die Berechtigung ein PW mit niedriger KW-Leistung zu fahren gesprochen werden. Und für all die Kritiker, einfach mal einen Pilottest mit 1000 Junglenkern machen. Wetten es funktioniert besser als alle "Experten" warnend ausrufen werden. Es ermöglicht jenen die früher in die Mobilität einsteigen möchten einen sichereren Weg als erst ein Töff zu kaufen. Dann lieber mit dem Smart. Und die Städter mit dem ÖV-Abo beginnen halt dann, wenn es für sie stimmt.
    • zeromg 20.07.2015 08:37
      Highlight Highlight Die Jungen sind reifer? das bezweifle ich stark. Dies ist jetzt unabhängig ob die Jungen von heute oder von früher. Gut finde ich die KW-Leistung zu begrenzen während den 3 Jahren auf Probe. Es kann nicht sein, das ein Neulenker rein theoretisch eine Rennmaschine mit 500PS fahren könnte. Du redest von einem reinen Politikum Betreff den Altersfreigaben. Da stimme ich dir zu. Was viele nicht wissen, wenn bei uns ein 17 Jähriger fahren dürfte, ist es im Ausland denoch nicht erlaubt. Also macht es für mich keinen Sinn das Alter anzupassen.
    • Zeit_Genosse 20.07.2015 18:26
      Highlight Highlight @zeromg
      Eimalmehr stellen die Insulaner eine Ausnahme dar. In GB kann man mit 17 die Prüfung machen. EU-Bürger, die eine Wohnsitzbestätigung in UK haben (185 Tage Mindestpräsenz) können den dort erworbenen Führerausweis in der übrigen EU anwenden und umschreiben lassen.

      In den USA geht es mit 16 und in den US-Städten geht es ja inzwischen rauh und hektisch im Strassenverkehr zu. In UK mit 17. Mit kleinen E-/-Hybrid Autos mit Automatik (bei E ist es ja stufenlos) könnte man zusätzliche Anreize schaffen. Warum sollte nicht die CH ein progressives Zeichen setzen, dass man im Binnenverkehr mit 16 beginnen darf und mit 17abschliesst und mit 20 auf grössere Fahrzeuge wechseln kann?
  • stadtzuercher 19.07.2015 20:19
    Highlight Highlight Wie in vielen Branchen gehts wohl auch ein bisschen darum, dass mit dem Vorwand höhere Sicherheit die Fahrlehrer mehr verdienen können. Erstaunlicherweise ist das Unternehmertum und deren politische Lobbyisten (allen voran FDP und SVP) erstaunlich staatsgläubig, wenns darum geht, neue Gesetze zu erfinden, die mehr Geld in die Kasse spühlen (Nicht dass die Fahrlehrer alleine wären, seit Anfangs Jahr schwimmen die Brandschutzexperten dank neuen Vorschriften in Aufträgen und Geld). Da wundert mich manchmal schon, dass die Bürgerlichen wohl weniger Gesetze wollen, aber selbst stetig neue erfinden.
  • antojan 19.07.2015 17:56
    Highlight Highlight Die WAB Kurse zu reduzieren ist eine gute Sache, aber wenn man einen Fahrlehrer fragen würde, ob man ihn in den ersten 6 Monaten machen sollte, würde er bestimmt sagen: Schwachsinn, weil in 6 Monaten nicht jeder die gleiche Fahrroutine aufbauen kann und deswegen nur froh sein wird, wenn es vorbei ist und sehr wahrscheinlich nicht viel hängen bleibt. Allgemein sollte man die Fahrlehrer bei solchen Entscheiden viel mehr einbinden, die wissen, wen sie ausbilden, wie sie ihn auszubilden haben und wo Verbesserungsbedarf besteht.
    Die Kids mit 17 schon auf die Strasse schicken finde ich ziemlich gefährlich, aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, hätte ich das Permi mit 18 gemacht und nicht jetzt mit 20, das hätte nicht gut geendet, bin sonst ein vernünftiger Mensch, aber das hätte kein gutes Ende genommen.

    Eine Erhöhung des Alters für den Erwerb des Führerscheins würde ich befürworten, so auf 19/20 da ist man dann vielleicht schon ein bisschen vernünftiger.

    Den das schlimmste für mich im Strassenverkehr sind die, die unbedingt Studium und Führerschein wollen, das auch schaffen, aber dann selbst nach der Probezeit nach 3 Jahren im Grunde genommen gar nicht oder nur sehr schlecht Auto fahren können, weil die Routine fehlt aufgrund dessen, weil man es sich nicht leisten kann oder es nicht braucht, weil man in der Stadt ist.

    Für mich steht ganz klar fest, wer die Fahrprüfung bestanden hat, kann noch lange nicht perfekt Auto fahren (aber wer kann das schon von sich behaupten), aber das kommt ja mit der Zeit und mit der Routine immer besser.
    • MasterPain 19.07.2015 20:01
      Highlight Highlight Sind halt aber nicht alle Studenten. Was macht ein AutomechStift? Da ist der Führerschein Bedingung für den Abschluss.

      Man sillte nicht von sich auf alle anderen schliessen.
    • Weidmann 19.07.2015 22:22
      Highlight Highlight Es gibt untern den Junglenker welche viel besser fahren als solche die schon 20 Jahre lang das Billet haben. Man solllte lieber den alten Leuten das Billet nehme die fahren devinitif alle unsicher und die Konsentration ist bei denen auch nicht mehr vorhanden.
    • zeromg 20.07.2015 08:47
      Highlight Highlight Agressives Fahrverhalten schrenkt die Konsentration auch sehr stark ein. Vergleichst du jetzt im Ernst einen normalen Junglenker mit einem normalen Autofahrer der seit 20 Jahren Unfallfrei Auto fährt? Dann könnte man doch auch einen Raser mit einem Kurzsichtigen 95 Jährigen gegeneinander antreten lassen....Ich mache den Vergleich nur so, weil du von "ALLEN" alten Leuten sprichst. Also nicht sehr Objektiv.
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