Zürich
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Der Blick auf die Uhr zeigt: Der Sommer wird wohl eher mies. bild: screenshot tele züri

Das wars: 20 Minuten und 31 Sekunden dauerte es, bis der Böögg explodierte



20 Minuten und 31 Sekunden: So lange hat es am Montagabend gedauert, bis der Kopf des Zürcher Bööggs explodiert ist. Damit prophezeit der diesjährige Schneemann am Sechseläuten einen schlechten Sommer.

Der Volksmund sagt: Je schneller der Kopf des Bööggs explodiert, umso schöner wird der Sommer. Mit einer Zeit von über 20 Minuten stehen die Zeichen für dieses Jahr jedoch auf Sturm: In den vergangenen 10 Jahren ging es nur viermal noch länger.

Die Explosion des Kopfes:

Video: telezüri

Zwar blieb am Montag in den letzten Minuten nicht mehr viel vom Körper des Bööggs übrig und es knallte oft und laut - sein Kopf hielt sich jedoch hartnäckig, während die Reitergruppen um das Feuer ritten.

Wie gut diese Wettervorhersage tatsächlich ist, wird sich aber erst zeigen. Zumindest im vergangenen Jahr erwies sich der Böögg als sehr zuverlässig: Sein Kopf explodierte nach 9 Minuten und 56 Sekunden - und prophezeite damit einen guten Sommer. Und der Schneemann behielt recht: Der Sommer 2017 war der drittwärmste seit Messbeginn im Jahr 1864.

Angezündet wurde der 3,4 Meter hohe Schneemann, der auf einem 10 Meter hohen Scheiterhaufen stand, pünktlich um 18 Uhr von Elisabeth Ackermann, Regierungspräsidentin des diesjährigen Gastkantons Basel-Stadt. Der Kanton bereicherte das Zürcher Frühlingsfest nach 1993 zum zweiten Mal.

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Pünktlich um 18:00 Uhr gings los. bild: telezüri

Farbenfroher Umzug bei trockenem Wetter

Der Umzug präsentierte sich unter dem Motto «Basler Hochkultur & Alltagskunst», und über 450 Basler marschierten am Nachmittag am traditionellen Zug der Zünfte durch die Zürcher Innenstadt mit.

Die Basler waren aber nicht die einzigen Gäste. Neben verschiedenen Stände-, National- und Regierungsräten befanden sich auch die Bundesräte Guy Parmelin und Ignazio Cassis unter den rund 125 Ehrengästen. Dazu kamen viele bekannte Namen aus Medien, Showbusiness, Sport und Wirtschaft wie DJ Antoine, Sängerin Nubya, der Ex-Fussballer Beni Huggel oder TV-Legende Beni Thurnheer.

Von Zürcher Seite präsentierten sich am Umzug die Gesellschaft zur Constaffel und die 25 Zünfte in ihren historischen Kostümen. Rund 3500 Zünfter, 350 Reiter, 28 Musikvereine und zahlreiche Wagen und Kutschen komplettierten den Umzug, der trotz dunkler Wolken bei trockener Witterung stattfand und viele Schaulustige an den Strassenrand lockte.

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Zu Beginn hatte der Böögg noch Mühe, richtig Feuer zu fangen. Bild: telezüri

Die unsichere Witterung forderte dennoch ein Opfer: Jean Tinguelys «Klamauk» konnte nicht am Umzug teilnehmen. Der Gastkanton hatte die 1979 entstandene Maschinenskulptur, die einzige fahrbare Arbeit im Werk des Schweizer Künstlers, als besonderen Höhepunkt im Gepäck.

Zürcher braten Würste am Feuer

Nach dem Bööggverbrennen ging es für die Zünfter weiter: Sie zogen sich zum Essen in ihre Zunftstuben zurück und besuchten anschliessend die anderen Zünfte. Die Zürcherinnen und Zürcher trafen sich derweil zum beliebten «Volkswurstbraten», bei dem auf den Überresten des Böögg-Feuers grilliert wird.

Das Sechseläuten geht zurück auf einen jahrhundertealten Brauch: Wenn im alten Zürich die Abende wieder heller wurden und die Kirchenglocken erstmals wieder um 18 Uhr statt schon um 17 Uhr zum Feierabend läuteten, trafen sich die Jungen auf den Plätzen und zündeten Scheiterhaufen mit Strohmännern an. (leo/sda)

Dieser Typ greift in den Schnee – und heraus kommt DAS

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Video: watson/Angelina Graf

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 16.04.2018 22:15
    Highlight Highlight Ach, das war heute
  • w'ever 16.04.2018 20:17
    Highlight Highlight ich frage mich die ganzen autonomen demonstraten waren, die am 1.mai immer gegen die elite des landes auflaufen. vermutlich haben es die eltern verboten, damit der papi an seinem grossen tag um umzug nicht gestört wird
  • Slant 16.04.2018 18:53
    Highlight Highlight Watson: Regionaljournal Zürich
    • DichterLenz 16.04.2018 23:01
      Highlight Highlight Ja wirklich. Die hatten heute schon wieder frei. Und ich musste an ne Konferenz.

      Sniff.
  • Pbel 16.04.2018 17:18
    Highlight Highlight Müsste es heutzutage nicht korrekterweise heisen: der Umzug der Frauen (und Ausländer) ausgrenzenden Zünfter hat begonnen? Dabei reiten Sie auf zum Teil mit Medikamenten zugedröhnten Pferden um einen brennenden Stapel Holz und hoffen das sie sich selbst und die Pferde nicht verletzen.
    Die Rossballen lassen sie dabei liegen und von der Stadt entsorgen, aber wettern dann gegen eine Kostenbeteiligung der Stadt bei der Streetparade bei der alle mitmachen dürfen und ein x-faches an Besuchern hat und auch der Hotelerie mehr bringt... Ja Tradition ist ein super Argument für Ausgrenzung.
    • Selbst-Verantwortin 16.04.2018 19:57
      Highlight Highlight You must be fun at parties.
    • Wald Gänger 16.04.2018 19:59
      Highlight Highlight Wieso sind eigentlich immer alle gleich "ausgegrenzt", wenn sie irgendwo nicht mitmachen dürfen?
      Ich werde auch im Golfclub ausgegrenzt, weil ich nicht Golf spielen kann und will. Bei der israelitischen Cultusgemeinde werde ich ausgegrenzt, weil ich Katholik bin. Im türkischen Kulturverein, weil ich kein Türke bin. Und so geht das die ganze Zeit.
      Hast du mit mir auch ganz doll Mitleid und findest diese Vereine jetzt so richtig mies?
    • Watson=Propagandahuren 16.04.2018 20:05
      Highlight Highlight Wenn du das Fest so doof findest, warum willst du dann unbedingt mitmachen? ;P
      Das mit den Frauen finde ich ja auch lächerlich, aber wenn ich so höre wie das unter Zünftern so zu und hergeht am Abend können sie direkt froh sein dort nicht dabei sein zu dürfen...
      Wieso hingegen Ausländer unbedingt bei einem traditionellen Umzug mitlaufen sollten, erschliesst sich mir nicht ganz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Einer Wie Alle 16.04.2018 16:23
    Highlight Highlight 13 Minuten 18 Sekunden

Interview

«Ich fühle mich wie ein Parasit» – Corona-Patientin berichtet aus Zürcher Spital

Eine 26-jährige Zürcherin ist am Samstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seither verbringt sie ihre Tage im Unispital Zürich. Wie es ihr aktuell geht und wann sie aus der Quarantäne entlassen wird, erzählt sie im Interview.

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