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Tausende demonstrieren in Koblenz gegen Kongress von Rechtsparteien

21.01.17, 14:56


Bunte Fahnen, Transparente und die «Ode an die Freude» haben Demonstranten dem Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz entgegengesetzt. Es kamen viel mehr Teilnehmer als erwartet.

Rund 3000 Demonstranten haben in Koblenz friedlich gegen ein Treffen europäischer Rechtspopulisten protestiert. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte am Samstag auf einer Kundgebung zu Widerspruch gegen rechte Thesen auf: «Es ist Zeit, dass keiner mehr zuhause bleibt.» Die Menschen sollten aufstehen für ein freiheitliches und friedfertiges Europa und widersprechen, wenn an Stammtischen oder anderswo rechtspopulistisch argumentiert werde.

Die Demonstration unter dem Motto «Koblenz bleibt bunt» richtete sich gegen einen Kongress der ENF-Fraktion des Europaparlaments mit rund 1000 Teilnehmern in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle. Die Polizei und einer der Hauptveranstalter der Gegenkundgebung, der Deutsche Gewerkschaftsbund, zählten rund 3000 Teilnehmer - dreimal mehr als erwartet.

Vor der Kongress-Halle sangen die Teilnehmer den deutschen Text der Europahymne «Ode an die Freude» zu Musik von Mitgliedern der Rheinischen Philharmonie.

Gegen ein «braunes Europa»

Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn sagte, er wende sich gegen ein «braunes Europa». «Wir stehen hier für ein buntes, für ein offenes und für ein soziales Europa des 21. Jahrhunderts.» Minderheiten seien in einer Gesellschaft eine Bereicherung und keine Last. Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter sagte, weder Koblenz noch Deutschland noch Europa werde den Rechtspopulisten überlassen.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte am Rande der Demonstration, es gehe darum, das zu bewahren, was die vorherigen Generationen aufgebaut hätten. Gabriel wurde von mehreren linksgerichteten Demonstranten bedrängt, so dass die Polizei dazwischen gehen musste. Es sei aber keine Gewalt angewendet worden, sagte ein Polizeisprecher. Ansonsten sei die Demonstration bis zum frühen Nachmittag störungsfrei verlaufen.

Der Kongress der ENF-Fraktion des Europaparlaments in Koblenz soll die diesjährigen Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden in den Blick nehmen.

AfD-Chefin Frauke Petry und die Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen französischen Partei Front National, Marine Le Pen, treten erstmals gemeinsam in Deutschland auf. Sprechen sollen auch der Vorsitzende der niederländischen Freiheitspartei (PVV), Geert Wilders, und der Chef der italienischen Lega Nord, Matteo Salvini.

ENF steht für «Europa der Nationen und der Freiheit». Erklärtes Ziel der ENF-Fraktion ist das Ende der Europäischen Union. (sda/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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