Gesellschaft & Politik
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dialog jugend mädchen

Jugendliche wollen eigentlich, haben aber zu wenige Möglichkeiten: 70 Prozent halten eine politische Bildung für wichtig.  Bild: shutterstock

¾ der Jungen in der Schweiz haben keine Ahnung von Politik – jetzt müssen sie nachsitzen

Flexibel, fit, digital und öko: Der Generation Z wird vieles nachgesagt. Grosses politisches Engagement gehört nicht dazu. Das soll sich ändern – und zwar mit einem eigenen Schulfach Politik.



Nur jeder vierte Schüler zwischen 15 und 25 Jahren ist sich sicher, dass er an den nächsten eidgenössischen Wahlen 2019 teilnehmen wird. Das zeigt die Umfrage des «easyvote-Politikomonitors 2016», die im Auftrag des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente (DSJ) durchgeführt wurde. Ein eigenes Schulfach «Politik» soll das Problem des fehlenden Interesses lösen. 

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Denn der Wille der Jugend wäre eigentlich da. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, politische Bildung als sehr wichtig zu erachten. Nur tut sich die Politik etwas schwer. Auf Ebene des Bundes versanden regelmässig Offensiven für mehr politische Bildung in der Schule. Doch jetzt kommt Druck von unten. In drei Westschweizer Kantonen wurde Politik bereits als Schulfach eingeführt. In Genf, Fribourg und Neuenburg besuchen 7.- bis 9.-Klässler «Bürgerkunde» als eigenes Fach.

Auch in weiteren Kantonen findet die Idee Anklang. Im September haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Tessin Ja zur Staatskunde als eigenes Schulfach gesagt. Im Kanton Basel-Stadt versuchen die Jungfreisinnigen, das Thema aufs Parkett zu bringen. Vergangenen Sommer lancierten sie die Volksinitiative «Ja zu einem Fach Politik».

Ob ein Schulfach «Politik» tatsächlich die Partizipation der Jungen bei Abstimmungen und Wahlen steigert, ist jedoch noch nicht erwiesen. Eine 2015 durchgeführte Studie in Genf konnte bislang keine Partizipationssteigerung nachweisen. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • schuhva 03.11.2017 21:14
    Highlight Highlight Ich bin daführ dass das Fach Geschichte aufheteilt wird. In "alte Geschichte" und "moderne Geschichte" dh. ca. Ab dem 2. Weltkrieg bis heute. Dazu würde auch die Politik gehöhren.
    • Luca Brasi 03.11.2017 21:54
      Highlight Highlight Die Geschichte wird doch schon jetzt einigermassen so aufgeteilt, zumindest an Gymnasien. 1. Jahr Antike und Mittelalter. 2. Jahr Renaissance, Entdeckungen, Reformation. 3. Jahr Aufklärung, Französische Revolution, 19. Jahrhundert. 4. Jahr 1. WK, 2. WK, Kalter Krieg und Zeit bis heute. Politik ist in allen Zeitebenen vertreten (Griech. Demokratie, Röm. Republik, Konkurrenzsituation Kirche und Herrscher im Mittelalter (Investiturstreit), Kolonialismus und Imperialismus, Nationbuilding, Parteienbildung, Wohlfahrtsstaat und Int. Organisationen.
    • who cares? 04.11.2017 07:26
      Highlight Highlight Politik und Geschichte sind schon sehr verwandt und gehören zusammen behandelt. Meiner Meinung nach hat es leider jetzt bereits zu wenige Geschichtslektionen, wo wenigstens der relevante Stoff behandelt werden könnte. In der Sek kommt man meistens knapp zum 2.WK
    • Luca Brasi 04.11.2017 08:59
      Highlight Highlight @who cares?: Die Sek macht auch wirklich eine "Schnellbleiche". Da hat man je nach Kanton 3 Jahre 1-2 Stunden in der Woche und dann meistens noch vermischt mit Geografie. Vielleicht gibt es dann noch ein Fach "Gesellschaft", wo man noch den Rest reindrückt. Zudem müssen dort die Lehrkräfte oft ein breites Spektrum an Fächern abdecken und es fehlt am tiefer gehenden Wissen im Bereich Geschichte.
  • Luca Brasi 03.11.2017 17:49
    Highlight Highlight Jeder vierte zwischen 15 und 25 Jahren ist sich bereits jetzt sicher in 2 Jahren wählen zu gehen?
    Ich finde das beeindruckend, denn viele planen doch nicht 2 Jahre im Voraus in diesem Alter. Zudem machen viele auch Sprachaufenthalte in Australien oder Kanada oder ziehen aus beruflichen Gründen in ein anderes Land. Und dann gibt es eben -wie bei den Erwachsenen auch- Leute, die nicht daran glauben, dass sich wirklich etwas in ihrem Sinne ändert oder ein Grundvertrauen in die Teilnehmenden hat. Ist das schlimm?
  • Squ33zy 03.11.2017 14:33
    Highlight Highlight Wir haben jeweils vor Abstimmungen die Vorlagen für ein/zwei Lektionen in Geschichte diskutiert und einmal einen Themenblock Staatskunde durchgenommen. Fand ich sehr sinnvoll, hat mein politisches Interesse auf jeden Fall geweckt. Funktioniert meiner Meinung nach auch gut ohne eigenes Schulfach.
  • BetterTrap 03.11.2017 13:37
    Highlight Highlight Ich weiss nicht - man fordert immer mehr und mehr von den jungen Leuten, Zeit lassen will man ihnen aber dafür nicht. Versteht mich nicht falsch, das politische Interesse vieler Jugendlicher ist ernüchternd. Aber man versucht ein neues Schulfach wie Politik zu schaffen aber wo? Geschichte und Geographie als ein Fach? Dass ich nicht lache.. und dann wird trotzdem erwartet, dass bei diesen Fächern eine solide Grundbasis vorhanden ist. Wie soll das gehen? Die Menschen werden heute älter denn je.. studiert jmd. aber länger als mit 24 oder macht eine zweite Lehre wird er komisch angeschaut..
  • DWO 03.11.2017 12:53
    Highlight Highlight Ein wichtiges Ziel vom Lehrplan 21 ist, neben der Harmonisierung der kantonalen Lehrpläne , das erreichen von klar umschriebenen Kompetenzen.
    Unser System mit seinen Instrumenten zu verstehen, benötigt Kompetenzen, die gelernt werden müssen.
    Ob dafür ein Schulfach vonnöten ist? Hauptsache ist, dass unser System den Schülern nahe gebracht wird.
  • EvilBetty 03.11.2017 12:52
    Highlight Highlight 3/4 der Politiker auch nicht. Die können vor allem auf ihrem Sitz kleben bleiben 😂
    • Fabio74 03.11.2017 15:49
      Highlight Highlight Die kleben nicht. Die werden gewählt. Es liegt am.Volk andere zu wählen oder sich selber wählen zu lassen
  • DonChaote 03.11.2017 12:41
    Highlight Highlight Es ist ja nicht im Interesse der Politik, dass die Bürger Ahnung von Politik haben. Sonst könnten die ja nicht tun und lassen was sie wollen! Klar kommt der Effort von unten und oben versandet es...
  • einmalquer 03.11.2017 12:28
    Highlight Highlight Noch wichtiger wäre das Wissen über die Wirtschaft und das Wirtschaftssystem.

    Denn das beeinflusst das Leben nachhaltig ohne dass wir da mitbestimmen könnten weil es nicht demokratisch organisiert ist. Und vor allem, weil sie "die Wirtschaft" um demokratische Beschlüsse selten kümmert.

    Im Gegensatz zu Regierungen können sie Firmen - pauschalierend gesagt - das Volk (den Staat) selbst aussuchen.
    • Fabio74 03.11.2017 13:10
      Highlight Highlight Falsch. Es braucht beides und zwar dringend
  • Schnapphahn 03.11.2017 12:04
    Highlight Highlight Nicht schlecht. Den LP 21 noch nicht mal auf Sek. 1 eingeführt und schon werden Stimmen laut (in der Westschweiz notabene), welche ein neues Fach fordern. Hauptsache Geografie und Geschichte werden zusammengelegt. Super gmacht, mou.
  • purzelifyable 03.11.2017 11:33
    Highlight Highlight Hat man auch überprüft, wie viele Schweizer von 25 bis 100 Jahren keine Ahnung von Politik haben? Ich denke mal, so viel besser wird es bei denen auch nicht sein.
  • Little Flip 03.11.2017 11:22
    Highlight Highlight Finde die Idee mit dem eigenständigen Fach Bürgerkunde sehr gut. Demokratie soll von allen "gemacht" werden und nicht nur von denen die Zeit dazu haben. Sonst haben wir in 20 Jahren ein grosses Problem.
  • penpusher 03.11.2017 11:10
    Highlight Highlight Fehlt da im Norden der Zentralschweiz nicht noch ein Z und ein G in der GrafiK? ;-)
    Ich fühle mich gemobbt!
  • Nuka Cola 03.11.2017 11:10
    Highlight Highlight Früher gabs ja das Fach Staatskunde, aber hey, musste man ja auflösen...

    Aber dafür hat man in einer schulischen Berufsbildung, in einem Beruf in dem Französisch als sekundär oder tertiär Sprache ausstirbt noch immer 5 Lektionen die Woche Franz, und wer sich für Politik interessiert kann über den Mittag ins Freifach gehen.

  • w'ever 03.11.2017 11:06
    Highlight Highlight eine meinung haben ist das einte, aber ich bezweifle, dass eine mehrheit der erwachsenen wirklich über politik bescheid weiss
  • WalterWhiteDies 03.11.2017 11:03
    Highlight Highlight Bin selber noch "jung" und finde, dass die jugend nur noch verblödet. Ein wenig Interesse für unsere Zukunft sollte einfach da sein. Leider intressieren sich die meisten eher dafür, was gerade auf Instagram und Youtube "trendet". Genau aus sollchen Gründen konnte die neue AHV reform auch nicht angenommen werden. Da sich zu wening jugendliche um die Zukunft kümmern.
  • stimpy13 03.11.2017 10:53
    Highlight Highlight Ich zähle mich auch eher zu den politischen Tieffliegern. Das Hauptproblem beim fehlenden Wissen sehe ich darin, dass Parteien mit ihren manipulativen Parolen und Halbwahrheiten sich eben an die Leute wenden, die sich zu wenig auskennen. Mit Massnahmen wie den youtube-Videos von easyvote oder dem Schulfach dagegen zu halten finde ich sehr lobenswert und notwendig.
  • phreko 03.11.2017 10:19
    Highlight Highlight Zwischen Instagram, Fitness und neusten Modetrends bleibt für Politik einfach keine Kapazität und Zeit mehr übrig.
    • Troxi 03.11.2017 11:24
      Highlight Highlight Vorurteile sind so unnötig wie ein Fundbüro in Polen!
    • Christian Mueller (1) 03.11.2017 12:25
      Highlight Highlight das sind halt Milizwähler ;-)
    • FAIKUE 03.11.2017 13:17
      Highlight Highlight Bei Ihnen passts zwischen Ländler hören und täglichem Fussballschauen noch? Verallgemeinern kann ich auch.
  • Hierundjetzt 03.11.2017 10:10
    Highlight Highlight Aber dann das Stimmrechtsalter auf 16 runtersetzen wollen 😂😂😂🤦🏼‍♂️
    • phreko 03.11.2017 10:45
      Highlight Highlight Was änderts? Interessierte können mittun, und allenfalls könnte es noch weitere zum mittun bewegen.

      Wo liegt das Problem, wenns nur wenige machen?
    • FAIKUE 03.11.2017 13:15
      Highlight Highlight Das wäre für den Viertel die sich für Politik interessieren, denn die würden oft bereits früher abstimmen. Ging mir auch so.
    • Hierundjetzt 03.11.2017 13:31
      Highlight Highlight Mündig sein: ab 18
      Alk trinken: ab 18
      Autofahren: ab 18
      Pornos konsumieren: ab 18

      Über Altersvorsorge oder EU abstimmen: Ab 16? Weil man bei hochkomplexen Sachgeschäften mündiger ist als beim Alkeinkauf?

      Nein, das sehe ich nicht ein. Wir setzen alles runter, danach können wir über das Stimmrechtsalter sprechen. Vorher nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Linus Luchs 03.11.2017 10:02
    Highlight Highlight Politische Beteiligung ist nicht eine Frage des Wissens über das politische System. Dieses Wissen ist durchaus nützlich, aber die Motivation, sich mit Politik zu befassen, entsteht aus dem Gefühl, das sie einen betrifft. Wenn junge Menschen verstehen und spüren, dass politische Entscheidungen betr. soziale Gerechtigkeit, Umwelt, Wirtschaft, Europa etc. ihr Leben beeinflussen und über ihre Zukunft bestimmen werden, dann entsteht politische Beteiligung. Dieses Bewusstsein sollte aber vor allem im Elternhaus gefördert werden. Zum Beispiel indem das neue iPhone nicht das wichtigste Thema ist.
    • loquito 03.11.2017 10:33
      Highlight Highlight Genau das ist der Grund weshalb die SVP auf 30% kommt, weil die Leute denken man muss nichts wissen um etwas zu verstehen...
    • Tsunami90 03.11.2017 11:12
      Highlight Highlight Ich wiederspreche. Wissen über das Politiscge System ist die Grundvoraussetztung zur Teilnahme. Erst dann ist man in der Lage zu begreiffen, das es "die da oben" oder "die in Bern" gar nicht gibt, und mit genug willen und fleiss einiges zu erreichen ist. Die Schweiz hat ein nahezu klassenloses Politsystem, in dem weder Herkunft noch die grösse des Portemonnaies bestimmende Grössen für Erfolg sind. Aber das muss man zuerst wissen. Klar wäre es wünschenswert wenn die Eltern das übernehmen würden. Die Schule soll aber die Basis legen. Und neben schreiben und lesen, gehört politik dazu.
    • Fabio74 03.11.2017 11:32
      Highlight Highlight Falsch. Wer das politische System nicht kennt, kennt die Möglichkeiten nicht, die jede und jeder hat zur Mitbestimmung und Mitgestaltung. Erst dann kann ich auch mich zu Themen äussern und weiss was es heisst einer Initiative zuzustimmen und was dann die Arbeit des Parlaments ist.
      Mit diesem Wissen hört dann auch dieses Bashen auf Staat und Politik auf, das die SVP treibt
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