China
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Neue Eskalation: USA kündigen weitere Strafzölle gegen China an

11.07.18, 07:56 11.07.18, 08:24


Die USA setzen auf eine weitere Eskalation des Handelskonflikts mit China. Die US-Regierung legte eine Liste mit weiteren Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar vor, auf die neue Strafzölle erhoben werden können.

US-Präsident Donald Trump habe ihn beauftragt, den Prozess zu beginnen, teilte der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Die Anhörungen vor einem möglichen Inkrafttreten sollen bis Ende August dauern. Vorgesehen seien Zölle in Höhe von zehn Prozent.

epa06866948 (FILE) - A general view of containers at the Port of Qingdao in Qingdao, China's Shandong province, 30 April 2018 (reissued 06 July 2018). According to media reports on 06 July 2018, US businesses will now have to pay a 25 percent additional tax on 34 billion US dollar of imported Chinese goods. China has promised to retaliate with its own tariffs on imported US goods, sparking fears of a trade war which could have a negative impact on the global economy.  EPA/WU HONG

Chinesischer Handelsplatz: Blick auf den Hafen von Qingda. Bild: EPA/EPA

China «geschockt»

China reagierte «geschockt» und kündigte für den Fall des Inkrafttretens «notwendige Gegenmassnahmen» an. Die Vorlage der Liste sei «völlig inakzeptabel», sagte am Mittwoch ein Sprecher des Handelsministeriums. China wolle umgehend eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf einreichen. «Das Verhalten der USA schadet China, schadet der Welt und schadet ihnen selbst», sagte der Sprecher. Es sei «irrational».

Am Freitag hatten die USA bereits Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden Dollar erhoben. China hatte mit ähnlichen Strafzöllen auf US-Importe reagiert. Zölle auf weitere Importe aus China in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar, die in den nächsten zwei Wochen kommen könnten, sind auch schon angekündigt. Eine Ausweitung der Sonderabgaben wie jetzt geplant um weitere Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar würde die Hälfte aller chinesischen Ausfuhren in die USA betreffen.

Zölle und Gegenmassnahmen

Von den möglichen neuen US-Zöllen wären Lebensmittel, aber auch Chemikalien, Textilien, Metalle, elektronische Geräte und andere Waren aus China betroffen - die Liste der Waren umfasst 196 Seiten. Lighthizer teilte mit, Grund für die möglichen neuen Zölle seien die chinesischen Vergeltungsmassnahmen und die Weigerung der Regierung in Peking, ihre Vorgehensweise zu ändern. Trump hat Peking sogar damit gedroht, auf alle chinesischen Importe in die USA im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar zusätzliche Zölle zu erheben.

Die USA zielen mit ihren bisherigen Strafzöllen vor allem auf technologische Produkte, weil sie China den Diebstahl geistigen Eigentums und erzwungenen Technologietransfer vorwerfen. Als Vergeltung erhebt China Sonderabgaben auf Autos, aber auch landwirtschaftliche US-Erzeugnisse wie Sojabohnen, Fisch, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. Es zielt damit vor allem auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum.

Wegen des hohen Defizits der USA von mehr als 800 Milliarden US-Dollar im Aussenhandel zieht Trump an mehreren Fronten zu Felde. Er belegte auch die Nachbarn Kanada und Mexiko sowie Verbündete wie die Länder der Europäischen Union mit Strafzöllen auf Stahl- und Aluminium mit der Begründung, er wolle die nationale Sicherheit seines Landes garantieren.

Trump reist jetzt zur Nato

Trump reiste am Dienstag nach Brüssel, wo er an dem Mittwoch beginnenden Nato-Gipfel teilnehmen will. Vor dem Spitzentreffen kritisierte er erneut die EU. «Die Europäische Union macht es unseren Landwirten und Arbeitern und Firmen unmöglich, in Europa Geschäfte zu machen», schrieb er auf Twitter. Er verwies auf das US-Handelsdefizit mit der EU, das nach seinen Angaben bei 151 Milliarden Dollar liegt. «Und dann wollen sie, dass wir sie fröhlich durch die Nato verteidigen und schön dafür bezahlen. Funktioniert einfach nicht!» (sda/awp/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Unsere Liebe zu den Bauern endet beim Portemonnaie

Riesen-Show von Shaqiri – deshalb wechselte ihn Klopp trotzdem in der Halbzeit aus

St.Gallen verbietet Burkas – 3 Dinge, die du dazu wissen musst

Diese 9 Schweizer Orte liebt das Internet (zu sehr)

Wie ein Fussball-Teenie 600'000 Franken für Koks und Alk verprasste und abstürzte

Wir haben kürzlich dieses BMW-Plakat gesehen – und hatten da ein paar Fragen

Das essen wir alles in einem Jahr

Mehr als nur Sex zwischen Bäumen: Wie dieser Wald im Aargau zum «Schwulewäldli» wurde

Sex, Lügen und Politik: Der Fall Kavanaugh erinnert an die Hetze gegen Anita Hill

Trump Jr. postet dieses Fake-Bild – und wird vom Moderator komplett demontiert

Instagram vs. Realität – wie es hinter den perfekten Fotos wirklich aussieht

Genital-Check bei jungen Flüchtlingen: Jetzt intervenieren Fachleute und Politik

iOS 12 ist hier – das sind 13 nützliche Tipps für iPhone-User

«NACHBARN AUFGEPASST» – Wie eine Touristin in Deutschland zur Einbrecherin erklärt wurde

Diese 19 Comics zeigen, wie sich Depressionen und Angst anfühlen

Autistin flüchtet aus Angst vor SBB-Ticket-Kontrolle – und wird hammerhart bestraft

Das passiert, wenn Manchester-Fans beim FC Basel nach Champions-League-Tickets fragen 😂

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 12.07.2018 05:20
    Highlight Ich denke der nächste wichtige Termin am 16. und 17. Juli am "chinesisch-europäischen" Gipfel in Peking wird etwas Klarheit in das zukünftige Vorgehen gegen die USA aufzeigen. Ob Trump wirklich an den Strafzöllen von importierten Autos und Autoteilen festhalten wird werden wir auch sehen. Obwohl ich das nicht begrüsse könnte dies der US-Regierung endlich die Augen öffnen diesen Weg nicht weiter zu verfolgen.
    0 0 Melden
  • Gregor Hast 11.07.2018 19:31
    Highlight Die USA wird damit aufhören sobald China endlich der USA entgegenkommt und fairere Geschäftspraktiken aufzeigt. Die USA will ein gutes Verhältnis zu China!!!!
    1 3 Melden
    • Ueli der Knecht 12.07.2018 01:14
      Highlight China will auch ein gutes Verhältnis zur USA.
      Und auch zu allen anderen Volkswirtschaften.

      • China ist für freien Handel.
      • Die USA ist für Protektionismus.

      Dementsprechend unterscheiden sich die Vorstellungen von dem, was ein "gutes Verhältnis" sein soll, diametral.

      In diesem Sinne solltest du m.E. auch mal darüber nachdenken. Denn zur Zeit steht China (EU, Kanada, Mexico uva.) auf der richtigen Seite der Geschichte. Die USA stehen abseits.

      America first → The rest of the world united.
      3 2 Melden
  • Scaros_2 11.07.2018 09:47
    Highlight Aber das merchandise für seine Wiederwahlkampagne hat er in China bestellt. Mol super Donald.

    Vor allem wenn man bedenkt wie gross die Dollar reserven in China sind ist das einfach keine schlaue Idee. China sitzt gewaltig am längeren Hebel.

    6 0 Melden
  • EvilBetty 11.07.2018 08:50
    Highlight «Du bisch immer eis meh.»

    ~ US Aussenpolitik 2018
    5 0 Melden
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser 11.07.2018 08:42
    Highlight Trump schafft das, was hunderte von Globalisierungsgegnern an den WEF-Demos nicht schaffen - den internationalen Handel zerstören.

    Eigentlich müsste Trump von den Schwarzen-Block-Chaoten hochgejubelt werden.
    7 0 Melden

Trump gegen Obama: Wer hat den Längeren?

Der Präsident und sein Vorgänger streiten sich darüber, wer die Wirtschaft kräftiger angekurbelt hat.

Nach dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump wurde Barack Obama gefragt, ob er gedenke, die Arbeit seines Vorgängers zu kritisieren. Eigentlich nicht, entgegnete der abtretende Präsident. Aber sollte Trump die grundlegenden Werte und Ideale der amerikanischen Demokratie angreifen, «dann werde ich mir es überlegen.»

Das ist mittlerweile eingetreten. Seit vergangener Woche hat sich Obama aktiv in den Wahlkampf für die Zwischenwahlen eingeschaltet. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er …

Artikel lesen