Konsum - Detailhandel
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Onlinehändler Zalando setzt Schweizer Detailhandel unter Druck



Zalando hat im renditeschwachen ersten Quartal die Anleger mit einem Gewinn positiv überrascht. (Archiv)

Legt stark zu: Zalando. Bild: AP

Den Schweizer Detailhändlern macht die Konkurrenz aus dem Onlinehandel und dem Ausland zu schaffen. Trotzdem blieb 2019 der Umsatz stabil und der Personalabbau konnte unter dem Strich gestoppt werden. Weiter abwärts ging es aber im Schuh- und Kleiderhandel.

Insgesamt verharrten die Umsätze im hiesigen Detailhandel 2019 auf Vorjahresniveau. Die Konkurrenz aus dem Ausland erstarkte, zugleich hatten die Leute unter dem Strich nicht mehr Geld als im Vorjahr zur Verfügung.

Einzig das Bevölkerungswachstum habe den stationären Detailhandel gestützt, teilte die Credit Suisse am Dienstag mit. Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz veröffentlichte die Grossbank die neueste Ausgabe ihrer jährlichen Detailhandels-Studie «Retail Outlook».

Einbussen beim Modegeschäft

Dabei stieg der Umsatz im Lebensmittelbereich um ein halbes Prozent, während das Non-Food-Geschäft um 0.3 Prozent schrumpfte. Insbesondere im Bekleidungshandel ging es weiter bergab, die Umsatzeinbusse belief sich dort auf 4.5 Prozent.

Zalando löscht Bilder von zu mageren Models

Nach wie vor verlor der stationäre Bekleidungshandel Marktanteile an den Onlinehandel, insbesondere an Platzhirsch Zalando. Im letzten Jahr dürfte der Onlineriese aus Berlin seine Umsätze in der Schweiz um etwa 7 Prozent auf rund 900 Millionen Franken gesteigert haben, schätzt die CS. Zalando selbst gibt keine separaten Umsätze für die Schweiz bekannt.

Abwärtstrend beim Personal gestoppt

In anderen Segmenten hingegen sah es für die Schweizer Händler deutlich besser aus, so im Geschäft mit Pflegeprodukten und Gesundheit (+1.9%), dem Bereich Do-It-Yourself, Garten und Autozubehör (+1.5%) sowie dem Segment Freizeit (+3.1%). Auch mit Heimelektronik setzten Detailhändler 1.4 Prozent mehr um.

In einer von Fuhrer & Hotz durchgeführten Befragung unter 200 Entscheidungsträgern bei Händlern und Herstellern gab ausserdem mit 61 Prozent eine klare Mehrheit an, die eigenen Erlösziele erreicht zu haben.

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

Video: watson/Linda Beciri

So konnte auch die Schrumpfkur beim Personal gestoppt werden. Seit 2015 schrumpfte die Zahl der in Vollzeit gerechneten Beschäftigten im Detailhandel jedes Jahr. Nun sei im Jahr 2019 der Abwärtstrend endlich zu einem Stillstand gekommen und die Beschäftigtenzahlen hätten in etwa auf dem Vorjahresniveau verharrt, hiess es in der Studie.

Leichtes Umsatzplus 2020 erwartet

Auch für 2020 zeigten sich die Befragten optimistisch: 70 Prozent der Entscheidungsträger gehen von einer - meist moderaten - Umsatzsteigerung aus. Nur 14 Prozent erwarten sinkende Erlöse.

Länger

Bild: KEYSTONE

Rückenwind für den Detailhandel kommt dabei aus einer unerwarteten Ecke: Die Krankenkassenprämien stiegen verhältnismässig gering an. Der Anstieg betrage für die durchschnittliche Prämie nur 0.2 Prozent, während die allgemeine Teuerung durchschnittlich bei 0.3 Prozent liegen dürfte, schrieben die CS-Ökonomen. Die Löhne dürften dafür 2020 um 0.7 Prozent zulegen.

In der Summe sollten damit die Schweizer Konsumenten mehr Geld zum Ausgeben haben. Die CS rechnet deshalb damit, dass dem Detailhandel 2020 ein leichter Umsatzzuwachs von 0.4 Prozent gelingt. (aeg/sda/awp)

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Die Schweizer lieben Online-Shopping während der Arbeitszeit

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schönbächler 07.01.2020 15:05
    Highlight Highlight Die Politik müsste solche Firmen einfach höher besteuern oder weg regulieren. Stattdessen schaut man zu wie der Handelsplatz sammt Arbeitstellen weg stirbt und fragt sich woher die Arbeitslosenquoten und die ganzen hohen Kosten der Sozialleistungen etc kommen. Am ende sind dan die Ausländer und Asylsuchende wieder schuld daran.
    • who cares? 08.01.2020 09:10
      Highlight Highlight Planwirtschaft zugunsten unrentabler Geschäfte? Nein, danke. Wenn Kleidergeschäfte mehr Kundschaft wollen, müssen sie sich halt etwas überlegen.
  • Streuner 07.01.2020 11:38
    Highlight Highlight Noch vor 2 Jahren bin ich als Mann verzweifelt und LANGE in div. Kleidergeschäften rumgerannt um etwas passendes, erschwingliches, qualitatives und schönes zu finden. Resultat? Fehlanzeige, sprich Frustration. Angebot für Damen? Wie auf einem Todestern. Angebot Männer hat im X wing platz. Und mit Garantie nie in der passenden Grösse usw. Moral der Geschicht: Online geschaut, Grösse gefunden, genau das was ich möchte und erst noch preislich ok. Hallelujah. Der Handel muss sich umorientieren, sprich die Zeiten ändern sich. Die Post bringts, so ist die Autofahrt in die Stadt auch gespart.
    • fidget 07.01.2020 15:54
      Highlight Highlight Bei mir ist es ähnlich. Damit ich einigermassen eine Auswahl an Läden habe, muss ich in die Stadt. Dafür geht dann praktisch der gesamte Samstag drauf. Die Ausbeute war auch meistens eher bescheiden. Online shoppen kann ich auch abends auf dem Sofa. Preislich macht es kaum einen Unterschied, aber die Auswahl, besonders bei Herrenmode, ist deutlich grösser. Und von alle dem mal abgesehen, finden sich in Schweizer Einkaufsstrassen auch immer nur die 2 bis 3 gleichen Modehäuser.
  • who cares? 07.01.2020 11:29
    Highlight Highlight Wenn ich in der Schweiz in eine Kleiderladen gehe, sehen die Kleider alle aus für die typische Schweizerin 45+ mit Kurzhaarschnitt, die modische Kleider längst aufgegeben hat und nur noch was praktisch oder kaschierend ist, kauft. Auf Zalando kann ich mit Filtern genau eingeben was ich suche und in welcher Qualität. Seit ich auf Zalando einkaufe, kaufe ich weniger, aber teurere Sachen.
    • Heb dä Latz! 07.01.2020 16:57
      Highlight Highlight Sie müssen ein Riesenpflock sein, so abschätzig über Schweizerinnen herzuziehen. Vielleicht sollten sie sich mal genauer umschauen und nicht alle Leute unter einen Hut werfen, gerade so wie es ihnen passt.
    • who cares? 08.01.2020 09:08
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass viele Schweizerinnen nicht so sind, wie ich sie beschrieben haben. Scheint aber die einzige Zielgruppe der Kleiderläden zu sein. Deswegen kaufen viele Schweizerinnen auf Zalando.
  • Meyer Andrej 07.01.2020 11:15
    Highlight Highlight Zalando, weder billig noch speziell. Noch nie das Verlangen verspürt, dort was zu bestellen.
  • Kiro Striked 07.01.2020 10:00
    Highlight Highlight Mir geht es beim Kleider Einkaufen leider so:

    Schweizer laden:
    Preisschild CHF 40.00
    Onlineladen des GLEICHEN Shops:
    Preis CHF 25.00
    Deutschland Gleicher Laden:
    Preisschild € 9.99
    Onlineladen Deutschland Gleicher Shop:
    Preis € 7.99

    Und solange sich dies nicht ändert, bin ich nicht gewillt für "Made in Asia" Kleidung so viel MEHR Geld auszugeben. Was ja das Meiste eh ist, egal wo gekauft. Wenns Lokal Produziert ist, mache ich eine Ausnahme.

    Zalando Nutze ich aber auch nicht, weil mich stört, dass die Preise in die Schweiz einfach verdoppelt werden (DE: 25€ Schweiz: CHF 50).
    • Meyer Andrej 07.01.2020 11:17
      Highlight Highlight Wenn Sie wüssten, wieviel bei Autoteilen abgezockt wird. Derendinger und co sind nicht konkurrenzfähig, ich weigere mich den Aktionären dieser. Uden ihre Rendite zu finanzieren. Autodoc.de mit Steuerrückerstattung bei montage und Rabattaktion 60% günstiger wie hier, lächerlich!
    • Moggerli 07.01.2020 11:18
      Highlight Highlight Keine Ahnung von Preisbildung und Kaufkraft?!
      Bei einem Online-Shop fällt halt viel Personal weg. Teure Mieten etc.
      Geh nach Deutschland verdienen, dann weisst du wovon ich spreche...
      Ich kauf lieber etwas weniger! Muss ja nicht 3x im Jahr eine neue Kleiderschrankfüllung her.
    • Kiro Striked 07.01.2020 13:38
      Highlight Highlight @Moggerli
      Ich verstehe mich sehr wohl mit Preisbildung und Kaufkraft. Billigste Importware wird hier auf 1500-5000% Marge verkauft. Verdienen tut die Frau im Laden dabei nicht mehr als 3500-3800 Franken im Monat. Profitieren tun die Tollen Manager, Aktionäre und Verwaltungsräte.

      Mein Lebenspartner lebt und Arbeitet in Norddeutschland... ich habe es bitzeli Ahnung von seinen Finanzen weil ich sein Budget mache. Er bekommt DEUTLICH mehr für das gleiche Geld. Einkauf in der Schweiz: CHF 120.- die Identischen Produkte in Deutschland CHF 35.- Ein Anstieg von 242,86% Ich finde das ist sehr Viel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nick Name 07.01.2020 09:43
    Highlight Highlight Ein Grund mehr, eines der wichtigsten Gebote deiner Garderobe zu wiederholen:

    Du sollst nicht bei Zalando kaufen.
    • Kalsarikännit 07.01.2020 09:58
      Highlight Highlight Und das weitaus wichtigerere Gebot:

      Du sollst nur kaufen, wenn Du wirklich was brauchst.

      Am besten für jedes neue Kleidungsstück ein gleiches, aber nicht mehr genutztes, in die Kleidersammlung bringen.
    • wee 07.01.2020 10:03
      Highlight Highlight Grund?
    • Xonic 07.01.2020 10:14
      Highlight Highlight Aus Gründen.
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