Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

In Affären verwickelter Fillon greift Staatschef Hollande scharf an



Der angeschlagene französische Präsidentschaftskandidat François Fillon hat gravierende Vorwürfe gegen Amtsinhaber François Hollande erhoben. Er beschuldigte ihn, hinter dem Durchsickern von Informationen über die gegen ihn laufenden Ermittlungen zu stecken.

Fillon sprach am Donnerstagabend im Sender France 2 von einem «schwarzen Kabinett» und forderte eine Untersuchung. Der Konservative steht wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Frau Penelope unter Druck. Hollande wies die Vorwürfe als «lügnerische Unterstellungen» zurück.

Die Justiz ermittelt gegen Fillon wegen des Verdachts, dass die Anstellung seiner Frau als parlamentarische Mitarbeiterin ein Scheinjob war. Die Wahlchancen des ursprünglich als Favorit gehandelten Konservativen haben sich infolge der Affäre deutlich verschlechtert.

Einen Monat vor dem ersten Wahlgang liegt er in den Umfragen auf dem dritten Platz hinter der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron. Fillon käme damit nicht in die entscheidende Stichwahl. Er selbst hatte das Vorgehen mehrfach als Instrumentalisierung der Justiz bezeichnet.

«Wer gibt ihnen diese Dokumente?»

«Es gibt Zeitungen, die Dokumente erhalten, die 48 Stunden zuvor bei Durchsuchungen etwa in meinem Büro in der Nationalversammlung beschlagnahmt wurden», sagte Fillon in dem Fernsehinterview. «Wer gibt ihnen diese Dokumente? Die Staatsdienste. Und glauben Sie, dass die Staatsdienste das tun, ohne von ihrer Hierarchie gedeckt zu werden?» Auf die Frage, ob dies seiner Ansicht nach mit Zustimmung der Politik oder der Justiz geschehe, sagte Fillon: «Ich werde viel weiter gehen. Ich werde den Präsidenten der Republik beschuldigen.»

Der 63-Jährige bezog sich daraufhin auf ein neues Buch investigativer Journalisten: Darin werde gezeigt, dass der Staatschef sich etwa für ihn interessante Abhörerkenntnisse an sein Büro schicken lasse. Das sei völlig illegal, sagte Fillon, der von einem «Staatsskandal» sprach. «Wir haben ein schwarzes Kabinett gesucht, wir haben das schwarze Kabinett gefunden.» Diese Vorwürfe müssten untersucht werden. Unter einem schwarzen Kabinett verstand man früher Orte, an denen Staatsbedienstete im Geheimen Post mitlasen.

«Instrumentalisierung»

Allerdings widersprach einer der Autoren des Buchs Fillons Aussagen. «Das haben wir nie geschrieben», sagte Didier Hassoux dem Sender Franceinfo. Der Einzige, der an die Existenz eines schwarzen Kabinetts im Élysée glaube, sei Fillon. Das Buch werde instrumentalisiert.

Der Sozialist Hollande widersprach Fillon in einer Erklärung des Élyséepalastes deutlich. «Die Exekutive hat sich seit (Hollandes Amtsantritt) 2012 (...) niemals in irgendein richterliches Verfahren eingemischt und hat stets strikt die Unabhängigkeit der Richterschaft respektiert.» Von Fillons Affären habe der Präsident aus der Presse erfahren. «Der einzige Skandal betrifft nicht den Staat, sondern eine Person, die sich vor der Justiz verantworten müssen wird.»

Einen Fehler räumte Fillon bei den teuren Anzügen ein, die ihm ein befreundeter Anwalt geschenkt hatte und die ihm ebenfalls Kritik eingebracht hatten. Er habe falsch entschieden, sagte Fillon: «Ich habe sie zurückgegeben.» (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen