Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Pedibus-Linien sollen den Schulweg für die Jüngsten sicherer machen



Pedibus-Linien sollen den Schulweg für jüngere Kinder sicherer machen: Mit ihren Schulfreunden und einer erwachsenen Begleitperson gehen die Kinder zu Fuss zur Schule. Pedibusse sind der Romandie und im Tessin beliebt, in der Deutschschweiz dagegen wenig verbreitet.

Ein roter Schulbus mit freundlichem Gesicht und Turnschuhen an Stelle der Räder wartet an der Strassenecke auf die Kinder. Die Zeichnung des lustigen Schulbusses auf einer Tafel markiert die Haltestelle einer sogenannten Pedibus-Linie.

Hier treffen sich morgens vor der Schule mehrere Kinder und warten, bis sie von ihren Schulkollegen und einer erwachsenen Begleitperson abgeholt werden. Dann geht die Gruppe gemeinsam zur Schule oder in den Kindergarten. Nach Schulschluss gehen die Kinder wieder mit einer Begleitperson nach Hause.

Die Idee dieser koordinierten Schulweg-Begleitung hatte ursprünglich ein Australier in den 1990er-Jahren entwickelt, wie auf der Homepage des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) zu erfahren ist. 1998 übernahmen einzelne Eltern in Lausanne das Konzept, im Jahr 2000 dann lancierte der VCS die Pedibus-Aktion für Kinder von vier bis acht Jahren in der Westschweiz.

Rund 200 Linien in Romandie

Die Idee stiess dort auf Begeisterung: Auf der Pedibus-Homepage sind derzeit rund 200 Linien in der Romandie verzeichnet. 45 Linien sind es im Tessin - aber nur 37 in der Deutschschweiz. Von den Deutschschweizer Linien befindet sich die grosse Mehrheit im Kanton Freiburg, wo Pedibusse allgemein sehr beliebt sind: 75 Linien gibt es laut der Freiburger Koordinationsstelle im ganzen Kanton.

Im Rest der Deutschschweiz sind auf der Homepage nur einzelne Linien verzeichnet: So etwa in Eschlikon TG, Zürich, Neudorf LU, Chur, Bellach SO oder Zwieselberg BE. Warum ist der Pedibus so erfolgreich in der lateinischen Schweiz, aber kaum bekannt östlich der Saane und nördlich des Gotthards?

Die Aktion stamme ursprünglich aus der Westschweiz und sei deshalb dort bekannter, mutmasst Marc Bächler, Mediensprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Auch Kathrin Marthaler, Kampagnenverantwortliche beim VCS, sagt, der Verein unterstütze den Pedibus in der Romandie und im Tessin seit Jahren.

In der Deutschschweiz werde das Projekt hingegen erst seit drei Jahren bekannt gemacht. Marthaler gibt zu bedenken, dass viele Linien aus Eigeninitiative der Eltern entstünden und nicht explizit auf der Homepage aufgeführt würden. Auch Bächler sagt, in der Deutschschweiz gebe es durchaus ähnlich organisierte Schulrouten - diese liefen aber nicht unter dem Namen Pedibus.

Schwierigkeit liegt beim Start

Marthaler glaubt, dass sich der Pedibus in der Deutschschweiz in den nächsten Jahren weiter verbreiten wird. Wegen der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) und vieler neuer Standorte von Kindergärten und Schulen seien viele Schulwege in der Deutschschweiz länger geworden. «Dies kann dazu führen, dass die Kinder vermehrt Strassen mit Tempo 50 und erhöhtem Verkehrsaufkommen überqueren müssen.»

Die Herausforderung liege darin, mit einem Pedibus zu beginnen. «Da müssen sich alle zusammenraufen. Es braucht einen gewissen Initialaufwand.» Wenn das aber geschafft sei, laufe der Pedibus sehr einfach, so Marthaler. Die Aktion werde meist von allen Beteiligten gut aufgenommen.

Jenen, die die Initiative ergreifen, wolle es der VCS einfach machen: Auf der Pedibus-Homepage wird Material zur Verfügung gestellt, zudem können Begleitpersonen bei der bfu eine kostenlose Unfall- und Haftpflichtversicherung abschliessen. Der VCS informiert direkt an Schulen über das Projekt. Immer im September wird zudem der «Internationale Tag zu Fuss zur Schule» durchgeführt.

Einfache Lösung

«Der Pedibus ist eine einfache Lösung, den Schulweg jüngerer Kinder sicher zu machen», glaubt Marthaler. Die Kinder könnten sich mit Hilfe des Pedibus rasch sicher und eigenständig bewegen, so dass sie später den Schulweg alleine zurücklegen könnten.

Auch für die Eltern biete der Pedibus Vorteile, wirbt der VCS: Sie könnten die Route selbst festlegen und sich bei der Begleitung der Kinder abwechseln. Zudem bewegten sich die Kinder, seien mit Freunden zusammen - und durch den Verzicht auf einen richtigen Schulbus oder ein «Eltern-Taxi» per Auto werde die Umwelt geschont. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen