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Internationaler Bahnverkehr auf Nord-Süd-Achse soll pünktlicher werden



Die SBB und die italienische Netzbetreiberin RFI wollen auf der Nord-Süd-Achse noch stärker zusammenarbeiten, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Dies erklärten sie in Arth-Goldau SZ. Zugleich soll das Angebot auf der Gotthard-Strecke angepasst werden.

Die SBB nutzte den Medienanlass ausserdem, um eine zweite Bilanz zum Gotthard-Basistunnel zu ziehen, der am 11. Dezember in Betrieb gegangen war. Im Personenverkehr habe sich die Nachfrage im Intercity- und Eurocityverkehr um rund 30 Prozent erhöht, teilte die SBB am Freitag mit. Allein über die Ostertage seien im Nord-Süd-Verkehr mehr als 46'000 Fahrgäste unterwegs gewesen.

In den kommenden Monaten soll das Angebot noch stärker an die Bedürfnisse der Fahrgäste angepasst werden. So ist laut SBB vorgesehen, eine frühe Direktverbindung ab Basel über Luzern ins Tessin am Vormittag vor 10 Uhr anzubieten.

Für den Pendlerverkehr aus dem Tessin in Richtung Deutschschweiz sollen am Sonntagabend ausserdem mehr Züge eingesetzt werden. Auch über häufigere Verbindungen nach Italien und über Mailand hinaus werde derzeit verhandelt.

Pünktlichkeit gestiegen

Von den 17'730 Zügen, welche von der Inbetriebnahme bis Ende April auf der Gotthardachse verkehrten, seien 99 Prozent regulär durch den Gotthard-Basistunnel gefahren. Nur 35 Personen- und 7 Güterzüge hätten aufgrund von Störungen über die Gotthard-Bergstrecke umgeleitet werden müssen, so die SBB.

Mit der Inbetriebnahme des Basistunnels sei auch die Pünktlichkeit im Personenverkehr auf der Nord-Süd-Achse verbessert worden - sie sei von 81.0 auf 87.5 Prozent gestiegen.

Pro Bahn Schweiz hatte noch im Februar kritisiert, dass es seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels viele Reklamationen über «gebrochene» Anschlüsse in Arth Goldau und Bellinzona gegeben habe.

Gütertransport: Noch Luft nach oben

Aktuell seien auf der Gotthardachse 170 Güterzüge unterwegs - die Auslastung der Trassenkapazität liegt laut SBB-Angaben erst bei 67 Prozent. Wenn der Ceneri-Basistunnel sowie der Vier-Meter-Korridor Ende 2020 fertiggestellt seien, könnten dann 260 Güterzüge mit einer Zuglänge bis 750 Metern pro Tag die Strecke passieren.

Um die Pünktlichkeit zu verbessern, werde eng mit der italienischen Netzbetreiberin RFI zusammengearbeitet, so die SBB. Voraussichtlich im Dezember soll die neue Verbindung Arcisate (I) - Stabio TI in Betrieb gehen. Mit dieser Bahnstrecke, deren Fertigstellung sich mehrmals verzögerte, sollen unter anderem zahlreiche Städte der Zentral- und Südschweiz besser an den internationalen Flughafen Mailand-Malpensa angebunden werden. (sda)

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