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Bundesrat Hans-Rudolf Merz 2009 im Nationalrat.
Bundesrat Hans-Rudolf Merz 2009 im Nationalrat.
Bild: KEYSTONE
Rückblick in Zitaten

Chronik eines sinnlosen Abwehrkampfs: «An diesem Bankgeheimnis werdet ihr euch noch die Zähne ausbeissen»

Jahrelang verteidigten Politik und Finanzbranche eisern das Schweizer Bankgeheimnis. Nun hat die Credit Suisse dafür in den USA einen hohen Preis bezahlt. Ein Rückblick in Zitaten.
20.05.2014, 16:5024.06.2014, 09:26
«Wer ist schon so naiv, das eigene Haus anzuzünden?»
Wirtschaftsminister Pascal Couchepin (FDP) 1998 zur Lockerung des Bankgeheimnisses
«Das Bankgeheimnis steckt quasi in unseren Genen.»
Finanzminister Kaspar Villiger (FDP) am 24. März 2000 in «Cash»
Bild: KEYSTONE
«Es kann nicht sein, dass das Bankgeheimnis für verbesserte Nudelexporte preisgegeben wird.»
SVP-Nationalrat Christoph Blocher am 29. November 2002 vor der AUNS zu den bilateralen Verträgen mit der EU
«Das Bankkundengeheimnis wird morgen besser geschützt sein, als es gestern war.»
Innenminister Pascal Couchepin (FDP) am 15. Mai 2004 in der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» zum Abkommen über die Zinsbesteuerung mit der EU
Bild: KEYSTONE
«Das Bankgeheimnis ist ein defensives Instrument, das die Schweiz vom allgemeinen Wettbewerb verschont, das uns fett, aber impotent macht.»
Bankier Hans J. Bär 2004 in seinen Memoiren
«An diesem Bankgeheimnis werdet ihr euch noch die Zähne ausbeissen.»
Finanzminister Hans-Rudolf Merz (FDP) am 19. März 2008 an die Adresse der EU
«Das Bankgeheimnis ist ein Asylrecht. Wir geben den Vorsorgevermögen von Europäern Asyl.»
Bankier Konrad Hummler am 23. März 2008 im Interview mit «Der Sonntag»
«Das Bankgeheimnis ist nicht bedroht, also muss es auch nicht gerettet werden.»
FDP-Präsident Fulvio Pelli am 23. Februar 2009 im Interview mit der «Aargauer Zeitung»
Bild: AP
«Als Junge in Appenzell war ich zur Fasnacht oft Indianer, der mit Stolz den grossen Federhut und ein Jutekleid trug.»
Finanzminister Hans-Rudolf Merz (FDP) am 25. Juni 2009 zur Drohung seines deutschen Amtskollegen Peer Steinbrück (SPD) mit der Kavallerie

Der Wendepunkt

Am 19. August 2009 einigen sich die Schweiz und die USA auf einen Vergleich. Die Grossbank UBS zahlt eine Busse von 780 Millionen Dollar und liefert den USA die Daten von 4450 Kunden. Das Bollwerk zur Verteidigung des Bankgeheimnisses ist eingestürzt.

«Es ist nicht im Interesse der Schweiz, dass wir ein Hafen für Steuerhinterzieher sind.»
Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) am 11. Februar 2010 im «Blick»
«Schon vor zehn Jahren zeichnete sich ab, dass die Politiker als nützliche Idioten herhielten.»
Ex-FDP-Päsident Franz Steinegger am 14. Juni 2010 in der «Schweizer Illustrierten» zum Kampf für das Bankgeheimnis
Bild: KEYSTONE
«Ich persönlich sage seit langem, dass das Bankgeheimnis, wie wir es vor zehn Jahren kannten, vorbei ist.»
UBS-Chef Sergio Ermotti am 31. Oktober 2012 im «Tages-Anzeiger»
«Ein solches Verhalten war in der Schweizer Bankenbranche üblich.»
Otto Bruderer, Teilhaber der Bank Wegelin, am 3. Dezember 2012 vor einem US-Gericht zum Thema Steuerflucht
«Es wird nicht machbar sein, ein internationales Konzept wie den automatischen Informationsaustausch in der Schweiz nicht anzuwenden.»
Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz am 18. Mai 2014 in der «NZZ am Sonntag» zum Bankgeheimnis im Inland
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