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Karim Benzema ist im Kader der Franzosen für die bevorstehende Europameisterschaft wieder dabei.
Karim Benzema ist im Kader der Franzosen für die bevorstehende Europameisterschaft wieder dabei.
Bild: keystone

Benzema ist nach 6 Jahren wieder dabei – der Weltmeister stellt sein EM-Kader vor

Nach der Sextape-Affäre mit Mathieu Valbuena im Jahr 2015 wurde Karim Benzema aus der französischen Nationalmannschaft verbannt. Wie Nationaltrainer Didier Deschamps gestern bekannt gab, wird der 33-Jährige an der EM nun überraschend sein Comeback geben.
19.05.2021, 13:1819.05.2021, 14:50

Karim Benzema hatte einen guten Tag, als er am 8. Oktober 2015 im französischen Trikot gegen Armenien auflief. Beim 4:0 erzielte er zwei Tore und gab eine Vorlage. Dennoch war dies sein bisher letztes Länderspiel. Nachdem der 33-Jährige in den Fall um eine Erpressung seines Nationalmannschaftskollegen Mathieu Valbuena verwickelt gewesen sein soll, wurde er von Didier Deschamps nicht mehr berücksichtigt. Der französische Nationaltrainer schloss ein Benzema-Comeback unter ihm noch im Oktober 2019 aus.

Da war die Welt zwischen Mathieu Valbuena (l.) und Karim Benzema noch in Ordnung.
Da war die Welt zwischen Mathieu Valbuena (l.) und Karim Benzema noch in Ordnung.
Bild: EPA/EFE FILE
Der Fall Karim Benzema
Im Jahr 2015 soll Karim Benzema in die Erpressung seines Nationalmannschaftskollegen Mathieu Valbuena involviert gewesen sein. Valbuena wurde mit der Veröffentlichung eines intimen Videos gedroht und Benzema soll ihn dazu gedrängt haben, den Geldforderungen der Erpresser nachzukommen.

Der 33-Jährige handelte angeblich im Auftrag eines Jugendfreundes, der Komplize der Erpresser gewesen sein soll. Im Januar 2021 liess die Staatsanwaltschaft verlauten, dass sich Benzema so wie vier weitere Verdächtige vor Gericht verantworten müssen.

Benzema bekundete seine Unschuld immer wieder, seit Valbuena die Vorwürfe öffentlich gemacht hatte. Keiner der beiden lief seither für die französische Nationalmannschaft auf. Bei Benzema dürfte sich das nun bald ändern.

Auch der Sohn algerischer Eltern selbst hielt ein Comeback lange Zeit nicht mehr für möglich. Nachdem er aus dem Kader für die Heim-EM 2016 gestrichen worden war, warf er Deschamps vor, sich dem Druck eines rassistischen Teils der französischen Gesellschaft gebeugt zu haben. Vor der WM 2018 sagte er zudem, dass er unter diesem Trainer keine Chance auf eine Rückkehr haben werde.

Die Karriere des Stürmers erlitt durch die Abwesenheit aus der «Équipe Tricolore» aber keinen Knick. Benzema feierte mit Real Madrid einen Erfolg nach dem anderen. Dabei war er neben Spielern wie Cristiano Ronaldo und Luka Modric sicherlich nicht die schillerndste Figur, aber dennoch einer der prägenden Akteure der erfolgreichsten Ära der Königlichen in der Neuzeit. «King Karim» gewann mit den «Blancos» viermal die Champions League und dreimal die spanische Meisterschaft.

Karim Benzema feiert nach dem Sieg gegen Atlético Madrid den Champions-League-Titel im Jahr 2016.
Karim Benzema feiert nach dem Sieg gegen Atlético Madrid den Champions-League-Titel im Jahr 2016.
Bild: AP/AP

Doch lange Zeit war egal, wie viele Tore der ehemalige Spieler von Olympique Lyon schoss und wie wichtig er für Real Madrid war. Didier Deschamps setzte im Sturm lieber auf Olivier Giroud und André-Pierre Gignac. Vielleicht ein Grund dafür, dass es im Final der Europameisterschaft 2016 trotz statistischer Überlegenheit nicht zum Sieg reichte.

Nach dem Erfolg an der WM 2018 kann man Deschamps kaum noch einen Vorwurf machen, doch Karim Benzema drängte sich mit seinen Leistungen bei Real Madrid weiter auf. In den letzten drei Saisons erzielte er in Liga und Champions League zusammen immer mindestens 25 Tore und war für Real Madrid in dieser Zeit unverzichtbar.

Nun kommt der Stürmer also sechs Jahre nach seinem Ausschluss doch zu seinem Comeback in der französischen Nationalmannschaft. Dafür sind laut Deschamps einige Schritte notwendig gewesen. Der 52-Jährige habe sich mit Benzema «getroffen und ausführlich mit ihm gesprochen». Nach langen Überlegungen habe er sich dann schliesslich dazu entschieden, den Spieler zu begnadigen und ihn für die EM zu nominieren.

Man darf wohl davon ausgehen, dass Karim Benzema ein fester Bestandteil der Pläne von Didier Deschamps für das bevorstehende Turnier sein wird. Denn sollte er den 33-Jährigen nur auf die Bank setzen wollen, hätte er sich das Ganze auch ersparen können. Frankreich will nach dem WM-Titel nun auch die EM gewinnen und dafür sollen neben Karim Benzema auch diese Spieler sorgen:

Torhüter:

Bild: keystone
  • Hugo Lloris, 35, Tottenham Hotspur
  • Mike Maignan, 25, OSC Lille
  • Steve Mandanda, 36, Olympique Marseille

Verteidiger:

Bild: keystone
  • Lucas Digne, 27, Everton
  • Léo Dubois, 26, Olympique Lyon
  • Lucas Hernández, 25, Bayern München
  • Presnel Kimpembe, 26, Paris Saint-Germain
Bild: keystone
  • Jules Koundé, 22, FC Sevilla
  • Clément Lenglet, 25, FC Barcelona
  • Benjamin Pavard, 25, Bayern München
  • Raphaël Varane, 28, Real Madrid
  • Kurt Zouma, 26, Chelsea

Mittelfeldspieler:

Bild: keystone
  • N'Golo Kanté, 30, Chelsea
  • Thomas Lemar, 25, Atlético Madrid
  • Paul Pogba, 28, Manchester United
  • Adrien Rabiot, 26, Juventus Turin
  • Moussa Sissoko, 31, Tottenham Hotspur
  • Corentin Tolisso, 26, Bayern München

Stürmer:

Bild: keystone
  • Wissam Ben Yedder, 30, AS Monaco
  • Karim Benzema, 33, Real Madrid
  • Kingsley Coman, 24, Bayern München
  • Ousmane Dembélé, 24, FC Barcelona
  • Olivier Giroud, 34, Chelsea
Bild: keystone
  • Antoine Griezmann, 30, FC Barcelona
  • Kylian Mbappé, 22, Paris Saint-Gérmain
  • Marcus Thuram, 23, Borussia Mönchengladbach
Frankreich feierte 2018 den Weltmeistertitel in Russland.
Frankreich feierte 2018 den Weltmeistertitel in Russland.
Bild: AP

(nih)

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