Mehrere Tote bei Anschlag mit zwei Fahrzeugbomben in Mogadischu

28.10.17, 23:40

Zwei Wochen nach einem verheerenden Bombenanschlag in Mogadischu sind am Samstag bei einem erneuten Doppelanschlag mehrere Menschen getötet worden. Zu der Tat bekannte sich die radikalislamische Shebab-Miliz.

Der Anschlag galt einem Hotel im Norden der somalischen Hauptstadt, in dem sich Regierungsvertreter aufhalten sollen. Nach Angaben eines Polizisten explodierten innerhalb kurzer Zeit ein Wagen vor dem Hotel «Nasa Hablod 2» und ein Kleinbus an einer nahe gelegenen Kreuzung.

Zudem seien Schüsse zu hören, sagte der Beamte. Er sprach von einem mutmasslichen «koordinierten Angriff». Mindestens zwei Angreifer sollen sich am Abend noch in dem Hotel verschanzt haben.

Die Zahl der Opfer war zunächst unklar. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf die Polizei von mindestens 14 Toten. Die Agentur AP meldete ebenfalls unter Berufung auf einen Polizisten von mindestens 23 Todesopfern und mehr als 30 Verletzten.

Unter den Toten waren ein ranghoher Polizeivertreter sowie ein ehemaliger Abgeordneter. Die meisten anderen Opfer seien Zivilisten, sagte ein Sicherheitsvertreter. Hotel und Umgebung sind seit dem Angriff abgeriegelt, der Einsatz dauerte an.

Die Shebab-Miliz reklamierten die Tat für sich. Ihre Kämpfer seien nach der Explosion in das Hotel eingedrungen, in dem sich «abtrünnige Regierungsvertreter» aufhielten, erklärten sie in ihrem Propaganda-Radio Andalus. Ihre Angaben liessen sich zunächst nicht überprüfen, da die Umgebung abgeriegelt war.

Ähnlicher Anschlag im Jahr 2016

«Nasa Hablod 2» ist ein Ableger des Hotels «Nasa Hablod», das im Juni 2016 Ziel eines Angriffs von Shebab-Kämpfern war, bei dem elf Menschen, darunter ein Regierungsvertreter, getötet wurden.

Er verlief ähnlich wie am Samstag: Zunächst sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem mit Sprengstoff geladenen Fahrzeug vor dem Hotel in die Luft, dann stürmten Bewaffnete das Hotel. Erst nach sieben Stunden beendeten Sondereinsatzkräfte den Angriff und erschossen drei der Angreifer.

Vor genau zwei Wochen waren bei einem Anschlag mit einem mit Sprengstoff präparierten Lastwagen vor einem Hotel in Mogadischu mindestens 358 Menschen getötet und knapp 300 weitere verletzt worden.

Zu dem folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des ostafrikanischen Landes bekannte sich bisher niemand. Die somalischen Behörden gehen jedoch davon aus, dass er ebenfalls von der Shebab verübt wurden.

Kampf für Gottesstaat

Die mit Al-Kaida verbündete Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats und hat sich den Sturz der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Regierung zum Ziel gesetzt.

Zwar hatten Truppen der Afrikanischen Union (AU) und der somalischen Armee die Shebab 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen sind aber weiterhin im Land aktiv.

Neben Angriffen auf somalische oder ausländische Militärstützpunkte verüben sie immer wieder auch Anschläge in Mogadischu. Rund 22'000 Soldaten der AU befinden sich zurzeit in Somalia, um die Zentralregierung militärisch zu unterstützen. (sda/afp/reu/ap)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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