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Trump will aus Abrüstungsvertrag mit Russland aussteigen – was du dazu wissen musst



Die US-Regierung will aus einem wichtigen Abrüstungsvertrag mit Russland aussteigen. Man werde den INF-Vertrag aufkündigen, sagte Trump am Samstag vor Journalisten in Nevada. In Moskau löste die Ankündigung scharfe Kritik aus.

President Donald Trump waves as he walks across the South Lawn, Saturday, Oct. 20, 2018, returning to the White House in Washington after attending a rally in Nevada. (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Trump am späten Samstagabend in Washington, nachdem er  aus Nevada zurückgekehrt ist. Bild: AP/AP

Um welchen Vertrag geht es genau?

Der INF-Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion aus dem Jahr 1987. Er verbietet beiden unter anderem den Bau und den Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern.Trump sagte, seine Regierung werde solche Waffen bauen, sollten Russland und auch China nicht einem neuen Abkommen dazu zustimmen.

Was wirft Trump den Russen vor?

Trump warf Moskau vor, gegen das Abkommen verstossen zu haben. Sein Nationaler Sicherheitsberater John Bolton brach am selben Tag nach Moskau auf, um mit der russischen Seite über das Thema zu reden.

Wie reagieren die Russen?

Aus dem russischen Aussenministerium verlautete, Washington habe schon lange an der Zerschlagung des Vertrags gearbeitet. «Und das absichtlich und Schritt für Schritt», zitierte die Agentur Interfax eine namentlich nicht genannte Quelle im Aussenamt in Moskau. Die USA versuchten, Verpflichtungen und Partnerschaften aufzugeben. «Das Hauptmotiv ist der Traum (der USA) von einer unipolaren Welt», wurde die Quelle zitiert. «Ob er wahr wird – nein!», erklärte er demnach weiter.

Auch russische Parlamentarier übten Kritik. Die USA hätten keine Beweise für Verstösse Russlands gegen den INF-Vetrag, sagte Franz Klinzewitsch, Mitglied des Föderationsrates. Allerdings sei die Entscheidung Trumps «nicht überraschend», zitierte ihn die Agentur Tass.«Man will uns, wie seinerzeit die Sowjetunion, in einen Rüstungswettlauf drängen», sagte der Verteidigungs- und Sicherheitsexperte. 

Gibt es eine Vorgeschichte?

Ja, die USA und Russland werfen sich seit längerem gegenseitig Verstösse gegen den INF-Vertrag vor. Die US-Regierung bezieht ihre Anschuldigungen auf neue russische Marschflugkörper mit dem Nato-Code SS-C-8 (Russisch: 9M729), die eine Reichweite von 2600 Kilometern haben sollen. Anfang des Monats machten die 28 Mitgliedsstaaten der Nato deswegen Druck auf Moskau und forderten Putins Regierung auf, glaubwürdige Angaben zu dem Raketensystem vorzulegen. Der russische Präsident Wladimir Putin behauptet im Gegenzug, von den Abschussrampen des Nato-Raketenschutzschirms in Rumänien könnten jederzeit auch atomar bestückte US-Marschflugkörper gestartet werden.

Wie geht es weiter?

Trumps Ankündigung dürfte für neue Spannungen zwischen den beiden Ländern sorgen. Trump gilt zwar als russlandfreundlich und hat Putin wiederholt gelobt. Seine Regierung verfolgt aber einen scharfen Kurs gegenüber dem Kreml und hat etwa wiederholt Sanktionen gegen Moskau verhängt. Die Abrüstungsverträge sind einer der Streitpunkte zwischen den beiden Militärmächten. Das ausgeklügelte System ist in die Jahre gekommen und braucht eine Erneuerung. Das jüngste und weitreichendste Abkommen, der New START-Vertrag von 2010, läuft 2020 aus. Den ABM-Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen haben die USA schon 2002 gekündigt. (sda/dpa)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Exodus 21.10.2018 16:45
    Highlight Highlight Neben den INF-Vertrag (Vertrag zur Abschaffung von atomwaffenfähigen Mittelstreckenraketen) zwischen USA und Russland und den weltweit gültigen NPT (Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen), wurde Mitte 2017 bei der UN-Generalversammlung den TPNW (Vertrag über das Verbot von Atomwaffen) angenommen.
    Der TPWN geht ein Schritt weiter, und sieht das kompletten Verbot von Atomwaffen vor.
    Die ICAN Switzerland sammelt zur Zeit Unterschriften damit auch die Schweiz diesen Vertrag unterzeichnet und ratifiziert:
    https://act.campax.org/petitions/atomwaffen-verbieten-humanitare-tradition-retten
    6 0 Melden
  • Fischra 21.10.2018 15:13
    Highlight Highlight Man muss ja jetzt ein wenig von den Saudis ablenken. Die Russen kaufen ja im Gegensatz zu den Saudis nicht im grossen Stil Waffensysteme bei den Amis ein. Für Geld tun die Burschen alles. 🤪
    13 0 Melden
  • Watcherson 21.10.2018 13:19
    Highlight Highlight Kalter Krieg 2.0
    23 1 Melden
  • Domino 21.10.2018 13:10
    Highlight Highlight Wenn Russland den Vertrag wirklich bricht, so ist es die beste möglichkeit öffentlichswirksam Druck auszuüben. Jedem halbwegs intelligenten Menschen sollte doch klar sein was Trump damit bezwecken will und das es ihm nicht darum geht ein Wettrüsten auszulösen.
    6 37 Melden
  • reconquista's creed 21.10.2018 12:14
    Highlight Highlight So langsam sollte es den letzten “Clinton ist eine Kriegstreiberin“-Plauderis einleuchten, dass sie auf eine politische Schlammkampagne hereingefallen sind.
    39 4 Melden
  • exeswiss 21.10.2018 12:03
    Highlight Highlight wie war das mit hillary bringt den 3. weltkrieg?
    50 5 Melden
    • Mike Minder 21.10.2018 12:15
      Highlight Highlight Wie war das mit Pest und Cholera?
      10 28 Melden
    • Echo der Zeit 21.10.2018 12:38
      Highlight Highlight Für die Zeugen Trumps hat Hillary den 3 Weltkrieg bereits ausgelöst - Trump versucht in jetzt einzudämmen.
      32 0 Melden
    • The Origin Gra 21.10.2018 13:18
      Highlight Highlight Nun, wenn Hillary den 3. Weltkrieg gebracht hätte, wäre es Hillarys schuld.

      Wenn Trump den 3. Welrkrieg bringt, ist es nicht seine Schuld 😁
      37 6 Melden
  • Butzdi 21.10.2018 11:36
    Highlight Highlight Wie immer muss man sich fragen: qui bono? Die Rüstungsindustrie. Wer ist auf den Spendenlisten der Rüstungsindustrie? Republikanische Parlamentarier und Republikanische Super PACs. Qed.
    48 4 Melden
    • DieFeuerlilie 21.10.2018 12:03
      Highlight Highlight *cui :)
      6 0 Melden
    • Heinz Nacht 21.10.2018 12:44
      Highlight Highlight Wie immer ist cui bono zwar grundsätzlich nicht eine schlechte Frage. Aber gleich wie in einer Ermittlung zu einem Verbrechen nicht jeder mit einem Motiv schuldig ist, beweist die Antwort auf diese Frage ausser einem möglichen Interesse nichts, erst recht keine Schuld oder Urheberschaft.
      12 1 Melden
    • swisskiss 21.10.2018 14:07
      Highlight Highlight Heinz Nacht: Selbstverständlich ist die Motivfrage "Cui bono" weder Beweis, noch Schuldeigeständnis. Aber wie in jeder Ermittlung üblich, wird die Motivlage zur Priorisierung der Ermittlung verwendet.

      Und das diese Vorgehensweise die Effizienteste ist, kann man statistisch belegen.

      Abgesehen davon, ist es kein Indiz, dass die Rüstungsindustrie einer der grössten Geldgeber der Reps ist. Siehe: https://www.opensecrets.org/

      Hier geht es auch nicht um "Schuld oder Urheberschaft" sondern dem komplett fehlenden moralischen Kompass, wenn es um Eigeninteressen geht.
      8 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 21.10.2018 11:34
    Highlight Highlight Ein Vertrag mit Putin-Russland macht tatsächlich keinen Sinn. Die halten eh nichts ein und tricksen, wo sie nur können!
    Aber ein Vertrag mit den Trump-USA macht ERST RECHT KEINEN SINN!
    Nun, jetzt haben ja beide Alpha-Männchen das, was sie sich wünschen: Freie Hand für einen militärisch geführten Rivalen- und Abnützungskampf um die Weltherrschaft!
    Die Welt schaut derweil entsetzt und angewidert hin und irgendwann ratlos und schulterzuckend weg,
    wie Kühe, die wiederkäuend zuschauen, wie zwei Bullen aufeinander los gehen, und die sich dann wieder ihrem Haupt-Interesse, dem Gras, zuwenden...
    19 5 Melden
  • Olmabrotwurst 21.10.2018 11:25
    Highlight Highlight Der Typ lebt wohl immernoch in den 80ern und die will er wieder zurück
    21 1 Melden
    • rodolofo 21.10.2018 14:20
      Highlight Highlight Alte Männer wollen es MEISTENS nochmals wissen! (Wenn die Midlife-Crisis überstanden und die Kinder aus dem Haus sind)
      Die Einen kaufen sich eine Harley Davidson und brausen los.
      Die Andern ziehen sich rote Hosen an und tanzen wild in der Barfuss-Disco, bis in den frühen Morgen hinein, oder wenigstens bis die Knie und die Hüften schmerzen.
      Und wieder Andere überdecken ihre Glatze mit einer Baldy-Man-Perücke und lassen sich zum Dekrete unterschreiben in ein ovales Büro wählen...
      22 5 Melden
    • Garp 21.10.2018 16:08
      Highlight Highlight Etwas einfältig, populistisch und undifferenziert dargestellt. Bernie Sanders ist auch ein alter Mann, Ghandi war es auch.
      4 1 Melden
  • Rim 21.10.2018 11:23
    Highlight Highlight Seit wann tut Trump was er sagt? Er sagt immer das, was ihm im Moment gerade nützlich erscheint. (er wollte wohl seinen Wählern "beweisen" , dass er keine Russenpuppe ist.) Er wird nie und nimmer tun, was er sagt. Seinen Wählern reicht, wenn er es sagt. Ihm auch.
    15 1 Melden
  • The Origin Gra 21.10.2018 10:43
    Highlight Highlight Danke Dir Donnie oh Grösste aller Friedenstauben 😡
    61 6 Melden
    • Gähn 21.10.2018 11:54
      Highlight Highlight "Hillary wäre viel schlimmer."
      "Mit Hillary wären wir schon lange im dritten Weltkrieg."
      Ja, ich erinnere mich auch noch an dieses dümmliche Geheule der Trumpisten.
      30 5 Melden
  • Moudi 21.10.2018 09:14
    Highlight Highlight Sanktionen gegen die Saudis? Fehlanzeige
    110 3 Melden
  • Roman Loosli 21.10.2018 08:40
    Highlight Highlight Eine starke und geeinte EU wäre wichtiger den je wenn man sich das Weltgeschehen anschaut. Die rechten in Europa sollten sich fragen auf welcher Seite sie stehen....
    88 17 Melden
    • Garp 21.10.2018 15:59
      Highlight Highlight Dieses Europa gibt es leider nicht, da geht es genau so nur um die Kohle.
      3 1 Melden
  • Pfützentreter 21.10.2018 08:37
    Highlight Highlight Ich vergesse ob diesen provozierenden Aussagen von Mr Tump immer wieder, dass es noch andere Menschen auf dem Planet gibt, welche eine Eskalation vermeiden. Immer wieder. So wie ich. Nehmen Sie sich ein Beispiel an mir, Mr Trump. Lassen Sie sich nicht so gehen, geben Sie sich und das Volk nicht auf, indem Sie mit Zerstörung drohen. Sie wissen: Eine detonierende Atombombe ist kein Angriff. Sie ist ein finales Schlusswort. Ohne Sieger.
    Russen: Schreiben Sie endlich Ihre spitzen Metallschnäbis korrekt an.
    34 4 Melden
  • Gähn 21.10.2018 07:59
    Highlight Highlight Und munter zerstört Trump weiter alles, was seine Vorgänger aufgebaut haben.
    Und dann gibt es immer noch effektiv Menschen, für die dieser Vollidiot der politische Messias ist.
    132 14 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 21.10.2018 11:36
      Highlight Highlight So nebenbei... eingeleitet hat dies Obama. Trump der Idiot macht da nur weiter...
      9 22 Melden

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