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Märkte: Europäische Börsen schliessen tiefrot



Anleger zittern weltweit: Nachdem sich der Crash an den chinesischen und europäischen Börsen an der Wall Street fortgesetzt hat, brachen in der Schweiz die Dämme. Der ohnehin schon schwache Schweizer Leitindex brach innert kürzester Zeit um weitere 300 Punkte ein.

Zeitweise gab der Leitindex um mehr als 7 Prozent nach. Schliesslich schloss der Swiss Market Index (SMI) bei 8468.89 Punkten um 3.75 Prozent im Minus. Auch andere europäische Börsen verzeichneten zu Handelsschluss deutliche Abgaben.

Der deutsche Dax rutschte bis Handelsschluss auf 9648 Zähler und damit weit unter die psychologisch wichtige Marke von 10'000 Punkten. Damit sind die seit Jahresanfang angehäuften Gewinne aufgezehrt. Der EuroStoxx50 verlor fast sechs Prozent.

Es wird befürchtet, dass es um die chinesische Wirtschaft deutlich schlechter bestellt ist als bisher angenommen. Das könnte auch das Wachstum der Weltwirtschaft bremsen.

In den USA trug zudem auch der fallende Ölpreis zu Kursrückgangen bei. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte lag kurz nach Handelsstart mit 15'536 Punkten fast sechs Prozent im Minus. Erstmals seit Februar rutschte er damit unter die 16'000er-Marke. Bis zum Handelsschluss in Europa grenzte der Dow-Jones-Index seine Verluste aber ein und lag nur noch 1.3 Prozent im Minus. Auch an der Technologiebörse Nasdaq erholten sich die Kurse.

Der breiter gefasste S&P-500 tendierte mit 1872 Zählern knapp fünf Prozent tiefer. Die Technologiebörse Nasdaq stand bei 4339 Punkten, ein Rückgang von fast acht Prozent. Unter die Räder kamen unter anderem die Aktien von Apple mit einem Minus von über acht Prozent. Bei der Grossbank JP Morgan ging es sechs Prozent nach unten.

Die Furcht vor einem heftigen Konjunktureinbruch in China hatte zu Wochenbeginn massive Schockwellen durch die Finanzmärkte gejagt. Anleger warfen weltweit Aktien im hohen Bogen aus ihren Depots. Auch an den Rohstoffmärkten brachen die Preise für Öl und Kupfer ein.

Enttäuschung über ausbleibende Geldspritzen

Begonnen hatte das Beben in der Nacht in China, wo der Shanghai-Composite 8.5 Prozent absackte. Die Entscheidung der Pekinger Regierung, Pensionsfonds erstmals Investitionen am Aktienmarkt zu gestatten, enttäuschte die Anleger. Börsianer hatten offenbar damit gerechnet, dass die chinesische Notenbank die Märkte mit neuen Geldspritzen stützen würde.

China galt bislang als einer der zukunftsträchtigsten Absatzmärkte weltweit. Ob deutsche Autobauer oder französische und Schweizer Luxusgüterhersteller - sie alle haben zuletzt vor allem auf die Chinesen als Konsumenten gesetzt. Entsprechend sind die Aktienkurse dieser Branchen seit Wochen auf Talfahrt. Denn schon seit Jahresbeginn häufen sich die Anzeichen für eine stärkere Abkühlung der chinesischen Wirtschaft.

Von den früher zweistelligen Wachstumsraten ist schon lange nichts mehr zu sehen. Für 2015 strebt die Regierung ein Plus von sieben Prozent an - es wäre der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert.

Stemmversuche

Die chinesische Zentralbank versucht sich mit aller Macht gegen den Abwärtstrend zu stemmen: So liess sie die Landeswährung Yuan kräftig abwerten, was chinesische Waren im Ausland billiger macht - und ausländische Waren in China teurer. Viele Anleger sahen darin einen weiteren Beleg, dass es um die nach den USA zweitgrössten Volkswirtschaft alles andere als gut bestellt ist.

Belastet wurden die Aktienbörsen in Europa neben den China-Sorgen auch durch einen wieder steigenden Euro-Kurs, der europäische Waren im Ausland verteuert. Grund dafür sind die Spekulationen auf eine Verschiebung der ersten Zinserhöhung in den USA seit der Finanzkrise 2007/08. «Die Risiken in China und die dadurch ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten sollten die Fed dazu bringen, einen Zinsschritt im September zu verschieben», erklärte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt.

Daher lösten viele Anleger ihre Wetten auf einen steigenden Dollar auf, was im Gegenzug den Euro in der Spitze auf 1.1711 Dollar trieb. Damit notierte die Gemeinschaftswährung Euro wieder auf dem Niveau von Mitte Januar. (sda/awp/dpa)

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