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Justiz: Solothurner Gerichtsschreiber und Oberrichter tätlich angegriffen

28.06.16, 12:36


Vor der Verhandlung gegen den Brandstifter der St.-Ursen-Kathedrale ist es am Dienstagmorgen im Solothurner Obergericht zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Sympathisant des Angeklagten griff einen Gerichtsschreiber und einen Oberrichter an.

Laut Angaben des Obergerichts wollte ein Gerichtsschreiber dem Sympathisanten des Brandstifters ein für ihn bestimmtes Schriftstück aushändigen. Der Mann nahm dieses jedoch nicht entgegen, sondern griff den Gerichtsschreiber tätlich an. Er schlug ihn mit der Faust ins Gesicht.

Danach eilte ein Oberrichter zu Hilfe. Zusammen mit weiteren Mitarbeitern des Obergerichts konnte der Mann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Er befindet sich nun in Haft.

Der Gerichtsschreiber und der Oberrichter wurden zur Untersuchung ins Spital gebracht. Während der Gerichtsschreiber am Kopf verletzt wurde, trug der Oberrichter Biss- und Kratzwunden davon.

Die Verhandlung wurde auf einen späteren, noch nicht festgelegten Zeitpunkt verschoben. Der Vorfall spielte sich eine halbe Stunde vor Verhandlungsbeginn ab, hatte mit der Verhandlung gegen den Brandstifter selber nichts zu tun, teilte das Obergericht mit.

Der heute 66-jährige Urheber des Brandanschlages auf die St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn vom Januar 2011 war im Dezember letzten Jahres wegen fehlender Kooperation bei der Therapie vom Amtsgericht Solothurn-Lebern verwahrt worden. Heute hätte das Solothurner Obergericht als zweite Instanz über die Verwahrung befinden sollen.

Der Mann hatte am 4. Januar 2011 in der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn über den Altar und den darunter liegenden Teppich rund 20 Liter Benzin geschüttet. Das dabei entstandene Gemisch aus Luft und Benzin zündete er mit einer Kerze an. Verletzt wurde niemand. Beim Brandanschlag entstand ein Sachschaden von 3.5 Millionen Franken.

Davor wollte er im März 2009 beim Bahnhof Olten-Hammer SO mit einer selber gebauten Metallvorrichtung einen Zug entgleisen lassen. Im Juli 2010 hatte er im Gotthardtunnel mit einer selbstgebastelten «Bombenweste» die Zugspassagiere erschreckt. (sda)

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