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epa08203578 Dortmund's Jadon Sancho reacts during the German Bundesliga soccer match between Bayer Leverkusen and Borussia Dortmund at BayArena in Leverkusen, Germany, 08 February 2020.  EPA/SASCHA STEINBACH CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Bild: EPA

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Warum Jadon Sancho (statistisch) bereits besser als Messi und Ronaldo ist

Borussia Dortmunds Angreifer feiert seinen 20. Geburtstag – und gehört schon zu den besten Fussballern der Welt. t-online.de blickt tief in die Statistiken – und zeigt, welche Superstars er bereits hinter sich lässt.

Dominik Sliskovic / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Jadon Sancho ist Leistungsträger bei Borussia Dortmund, Nationalspieler Englands und einer der heiss umworbensten Fussballer Europas – und ab sofort kein Teenager mehr. Der Offensivallrounder des BVB feiert am heutigen 25. März seinen 20. Geburtstag. Der gebürtige Londoner benötigte keine drei Jahre, um sich von einem unbekannten U18-Talent bei Manchester City zu einem der besten und vielseitigsten Kicker, den die Bundesliga je gesehen hat, zu entwickeln.

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Kostproben von Jadon Sancho. Video: YouTube/Borussia Dortmund

Obwohl Sanchos Vertrag beim schwarz-gelben Ruhrgebietsklub noch bis zum Sommer 2022 datiert ist, reissen sich die Top-Klubs um seine Dienste. Sollte der Sport nach der Corona-Krise wieder zur Normalität zurückkehren, stehen mit Real Madrid, Manchester United, Paris Saint-Germain, dem FC Chelsea und Deutschlands Rekordmeister Bayern München nahezu alle Schwergewichte des Fussballs in den Startlöchern, Sancho von einem Wechsel zu ihnen zu überzeugen. Und dafür gegebenenfalls weitaus mehr als die 130 Millionen Euro zu zahlen, die laut dem Portal «Transfermarkt» seinem aktuellen Marktwert entsprechen.

Bereits ein Blick auf die nackten Zahlen macht Sanchos herausragende Klasse deutlich: Seit Sommer 2017 ist er für die Profis des BVB in 90 Pflichtspielen zum Einsatz gekommen, konnte 31 Treffer selbst markieren und weitere 42 direkt vorbereiten. Das bedeutet: Sancho benötigt im Schnitt 1.23 Partien pro Torbeteiligung. Eine galaktische Quote.

epa08185064 Dortmund's Jadon Sancho celebrates after scoring during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and 1. FC Union Berlin in Dortmund, Germany, 01 February 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Genau, 42 Assists hat Sancho bereits auf seinem Bundesliga-Konto. Bild: EPA

Sanchos Flexibilität erinnert an Arjen Robben

Doch auch wie – beziehungsweise von welcher Position aus – diese Torbeteiligungen entstehen, ist bemerkenswert. Sancho führt den Ball am liebsten an seinem starken rechten Fuss, während er die Seitenlinie in Richtung Tor hochsprintet. Am komfortabelsten (mit dem Innenspann) kann er dies als rechter Flügelstürmer. Doch ähnlich wie Arjen Robben liegt Sancho das inverse Spiel: Als Linksaussen eingesetzt zieht er mit dem rechten Aussenspann und massig Tempo ins Zentrum des Spielfelds und verursacht so Unordnung in den gegnerischen Abwehrreihen – und Raum für torgefährliche Abschlusssituationen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Sancho 30 seiner 90 BVB-Auftritte als linker Flügelstürmer hatte. Seine Bilanz auf dieser Position: 11 Treffer, 15 direkte Torvorlagen. Im Schnitt 1.15 Spiele pro Torbeteiligung – und somit besser als seine Quote als Rechtsaussen (1.24).

Solche Statistiken führen zwangsläufig zum Blick in die Glaskugel: Ist Sancho bereits bald ein Anwärter auf den Ballon d'Or? Geniesst die Bundesliga gerade die Zauberkünste eines baldigen Weltfussballers? Gut möglich. Ist Sancho auf dem Weg der Nachfolger von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zu werden? Schaut man auf die Zahlen, kann man antworten: Ja – denn der Engländer ist auf einem sehr guten Weg, eine der grössten Figuren seiner Sportart zu werden.

Statistisch gesehen ist Sancho bereits besser als Messi und Ronaldo

Lionel Messi, 32, sechsfacher Weltfussballer, vierfacher Champions-League-Sieger, feierte im Oktober 2004 im Alter von gerade einmal 17 Jahren sein Debüt für den FC Barcelona. Die Katalanen bauten «La Pulga» – der Floh, wie Messi aufgrund seiner geringen Körpergrosse von nur 1.70 Metern genannt wird – langsam und behutsam auf. 2007, im Alter von 20 Jahren, stand Messi bei 70 Pflichtspieleinsätzen, 26 Treffern und acht direkten Torvorlagen für die «Blaugrana». Das entspricht einer Quote von 2.06 Spielen pro Torbeteiligung. Dass der Argentinier aktuell bei galaktischen 627 Treffern und 261 Assists in 718 Pflichtspielen für Barça stehen würde, wurde sich damals allerhöchstens heimlich erträumt.

Sporting's Cristiano Ronaldo (R) chases a unidentified  Manchester United player during a  friendly match at the inauguration of a new Sporting Stadium

Cristiano Ronaldo während seiner Zeit bei Sporting Lissabon. Bild: EPA LUSA

Ähnlich sieht es mit dem anderen Charakter aus, der den Weltfussball in den vergangenen zwei Jahrzehnten dominiert hat: Cristiano Ronaldo, 35. Der Portugiese feierte im September 2002 als 17-Jähriger sein Profidebüt bei Sporting Lissabon. Bereits im folgenden Sommer wechselte er zu Manchester United – und setzte sich im Team von Coach Sir Alex Ferguson direkt durch. Mit 20 Jahren hatte Ronaldo bereits 121 Pflichtspiele absolviert. Bilanz: 20 Tore, 20 Torvorlagen. Quote: 3.03 Spiele pro Torbeteiligung – und damit weit entfernt von Sanchos Marke. Perfektionist Ronaldo hat in den vergangenen 15 Jahren beinahe alles dafür getan, sich stetig zu steigern. Sein Lohn: 836 Pflichtspiele, 626 Tore, 215 Assists für Sporting, ManUtd, Real Madrid und Juventus Turin – und wie Messi Titel über Titel.

Sanchos grösste Konkurrenz? Ein Weltmeister und ein DFB-Nationalspieler

Doch es gibt einen Spieler, dem Sancho trotz seiner brutalen Effizienz nicht das Wasser reichen kann. Ein Franzose, der nur ein wenig älter ist als er: Kylian Mbappé. Der Marktwert des 21-jährigen gilt mit taxierten 200 Millionen Euro als der höchste der Fussballwelt, zudem ist sein Trophäenschrank im Gegensatz zu Sanchos bereits üppig bestückt: Die AS Monaco schoss er als 18-Jähriger mit 15 Treffern (und weiteren elf Vorlagen) 2017 zur Meisterschaft, die er sich in den folgenden zwei Jahren mit seinem aktuellen Klub Paris Saint-Germain erneut sicherte. Höhepunkt bisher: Der WM-Titel mit Frankreich 2018 – als Stammspieler.

epaselect epa06891526 Kylian Mbappe of France reacts with the trophy after winning the FIFA World Cup 2018 final between France and Croatia in Moscow, Russia, 15 July 2018.

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA   EDITORIAL USE ONLY

Kylian Mbappé darf sich bereits Weltmeister nennen. Bild: EPA/EPA

Auch Mbappés statistische Zahlen sind aus einer eigenen Liga. Bis Sommer 2019 machte der Stürmer 147 Pflichtspiele, erzielte dabei 87 Tore und bereitete weitere 48 direkt vor. Seine Quote? 1.09 Spiele pro Torbeteiligung.

Will Sancho sich in naher Zukunft den Weltfussballertitel schnappen, muss er zunächst Mbappé ausstechen – und hoffen, dass ein gleichaltriger Deutscher sie beide nicht schon sehr bald übertrumpft. Die Rede ist von Bayer Leverkusens Jahrhunderttalent Kai Havertz. Stehen Mbappé und Sancho für das offensive Feuerwerk früherer Titelträger wie Ronaldo und (Cristiano) Ronaldo, verkörpert Havertz das filigrane, schöne, strategisch weitsichtige Spiel eines Zinédine Zidane. Der deutsche Nationalspieler fühlt sich – wie früher «Zizou» –auf der Zehnerposition am wohlsten, kann jedoch ebenso als Sechser oder den Achter-Halbpositionen agieren und so das Spiel aus jedem Winkel des Feldes heraus dirigieren. Dazu ist seine Torquote für einen Mittelfeldspieler beachtlich: 38 Treffer in 139 Pfichtspielen.

Ob es schlussendlich Sancho, Mbappé oder Havertz sein wird, der die Post-Messi/Ronaldo-Ära am stärksten prägt – schaut man auf dieses Trio und das geballte Talent, scheint aber klar: Die Zukunft des Fussballs ist gesichert.

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