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Der Kampf ums Replay-TV geht in die nächste Runde – das Ergebnis könnte dir nicht gefallen

Die TV-Sender lob­by­ie­ren weiter, um das Replay-TV einzuschränken. Der Konsumentenschutz kritisiert den neusten Angriff. Diese Woche könnte eine Vorentscheidung fallen.
22.10.2018, 14:5023.10.2018, 10:23

Die TV-Sender haben einen erneuten Angriff auf das Replay-TV lanciert. Laut «NZZ am Sonntag» wird die Rechtskommission des Nationalrates diese Woche über einen Antrag der TV-Sender beraten, der das zeitversetzte Fernsehen einschränken und verteuern könnte. Gemäss dem Antrag dürften TV-Verbreiter wie Swisscom, UPC oder Sunrise zwar noch zeitversetztes Fernsehen anbieten. Dies jedoch «nur noch mit der Zustimmung und unter den Bedingungen der TV-Sender».

Die Zeitung zitiert aus einem Schreiben der Stiftung für Konsumentenschutz an die Rechtskommission des Nationalrates. Die SKS zeigt sich darin besorgt: «Die TV-Sender könnten so die Art und Weise definieren, wie das zeitversetzte Fernsehen genutzt wird», warnt Konsumentenschützerin Sara Stalder. Sie glaubt, dass die TV-Sender das Überspulen der Werbeblöcke künftig verbieten und von Swisscom und Co. höhere Urheberrechts-Abgaben verlangen werden. Die TV-Sender würden diese Mehrkosten teils an die Konsumenten überwälzen, was zu noch teureren TV-Abos führe.

Zu befürchten sei zudem, dass sich die kleineren und bislang günstigeren Streaming-TV-Anbieter wie Zattoo, Teleboy und Wilmaa die Replay-Funktion unter den neuen Bedingungen nicht mehr leisten könnten und gegenüber Grosskonzernen wie Swisscom, UPC und Sunrise benachteiligt wären.

TV-Sender wiegeln ab

Die Anliegen der Sender werden durch die Interessengemeinschaft Radio und Fernsehen (IRF) vertreten. Im ausführlichen Interview mit watson widerspricht Geschäftsführerin Andrea Werder der Stiftung für Konsumentenschutz: «Die Konsumenten sollen nicht mehr bezahlen. Sie bezahlen bereits viel Geld für die Bundle-Angebote der TV-Anbieter.» Und weiter: «Es soll kein Spulverbot geben. Die TV-Sender wollen das Replay auch nicht abschaffen.» Mit der Gesetzesrevision werde lediglich angestrebt, dass die Sender direkt mit den TV-Verbreitern wie Swisscom, Sunrise oder UPC über das Replay verhandeln dürfen, wie es überall in Europa üblich sei. Die Sender hätten «ein grosses Interesse» an dieser Funktion, da Replay das Fernsehen attraktiver mache. 

Die TV-Sender argumentieren, heute würden nur die TV-Verbreiter von der beliebten Replay-Funktion profitieren. Der Vorwurf: Swisscom und Co. verdienen sich mit den Replay-Inhalten der TV-Sender eine goldene Nase. Gleichzeitig sei die Existenz der TV-Sender – und damit die Medienvielfalt – bedroht, da die Spulfunktion die Werbeeinnahmen schmälere.

Replay-TV ist ein Wachstumsmarkt, von dem laut Interessengemeinschaft Radio und Fernsehen primär die TV-Verbreiter profitieren. Die TV-Sender erhielten «nur minimale Beträge, obwohl es die Sender sind, die die Programme produzieren».

Der zweite Angriff der TV-Sender in diesem Jahr

Die Fernsehsender starteten zuletzt im Juli einen Versuch, per Gesetzesrevision die TV-Anbieter an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die Fernmeldekommission des Nationalrates hatte im Sommer überraschend einem Vorschlag zugestimmt, ­der für Replay-Angebote eine Zustimmung der Fernsehstationen verlangte. Nach einer Protestwelle kippte die Kommission die umstrittene Regelung wieder.

Ende September hat das Bundesverwaltungsgericht den TV-Sendern das Recht abgesprochen, direkt mit den TV-Verbreitern über die Höhe der Entschädigung für die Urheberrechte des Replay-TV zu verhandeln. 23 regionale und private Fernsehsender hatten eine Beschwerde gegen die ihrer Meinung zu geringe Entschädigung eingelegt. Die TV-Sender prüfen nun den Weiterzug ans Bundesgericht. Das letzte Wort in Sachen Replay ist somit noch längst nicht gesprochen.

(oli)

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