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Mehr als 40 Tote bei Selbstmordanschlag nahe Al-Bab in Syrien

24.02.17, 11:52

Bei einem Selbstmordanschlag nahe der nordsyrischen Stadt Al-Bab sind am Freitag mindestens 42 Menschen getötet worden. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren die meisten der Opfer Rebellenkämpfer.

Protürkische Rebellen hatten am Donnerstag die Einnahme von Al-Bab und die Zurückdrängung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verkündet.

Weniger als 24 Stunden nach der «Niederlage» der IS-Kämpfer in Al-Bab habe sich ein Attentäter in Susian acht Kilometer nordöstlich der Stadt mit einem Fahrzeug in die Luft gesprengt, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Der Anschlag richtete sich demnach gegen zwei nebeneinander liegende Kommandoposten der Rebellen, die dabei zerstört wurden.

Nachdem zunächst von 29 Todesopfern die Rede gewesen war, sprach die Beobachtungsstelle später von mindestens 42 Toten und dutzenden Verletzten. Einige von ihnen schwebten den Angaben zufolge in Lebensgefahr, weshalb die Opferzahl noch weiter steigen könnte.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Rahman machte den IS dafür verantwortlich.

Weiter IS-Kämpfer in Al-Bab

Die türkische Armee und verbündete syrische Rebellen hatten die IS-Hochburg Al-Bab, die 25 Kilometer südlich der türkischen Grenze in der Provinz Aleppo liegt, über Wochen belagert. Die Dschihadisten leisteten jedoch heftigen Widerstand, so dass die Offensive lange kaum Fortschritte machte. Am Donnerstag verkündeten die Rebellen dann aber die Einnahme der gesamten Stadt.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle befanden sich zunächst aber weiter IS-Kämpfer in Al-Bab. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Freie Syrische Armee (FSA) habe mit Unterstützung türkischer Truppen das Stadtzentrum eingenommen. Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isi sagte, die Rebellen übten eine «fast vollständige Kontrolle» über die Stadt aus.

Die vollständige Verdrängung aus Al-Bab wäre ein schwerer Rückschlag für die Extremistengruppe, die auch in ihrer letzten irakischen Hochburg Mossul unter Beschuss steht. Die IS-Dschihadisten sind in Syrien auch im Osten der Provinz Aleppo präsent und kontrollieren weiter Raka - ihre informelle Hauptstadt.

Angriffe am Stadtrand von Aleppo

Bei Angriffen der syrischen Luftwaffe am Stadtrand der Grossstadt Aleppo wurden unterdessen mehr als 30 Rebellenkämpfer getötet, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Die Regierungstruppen hatten die zweitgrösste syrische Stadt im Dezember nach monatelangen Kämpfen zurückerobert. Die Aufständischen hielten aber einige Stellungen am westlichen Stadtrand von Aleppo, vor allem im Vorort Raschidin.

Seit Mittwoch hatten es in der Gegend Gefechte und Beschuss gegeben. Am Donnerstag flog die syrische Luftwaffe dann in Raschidin und andere westlichen Vororten Luftangriffe mit mindestens 32 Toten, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Wie Rahman sagte, nutzten die Regierungstruppen Raketenangriffe der Rebellen als «Vorwand», um die Aufständischen zu bombardieren und sie aus den Vororten zu vertreiben. (sda/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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