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Bild: Disney
Interview

Marvel-Star Tom Hiddleston: Warum er seine Rolle auch nach über 10 Jahren noch liebt

08.06.2021, 21:1109.06.2021, 08:48

Am 9. Juni startet auf Disney Plus die neue Marvel-Serie «Loki». Damit rückt einer der beliebtesten Nebencharaktere des MCU endlich in den Mittelpunkt. Was die Fans erwartet und wieso es Tom Hiddleston nach über zehn Jahren noch immer Spass macht, den Gott des Unfugs zu spielen, erklärt er im Interview.

Wie haben Sie reagiert, als man Sie gefragt hat, ob Sie Lust haben, eine «Loki»-Serie zu machen?
Tom Hiddleston: Es war so aufregend. Ich erinnere mich, dass ich nach der Veröffentlichung von «Infinity War» ein Gespräch mit allen bei den Marvel Studios hatte. Wir steckten einfach unsere Köpfe zusammen und überlegten: Okay, ich habe sechs Filme als Loki gemacht. Und diese Filme sind die Thor-Saga. Sie handeln alle von Lokis Verbindung zu Thor, seiner Verbindung zu seiner Familie. Wohin gehen wir jetzt? Was haben wir nicht gemacht? Was ist neu? Was ist originell? Das war ein sehr inspirierendes Gespräch. Ich erinnere mich, dass ich es mit dem Gedanken verliess, dass dies sehr, sehr neu sein wird, weil der Charakter so viel Breite und so viel Tiefe hat. Das war das Geschenk für mich als Schauspieler. Loki ist fast diese endlos faszinierende Trickkiste, in dem Moment, in dem man glaubt, ihn zu kennen, offenbart er etwas anderes.

Was wollen Sie den Fans denn Neues über ihn vermitteln?
Für alle da draussen, die Loki lieben, ist das der Typ, den man kennt: Er ist immer noch der Gott des Unheils. Aber das hier hebt ihn auf eine ganz neue Ebene. Wir wollten etwas schaffen, das Licht und Schatten, Tiefe und Struktur enthält. Ich hoffe, dass die Fans und das Publikum die gleiche Aufregung, die gleiche Leidenschaft und das gleiche Gefühl der Möglichkeiten verspüren wie wir alle, als wir die Serie gemacht haben. Für uns war es eine wirklich einzigartige Erfahrung. In der kreativen Mischung steckte so viel Leidenschaft und so viel Energie. Ich hoffe, die Fans können diese Energie spüren und dass die Dinge, die sie an Loki lieben, alle vorhanden sind.

Was wird nötig sein, damit Loki das Gefühl hat, nicht mehr in Thors Schatten zu stehen?
Loki muss sich weiterentwickeln. Der Zyklus war: Loki wird vertraut, er betrügt, er wird zum Bösewicht, er lernt wieder zu vertrauen, er wird verraten, er wird erneut vertrauensvoll, man kann ihm wieder vertrauen, dann verrät er oder fühlt sich verraten. Es ist einfach dieser endlose Kreislauf von Vertrauen, Verrat und Widerstand. Die Figur singt im Grunde immer und immer wieder dasselbe Lied. Er ist gefangen in einem Rad der Wiederholung, einem Zwang, denselben Schaden, dieselbe Geschichte zu wiederholen. Nun brechen wir aus diesem Muster aus. Wir befreien ihn aus dieser Falle. In dieser Geschichte zeigen wir, dass er sich ändern kann, dass er wachsen kann.

Welche neuen Aspekte hat Drehbuchautorin Kate Herron Ihrer Figur hinzugefügt?
Ihr liegen die Charaktere wirklich sehr am Herzen. Das Zentrum ihrer Idee ist, dass es in der Serie um Selbsterkenntnis geht, und dass Loki und seine Freunde sich ihrer selbst bewusster werden. Und durch diese seelische Reise haben sie die Möglichkeit sich zu verändern, und diese Veränderung beginnt damit, dass man sich eingesteht wer man ist, dass man seine Fehler anerkennt, dass man seine Vergangenheit anerkennt und seinen Frieden damit schliesst. Und dann kann man sich tatsächlich vorwärts bewegen. Mit einer Figur wie Loki sind diese Themen allerdings ein wenig aussergewöhnlich. Dafür hat Kate eine Welt erschaffen, in der Loki und die anderen alle Dinge sehr intensiv empfinden und der Einsatz für sie sehr hoch ist.

Warum macht es Ihnen nach all den Jahren noch immer Spass, die Figur Loki weiterzuerforschen?
Ich habe festgestellt, dass ich, nachdem ich Loki so lange gespielt habe, immer eine Zuneigung für ihn und seine Verletzlichkeit empfunden habe. Aber mir war stets bewusst, dass Loki in den ersten zehn Jahren des MCU eine Rolle zu spielen hatte und das war die des Bösewichts. Dann musste ich ihn plötzlich als Antihelden spielen. Nun kann ich herausfinden, ob es wirklich möglich ist, aus dem Muster auszubrechen, ihn zu verändern, ohne seine besten Eigenschaften aufzugeben. Wir versuchen hinter all seine Verteidigungswälle zu kommen: der Wall seines Charismas, der Wall, dass er die Leute auf Abstand hält. Ich denke, das ist der wirklich interessanter Kern einer Idee innerhalb der Geschichte. Ist Loki fähig, sich zu ändern oder steht er sich selbst im Weg? Werden andere Menschen ihm diese Veränderung erlauben? Und wenn er sich ändern kann: Wohin wird ihn dies führen? Es war für mich also wirklich aufregend, eine Balance zu finden zwischen dem Respekt vor dem, was schon da war, und der Erfindung von etwas Neuem.

Mit «Loki» gibt Owen Wilson seinen Einstand im MCU. Wie war es, mit ihm zu arbeiten?
Wir haben uns schon sehr früh verstanden. Er ist ein sehr vielschichtiger Schauspieler und hat einiges in die Figur investiert. Ich denke, dass die Zuschauer Owen so noch nie gesehen haben. Er hat eine natürliche Intelligenz und Neugierde auf die Welt, die ihm sehr eigen ist. All das bringt er in seine Figur Mobius ein: Der TVA-Agent kann locker und freundlich sein, lustig und neugierig, aber er kann auch sehr intensiv werden.

Loki und TVA-Agent Mobius.
Loki und TVA-Agent Mobius.
Bild: Disney

Was will die Time Variance Authority (TVA) überhaupt von Loki?
Die TVA ist eine Organisation, die den Lauf der Zeit einordnet und überwacht. Sie wissen, was in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft passiert, wenn sie in einer geraden Zeitlinie verläuft. Tust du nun etwas, das davon abweicht oder sogar einen alternativen Zweig der Realität erschafft, wirst du in die TVA geschleppt und wegen Verbrechen gegen die Zeitlinie angeklagt. Du sitzt dann im Grunde in einem Zeitgefängnis. Es wird niemanden überraschen, dass Loki einer dieser Zeitverbrecher ist. Er hat den Bogen überspannt. Er hat zu viele seiner Beschränkungen gebrochen.

Wie würden Sie «Loki» von der Tonalität her beschreiben?
Ich denke, Lokis Charakter hat diese aussergewöhnliche Bandbreite: Er ist lustig, leichtherzig und witzig. Er hat immer einen guten Spruch auf Lager, er ist schliesslich der Gott des Unfugs. Aber wir wissen auch, dass Loki ein sehr sensibles, beschädigtes, gebrochenes Herz hat, mit der Fähigkeit Emotionen in einer Intensität zu fühlen, wie kaum jemand sonst. Er begibt sich an Orte, die einige der intensivsten Erfahrungen des Lebens erforschen, die mit Einsamkeit, Trauer, Wut und Verlust zu tun haben. Und so wollten wir, dass der Ton der ganzen Serie all das beinhaltet: Sie soll Spass machen und von Unfug durchdrungen sein. Sie soll aber auch ein Gefühl von emotionaler Breite und Tiefe vermitteln.

Der Trailer:

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Transparenzhinweis: Dieses Interview erscheint exklusiv auf watson. watson konnte Tom Hiddleston nicht selbst befragen, daher wurden das Interview von Disney geführt und danach von watson überarbeitet.

(pls)

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