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epa06234550 (FILE) - Former German Chancellor Gerhard Schroeder attends the extraordinary federal party conference of the Social Democratic Party (SPD) at the Westfalenhalle in Dortmund, Germany, 25 June 2017 (reissued 29 September 2017). Schroeder was elected chairman of the board of Russian state-owned oil company Rosneft on 29 September 2017.  EPA/SASCHA STEINBACH

Ex-Kanzler Gerhard Schröder geht zu Rosneft. Bild: EPA/EPA

Schröder goes Russia – Ex-Kanzler wird Verwaltungsrats-Chef des grössten Ölkonzerns

Die russische Führung setzt auf Gerhard Schröder: Der deutsche Ex-Kanzler und Freund von Wladimir Putin arbeitet schon bei Gazprom, nun wird auf einen Spitzenposten bei Rosneft gewählt. Seine erste Äusserung danach: Er fordert eine Lockerung der Russland-Sanktionen.

29.09.17, 17:19 29.09.17, 18:02


Schröder zieht trotz andauernder Kritik in die Führung des grössten russischen Ölkonzerns Rosneft ein. Der 73-Jährige wurde am Freitag in St.Petersburg auf Vorschlag der russischen Regierung erst in den Verwaltungsrat gewählt und übernahm dann dessen Leitung.

Vor Journalisten trat der ehemalige SPD-Politiker für eine Lockerung der Russland-Sanktionen ein. Rosneft ist selbst von den Strafen der EU betroffen, verhängt im Herbst 2014 wegen des verdeckten russischen Militäreinsatzes in der Ostukraine. Das Ausscheren aus der EU-Politik hat dem Ex-Kanzler viel Kritik eingetragen.

Die Agentur Tass zitierte Schröder mit den Worten, wenn es Fortschritte in der Ostukraine gebe, müsse man über Erleichterungen reden. Verschärfungen der Sanktionen im Energiesektor lägen nicht an der EU, sondern an den USA.

Ausbau des Europageschäfts

Schröder gilt seit Regierungszeiten als Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin und arbeitet seit seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt 2005 für den Gaskonzern Gazprom. Bei der Aktionärsversammlung lobte Rosneft-Chef Igor Setschin ihn als angesehenen europäischen Politiker. Schröder solle helfen, das Europa-Geschäft des Konzerns auszubauen.

Weiterer Deutscher im Verwaltungsrat ist Matthias Warnig, ein früherer Offizier der DDR-Staatssicherheit, der wie Schröder für Gazproms Ostseepipeline-Projekte Nord Stream arbeitet. Deutschland sei am Ausbau der Leitungen interessiert, sagte Schröder.

Polen, die baltischen Staaten und das Gastransitland Ukraine kritisieren, dass zur ersten Doppelröhre noch eine zweite gebaut werden soll. Auch die EU hat Bedenken, weil die Abhängigkeit von russischem Gas wachse.

Kritik aus der CDU

Der CDU-Aussenpolitiker Norbert Röttgen griff Schröder wegen seines Engagements für Rosneft an. «Dass er sich dafür hergibt, ist zutiefst kritikwürdig», sagte Röttgen im ZDF-«Morgenmagazin». Rosneft sei ein «zentraler Baustein im Machtsystem» Putins.

Ein Beamter hätte sich die Illoyalität gegenüber der EU nicht leisten dürfen, sagte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Berliner Justizsenator Thomas Heilmann. Bei Bundeskanzlern gebe es eine Gesetzeslücke.

Er forderte eine Gesetzesänderung, um die staatliche Versorgung aberkennen zu können. Trotz seiner Tätigkeiten in der Wirtschaft erhält der Altkanzler in diesem Jahr 561'000 Euro aus der Staatskasse für ein Büro in Berlin.

Demonstrationen

Der kommende Rosneft-Job hatte dem Altkanzler und seiner Partei schon im Bundestagswahlkampf Kritik eingetragen. Auch der SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz setzte sich von Schröder ab, konnte den Altkanzler aber nicht umstimmen. Am Freitag demonstrierten mehrere Aktivisten vor dem Brandenburger Tor gegen Schröders Tätigkeit in Russland.

Es sei viel diskutiert worden, ob er den Posten annehmen solle oder nicht, sagte Schröder in St.Petersburg. Aber er trete die Aufgabe gerne an und werde seine politische und wirtschaftliche Erfahrung für das Wohl der Firma einsetzen.

In früheren Äusserungen hatte Schröder die Berufung zu Rosneft damit gerechtfertigt, dass er so zu einer sicheren Energieversorgung für Deutschland beitragen könne. Im Übrigen sei die Annahme des Postens seine Privatsache.

Der staatlich kontrollierte Konzern Rosneft ist für Deutschland ein Grosslieferant von Erdöl und hält Anteile an drei Raffinerien. Das Geschäftsgebaren des Unternehmens unter Setschin gilt als rüde. Der Kreml nutzt Energiefirmen wie Gazprom oder Rosneft auch als verlängerte Arme seiner Aussenpolitik. (dwi/sda/dpa)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pilajos 30.09.2017 14:14
    Highlight Schröder geht "krampfen" und Pastoren-
    tochter Merkel wird später nach Kalkutta
    gehen. Tut Busse!
    3 1 Melden
  • Juliet Bravo 30.09.2017 01:17
    Highlight Gerhard Schröder ist für mich eine einzige riesige Enttäuschung. Kann es nicht anders sagen.
    Damals im 1998 habe ich mich noch richtig gefreut über den Sieg und Rot-Grün in Deutschland.
    11 7 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 30.09.2017 11:06
      Highlight Warum?
      5 6 Melden
    • Juliet Bravo 30.09.2017 14:35
      Highlight Wieso ich mich damals gefreut habe oder warum er für mich eine Riesenenttäuschung ist?
      3 1 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 30.09.2017 17:31
      Highlight Warum die Entäuschung
      4 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasch 30.09.2017 00:37
    Highlight Goldkettchen Gerd...
    7 1 Melden
  • Don Sinner 29.09.2017 23:44
    Highlight Riecht nach Verrat an seiner Politik. Merke: Bleib flexibel im Leben, pass dich an und schau für dich. Denn du bist nur ein Tier im Dschungel.
    14 5 Melden
    • Spooky 30.09.2017 00:41
      Highlight @Don K. Sinna

      Da hat einer etwas begriffen.
      3 1 Melden
    • Makatitom 30.09.2017 01:34
      Highlight Bereits die Agenda 2010 war ein Verrat an der sozialdemokratischen Politik. Schröder ist nichts weiter als ein Cüpli-Sozi. Kurz nach seiner Amtszeit als Kanzler hatte er ja bereits einen "Beratungsvertrag" bei Gazprom
      13 0 Melden
  • 45rpm 29.09.2017 22:39
    Highlight diese etwas ältere Parodie bringts schön auf den Punkt ;)
    8 0 Melden
  • Raphael Stein 29.09.2017 22:29
    Highlight Passend dazu eine Auslegung der Sichtweise:

    1 1 Melden
  • G. Schmidt 29.09.2017 22:19
    Highlight Wenn es um die Kohle geht wird selbst der Sozi zum Diktatorenfreund!

    14 13 Melden
    • Neruda 30.09.2017 02:44
      Highlight Schröder war doch gar nie ein Sozi, sonst hätte die Agenda 2010 ganz anders ausgesehen.
      6 1 Melden
    • redeye70 30.09.2017 07:45
      Highlight Dabei merkt Schröder nicht einmal, dass auch er nur eine Figur auf dem Schachbrett Putins ist. Wäre er nicht deutscher Ex-Bundeskanzler, hätte Putin nicht das geringste Interesse an ihm. Alles Teil des Plans des grössten zeitgenössischen Strategen. Das muss man Vladi lassen, intellektuell ist er allen überlegen.
      5 3 Melden
  • Spooky 29.09.2017 19:56
    Highlight Gibt es hier noch einen Linken im Saal? 😂
    7 19 Melden
    • rodolofo 29.09.2017 21:19
      Highlight Ja, Du bist doch ein Linker!
      Hast Du jedenfalls mal so gesagt...
      14 2 Melden
    • Spooky 29.09.2017 22:09
      Highlight "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern."
      7 6 Melden
    • Juliet Bravo 30.09.2017 01:26
      Highlight Ja klar!👋☺️
      4 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lorenz Killerlux 29.09.2017 19:01
    Highlight Davei war der mal ein Grüner - ja mit Geld kannst du jeden kaufen!
    12 14 Melden
    • henkos 29.09.2017 22:02
      Highlight Schröder war schon immer SPD.
      12 0 Melden
  • Siebenstein 29.09.2017 18:31
    Highlight Schröder war, ist und bleibt wohl leider auch einfach geldgeil!
    62 11 Melden
  • dmark 29.09.2017 18:11
    Highlight Ich mochte ihn zwar nicht sonderlich als Kanzler, aber finde es in Ordnung, wie er seinen Weg geht und die Freundschaft zu Russland hochhält. Da können die anderen Politiker noch so zetern und Loyalität zur EU fordern. Und wenn ich so an Merkel denke, wäre er mir heutzutage dennoch lieber als sie.
    26 61 Melden
    • Fabio74 29.09.2017 19:52
      Highlight die Freundschaft wohl eher zum Geld... alles andere ist wohl eher nebensächlich
      30 18 Melden
    • SemperFi 29.09.2017 20:07
      Highlight Und so uneigennützig der Mann. Bewundernswert, was der für die deutsch-russische Freundschaft alles auf sich nimmt.
      25 7 Melden
    • dä dingsbums 29.09.2017 20:59
      Highlight Er könnte genau so gut in Deutschen Verwaltungsräten Kohle machen. Am Geld allein liegts wohl nicht.

      Vielleicht mag er einfach Russland (und natürlich auch das Geld).
      13 4 Melden
  • Bijouxly 29.09.2017 18:06
    Highlight Also wie man dagegen protestieren kann, ist mir schleierhaft. Gegen die Altkanzler-Rente ja klar. Aber der kann doch sonst machen, was er will, macht ja kein Geheimnis draus und hat auch keine Funktion in der Regierung Deutschlands mehr inne.
    20 27 Melden
  • N. Y. P. D. 29.09.2017 17:48
    Highlight Der 73-Jährige wurde auf Vorschlag der russischen Regierung erst in den Verwaltungsrat gewählt und übernahm dann dessen Leitung.

    Aaaaahaaaaa, auf Vorschlag. Dachte schon, dass die Regierung brutal ihre Interessen durchsetzt. Aber ein Vorschlag ist sehr schön. Der Verwaltungsrat kann so bei Kaffee und Kuchen die verschiedenen Kandidatendossiers sichten. Danach wird der Fähigste auserkoren. Wie im Ponyhof also.
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