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Lausanne's Assistant coach John Fust gestures behind his players forward Cory Conacher #71, of Canada, forward Tim Bozon #94, forward Ronalds Kenins, 2nd right, and forward Robin Leone, right, during a National League regular season game of the Swiss Championship between Lausanne HC and SC Rapperswil-Jona Lakers, at the Vaudoise Arena in Lausanne, Switzerland, Friday, February 12, 2021. The game is played behind closed doors due to the coronavirus COVID-19 pandemic. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

John Fust (2.v.l.) war bisher Assistenztrainer beim HC Lausanne. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Lausanne und sein folgsamer «Pizza-Trainer»

Eigentlich wollte Lausannes Manager Petr Svoboda John Fust bereits während des verlorenen Viertelfinals gegen die ZSC Lions vom Assistenten zum Cheftrainer befördern. Aber das schien ihm dann doch etwas gar abenteuerlich. Aber warum nicht John Fust als Cheftrainer für nächste Saison?



Die Szene ist verbürgt. Sie spielt noch während der Virus-Krise. Als in den Beizen nicht uneingeschränkt serviert werden darf. Also: Unter anderem sitzen Petr Svoboda, Cheftrainer Craig Mac Tavish, Assistent John Fust, Scout Kevin Ryan und mehrere Spieler am Tisch. Kurz vor Mittag unterbricht der Chef die Besprechung. Es sei Zeit, Essen zu gehen. Er wird belehrt, dass eine gemeinsame Mahlzeit wegen der Covid-Einschränkungen in der Beiz nicht möglich sei. Petr Svoboda sagt, dann müsse man halt Pizza holen und schaut John Fust an. Ohne Worte kapiert der kanadisch-schweizerische Doppelbürger, nickt und holt Pizza für die ganze Runde.

Petr Svoboda kümmert sich in Lausanne um alles, auch sportlich, und pflegt ab und an, nach dem Warmlaufen dem Cheftrainer noch Anweisungen zur Mannschaftsaufstellung durchzugeben. Da sind Coaches mit einer eigenen Meinung – wie letzte Saison der grosse Craig Mac Tavish – ein Ärgernis. Im «System Svoboda» ist einer wie John Fust, der intuitiv die Wünsche seines obersten Chefs erahnt und sogleich in die Tat umsetzt die viel, viel bessere Lösung. John Fust, der gehorsame «Pizza-Coach».

Petr Svoboda, directeur des operations hockey du Lausanne Hockey Club, parle lors d'une conference de presse du Lausanne Hockey Club, LHC, a la vaudoise arena le mercredi 27 mai 2020 a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Lausannes sportlicher Leiter: Petr Svoboda. Bild: KEYSTONE

John Fust ist natürlich nicht bloss ein «Pizza-Kurier». Ihn auf diese Funktion zu reduzieren wäre eine arglistige Beleidigung. Er weiss viel über Hockey, er kann Schweizer Hockey. Er war als Spieler Aufstiegsheld in Herisau (1997) und in Langnau (1998) und bewährte sich in 299 Partien (154 Punkte) in der höchsten Liga bei Langnau und Ambri. Als Coach bescherte er den Langnauern im Frühjahr 2011 die ersten NL-Playoffs. Und er ging Nationaltrainer Sean Simpson 2010 bei der WM als Assistent zur Hand und arbeitete zwei Jahre lang (2014 bis 2016) als U 20-Nationaltrainer. Seit vier Jahren dient er in Lausanne.

Aber in erster Linie ist John Fust mit seinem nordamerikanischen Hierarchie-Gehorsam der perfekte Mann für den Trainerposten im «System Svoboda». Anders als der grosse Craig Mac Tavish wird es John Fust nicht wagen, eine andere sportliche Meinung zu vertreten als der oberste Chef.

Da Petr Svoboda auch an der juristischen Front viel Arbeit hat – es stehen nicht nur mit Craig Mac Tavish Auseinandersetzungen an – wird ihm in den kommenden Monaten sowieso die Zeit für lange Erklärungen fehlen. Unter diesen Voraussetzungen ist ein Coach, der keine Fragen stellt, die Wünsche sogar erahnt und ausführt, die bestmögliche Lösung.

Lausannes Cheftrainer Craig MacTavish reagiert im zweiten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC am Donnerstag 15. April 2021, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Craig MacTavish wurde nach dem Playoff-Aus gegen die ZSC Lions entlassen. Bild: keystone

Ob John Fust ein grosser Trainer sein kann? Lausanne hat nach wie vor das Potenzial, um die Meisterschaft zu gewinnen. Aber Lausanne braucht einen grossen Trainer, um dieses Potenzial zum ersten Titel seiner Geschichte umsetzen zu können.

Lausanne ist für nächste Saison kein Meisterschafts-Favorit.

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