Astronomie
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epa07186049 An undated handout artist's impression made available by NASA shows an illustration of NASA's InSight lander probing the 'Inner Space' of Mars. NASA will try to safely set a new spacecraft on Mars on 26 November 2018. The InSight, a lander dedicated to studying the deep interior of the planet, is the first mission ever to do so.  EPA/NASA/ HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Darstellung der Marssonde mit ihren Instrumenten. Das Seismometer befindet sich unter der Kuppel vorn links. Bild: EPA/NASA

So klingt ein Marsbeben: Nasa-Sonde «InSight» zeichnet seismisches Signal auf



Das Seismometer der Mars-Sonde «Insight» hat wohl erstmals ein Beben des Roten Planeten aufgezeichnet. Das schwache Signal wurde am 6. April und damit am 128. Tag des Roboters auf dem Planeten aufgezeichnet.

Das aufgenommene Zittern scheine eher aus dem Innern des Mars zu kommen als von Kräften auf seiner Oberfläche wie Wind zu stammen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag (Ortszeit) mit. Forschende der ETH Zürich, die das Seismometer massgeblich mit entwickelt haben und an der Auswertung der Daten beteiligt sind, deuten die Erschütterungen daher als mögliches Marsbeben, wie die ETH am Mittwoch mitteilte.

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«First Likely Marsquake Heard by NASA's InSight.» Video: YouTube/NASA Jet Propulsion Laboratory

Experten sprechen von einem Meilenstein, der die seismische Aktivität des Mars bestätige. «Wir haben bisher Hintergrundgeräusche gesammelt, doch dieses Ereignis markiert offiziell den Beginn eines neuen Forschungsfeldes: Der Erdbebenkunde des Mars!», sagte «Insight»-Experte Bruce Banerdt.

«Wir haben seit Monaten auf ein Signal wie dieses gewartet», freute sich Philippe Lognonne, ein Erdbebenspezialist am französischen Physikinstitut Institut de Physique du Globe de Paris (IPGP). «Es ist so aufregend, endlich einen Beweis zu haben, dass der Mars immer noch seismisch aktiv ist.»

This photo provided by NASA Jet Propulsion Laboratory, shows the new Mars lander placing a quake monitor on the planet’s dusty red surface.  The unprecedented milestone occurred less than a month after Mars InSight’s touchdown. InSight’s robotic arm removed the seismometer from the spacecraft deck and set it directly on the ground Wednesday, Dec. 19, 2018 to monitor Mars quakes.(NASA Jet Propulsion Laboratory via AP)

Das Seismometer der Marssonde. Bild: AP/NASA Jet Propulsion Laboratory

This photo made available by NASA on Tuesday, April 23, 2019 shows the InSight lander's domed wind and thermal shield which covers a seismometer on the 110th Martian day, or sol, of the mission. On Tuesday, the space agency announced the instrument picked up a gentle rumble, believed to be the first marsquake ever detected. (NASA/JPL-Caltech via AP)

Eine Art Kuppel schützt das Instrument vor äusseren Einflüssen. Bild: AP/NASA/JPL-Caltech

Ähnlichkeit mit Mondbeben

Überraschend an den aufgezeichneten Signalen ist, dass Marsbeben eher Mond- als Erdbeben zu ähneln scheinen, schrieb die ETH. «Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Kruste des Mars eher ähnlich wie die Erdkruste ist», liess sich Simon Stähler von der ETH zitieren, der am neuen Marsbebendienst der Hochschule beteiligt ist.

Die Erdkruste besteht aus verfestigtem Gestein, die Mondkruste ist hingegen aufgrund fortlaufender Meteoriteneinschläge stark zerklüftet. «Dass die Wellenform der Marsbeben den Mondbeben ähneln, gibt uns erstmals ein Bild darüber, wie die Marskruste im Inneren aufgebaut ist, während wir bisher nur von aussen drauf schauen konnten», so Stähler.

Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll «Insight» für mindestens zwei Jahre das Innere des Mars erforschen und dabei vor allem mehr über dessen Aufbau und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. «Insight» («Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport») ist ein 360 Kilogramm schwerer Roboter, der nicht rollt, sondern an einem Ort bleibt. Im Dezember hatten zwei Sensoren der Sonde laut Nasa Geräusche von Winden auf dem Roten Planeten eingefangen. Die «Insight»-Mission kostet rund 650 Millionen Euro.

(sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • just sayin' 24.04.2019 11:31
    Highlight Highlight für mich hört sich das eher nach einem vorbeiflug eines raumschiffs an

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  • Chriguchris 24.04.2019 11:14
    Highlight Highlight Ich fühl mich immer wie ein kleiner Junge wenn ich solche Artikel lese und hoffe, dass vielleicht irgendwann kleine grüne oder graue Männchen gefunden werden^^
    • gügschh 24.04.2019 12:50
      Highlight Highlight Sie werden eher uns finden....

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