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Palästinensischer Demonstrant bei Protesten in Gaza erschossen



Ein palästinensischer Demonstrant ist bei Zusammenstössen mit israelischen Soldaten an der Grenze des Gazastreifens erschossen worden. Die tödlichen Schüsse seien von einem israelischen Soldaten abgegeben worden, teilten die palästinensischen Behörden mit.

Mindestens neun Palästinenser wurden verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Mehrere tausend Palästinenser versammelten sich am Freitag zu Massenprotesten an der Grenze des Gazstreifens zu Israel. Nach palästinensischen Medienberichten kamen mehr als 20'000 Menschen zum «Marsch der Rückkehr».

Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein «Recht auf Rückkehr» für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

Israel warnt

Die israelische Armee sprach von Protesten an sechs verschiedenen Orten im Gazastreifen. Palästinenser würden brennende Reifen in Richtung der israelischen Soldaten rollen und Steine werfen, hiess es in einer Mitteilung.

Die Soldaten würden gezielt auf Anstifter schiessen. «Die Hamas-Terrororganisation gefährdet das Leben von Zivilisten», schrieb die Armee. Sie sei verantwortlich für die gewaltsamen Proteste.

«Wir betonen, dass dieser Marsch friedlich ist», hatte zuvor das führende Hamas-Mitglied Chalil al-Haja gesagt. Deswegen würden auch Frauen und Kinder an den Protesten teilnehmen. Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hatte 2007 die Macht in dem Küstengebiet an sich gerissen.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman warnte die Menschen vor einer Annäherung an den Grenzzaun. «Jeder, der sich dem Zaun nähert, riskiert sein Leben», schrieb Lieberman auf Twitter auf Arabisch. Die Armee hatte nach einem Bericht der israelischen Nachrichtenseite «ynet» bereits vor den Protesten mehr als 100 Scharfschützen in der Nähe der Grenze postiert.

Palästinensischer Bauer erschossen

In der Nacht zum Freitag war ein Palästinenser nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza von israelischen Soldaten erschossen worden. Ein zweiter wurde verletzt.

Die israelische Armee teilte mit, ein Panzer habe in der Nacht das Feuer auf zwei Verdächtige eröffnet, die sich im südlichen Teil des Küstengebietes dem Sicherheitszaun genähert hätten. Nach palästinensischen Angaben handelt es sich bei den beiden um Bauern, die auf ihrem Land nahe der israelischen Grenze gearbeitet hatten.

Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700 000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden. (sda/dpa/afp)

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