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Luganos grosse Versuchung, Julien Vauclair zum Sportchef zu machen

Sportdirektor Roland Habisreutinger muss gehen. Lernt die grosse Präsidentin Vicky Mantegazza von Ambri und macht Luganos grösste Spielerpersönlichkeit zum Sportchef?



Ambris Renaissance hängt mit einer ganz besonderen Personalentscheidung zusammen: Präsident Filippo Lombardi hat seinen Kabinen-Leitwolf Paolo Duca im Frühjahr 2017 direkt zum Sportchef befördert. Obwohl der Captain erst 36 war. Der charismatische Sportchef steht heute für die Wiederauferstehung des wahren Ambri und für eine kluge Personalpolitik.

Soeben hat der Verwaltungsrat des HC Lugano Sportdirektor Roland Habisreutinger seines Amtes enthoben. Der kluge Opportunist hat sich seit 2009 – also zehn Jahre lang (!) – im Amt gehalten. Obwohl er das grosse sportliche Ziel (der nächste Titel nach 2006) nicht erreicht bzw. in zwei Finals gegen den SC Bern (2016) und die ZSC Lions (2018) knapp verpasst hat. Und ständiger medialer Kritik ausgesetzt war.

Die Praesidentin des HC Lugano, Vicky Mantegazza, links, und dem Team Sportdirektor, Roland Habisreutinger, informieren an der heutigen Pressekonferenz zur sofortigen Freistellung des Headcoachs Patrick Fischer und seines Assistenten Peter Andersson am Donnerstag, 22. Oktober 2015, in Lugano. Der Tessiner HC Lugano ist NLA-Tabellenletzter und bleibt mit fuenf Siegen aus den ersten 15 Runden deutlich unter den Erwartungen. (KEYTONE/Gabriele Putzu)

Seine Zeit ist abgelaufen: Roland Habisreutinger neben der mächtigen Lugano-Präsidentin Vicky Mantegazza. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Bei aller durchaus berechtigen Kritik an seinen Entscheidungen, seiner Wahl der Trainer und des ausländischen Personals, geht er doch als einer der grossen Sportchefs in die Geschichte unseres Eishockeys ein. Wer sich in Lugano als Deutschschweizer im Amt halten kann, ist ein grosser Hockeypolitiker. Die grossen Parteien müssten ihn eigentlich im Mandat als Berater einstellen.

Wer wird sein Nachfolger? Vicky Mantegazza ist eine kluge Präsidentin mit einem sicheren Gespür für die Vorgänge in der Kabine und die Befindlichkeiten im Umfeld ihres HC Lugano. Sie könnte in Versuchung geraten, Julien Vauclair zum Sportchef zu machen.

Ein profunder Kenner des HC Lugano mit lateinischer Seele pflegte bei Roland Habisreutingers Vertragsverlängerungen mit Julien Vauclair 2013, 2015 und 2018 jeweils zu scherzen: «Oh, jetzt hat der Roli seinen Job schon wieder gesichert. Grande Roli!».

Lugano's player Julien Vauclair  left, fights for the puck with Servette's player Daniel Winnik, right, during the preliminary round game of National League Swiss Championship 2018/19 between HC Lugano and HC Geneve Servette, at the Corner Arena in Lugano, Switzerland, Sunday, February 17, 2019. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Vauclair am Puck: ein paar Jahre zu früh in der NHL. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Julien Vauclair hat in den letzten Jahren durchblicken lassen, dass er sich vorstellen könnte, einmal Sportchef zu werden. Roland Habisreutinger wusste also: Solange der Vauclair spielt, kommt niemand in Versuchung, den Verteidiger zum Sportchef zu machen, und ich bleibe im Amt.

Aber nun ist es so weit. Julien Vauclairs Vertrag läuft aus. Er ist eine der ganz grossen Spielerpersönlichkeiten unseres Eishockeys. 1999 und 2006 Verteidigungsminister in Luganos Meisterteams, 2013 WM-Silberheld und im WM-Allstar-Team.

Sein Pech: Er kam ein paar Jahre zu früh. Sonst hätte er eine grosse NHL-Karriere gemacht. Aber als er sein Nordamerika-Abenteuer machte (2001 bis 2004), waren helvetische Verteidiger noch nicht en vogue. Es reichte nur für ein einziges NHL-Spiel bei Ottawa. Es hat jedoch bei weitem für eine grandiose Karriere in unserem Hockey mit mehr als 1000 Meisterschaftspartien und über 150 Länderspielen gereicht.

Julien Vauclair, 19jaehriger Verteidiger des HC Lugano, aufgenommen 1997. Vauclair wurde beim Entry-Draft der National Hockey League (NHL) von den Ottawa Senators im dritten Durchgang als Nummer 74, als 18. Europaeer, gezogen. Bei der Verteilung der hoffnungsvollsten Junioren unter den NHL-Klubs ist erst einmal ein Schweizer frueher gedraftet worden als der Jurassier. Im Vorjahr hatten sich die Edmonton Oilers schon im ersten Durchgang fuer den Seelaender Michel Riesen entschieden. Stunden nach Vauclair wurde mit Adrian Wichser noch ein zweiter Schweizer gezogen. Die Florida Panthers sicherten sich in der neunten Draftrunde (Nummer 231) die Rechte am Winterthurer Adrian Wichser vom EHC Kloten. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Julien Vauclair im zarten Alter von 19. Bild: KEYSTONE

Der Jurassier aus einer grossen Hockey-Familie (auch seine Brüder Tristan und Geoffrey machten Karriere in der höchsten Liga) ist nicht nur ein charismatischer Spieler. Oft wird vergessen, dass er in Lugano auch ein hoch angesehener, kluger Kabinen-Diplomat und Kabinen-Politiker ist. Sozusagen ein Thomas Borer des Eishockeys. Aber ohne Frauengeschichten.

Am 2. Oktober wird Julien Vauclair 40 Jahre alt. Er hat diese Saison in 44 Qualifikationspartien noch immer 10 Punkte produziert. Aber die Zeit des Rücktritts ist eigentlich gekommen.

Warum also nicht, so wie Paolo Duca, gleich im Büro des Sportchefs Platz nehmen? Er wäre der perfekte Sportchef. Hoch angesehen im helvetischen Hockey, bestens vernetzt in der Hockeywelt und eine Respektsperson in der Tessiner Operetten-Medienwelt. Roland Habisreutinger hat immer wieder polarisiert und Polemik ausgelöst. Vor Julien Vauclair würden sich die Chronistinnen und Chronisten verneigen.

Es gibt keinen Grund, warum der grosse Verteidiger nicht Luganos Antwort auf Paolo Duca werden und Luganos sportliche Ehre wieder in vollem Glanz erstrahlen lassen kann.

Und anders als in Ambri wird es ja am Geld nicht fehlen. Julien Vauclair könnte mit einer vollen «Transfer-Kriegskasse» unser Hockey aufmischen.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sergei Makarov #24 24.03.2019 08:20
    Highlight Highlight Gemäss Eismeister hat ja "Jesus Chris" aus Genf bald freie Kapazität...das könnte noch interessant sein...
  • Lucca 23.03.2019 20:32
    Highlight Highlight Und wasi ist mit Steve Hirschi?
  • Zeuge_von_kz 23.03.2019 17:49
    Highlight Highlight Lugano hat beschlossen wieder Meister zu werden!
  • BOSELLI 23.03.2019 15:32
    Highlight Highlight In Zürich verlängert Arno.Leuenberger könnte frei werden für Lugano.
    • Freilos 23.03.2019 18:53
      Highlight Highlight Naja.. mir scheint sein Ruf besser zu sein als er wirklich ist. Der Zett war damals mit Salis besser aufgestellt.
  • Saasi 23.03.2019 14:27
    Highlight Highlight Die Versuchung in Lugano wird grösser sein Sami Kapanen als Trainer und Sportchef anzustellen, als einen Julio der noch keine Sekunde Erfahrung hat mit Mannschafts Zusammenstellung etc. . Vauclair soll besser zuerst seine Karriere beenden, um dann bei einem kleineren Verein wie Ajoie etc Erfahrungen sammeln.
    Typisch Zaugg. Solche Gerüchte verbreitet man nicht mal, wenn er was gehört hätte.
    Würde den Sinn Vauclair als Sportchef nicht anmähernd verstehen.
    Kapanen wird bestimmt gute Verbindungen haben, und Vauclair? Lächerlich, Hauptsache im Gespräch bleiben.
    • Sloping 23.03.2019 14:49
      Highlight Highlight Die Zeit der Doppelmandate ist vorbei. Und gute Verbindungen alleine machen noch keinen veritablen Sportchef. Denn sonst könnte man dafür einen x beliebigen Agenten anstellen, was mit Habisreutinger damals in Kloten leider passierte. Weder Duca noch Pascal Müller hatten zu Beginn diese Verbindungen und machten und machen einen guten Job. Entweder ist eine Person für dieses Amt aufgrund seiner Fähigkeiten und seines Charismas geeignet oder eben nicht. Bei Lugano fehlt im Vergleich zu Ambri eine Identität. Und Vauclair als Sportchef wäre ein erster Schritt dazu.
  • Freilos 23.03.2019 14:16
    Highlight Highlight Lugano Sportchef, der Traumjob schlechthin im CH-Eishockey!
  • Sloping 23.03.2019 13:48
    Highlight Highlight Als Lugano Fan holt man heute zum Risotto seine beste Flasche Merlot mit Jahrgang 2009 aus dem Keller. Guter Wein muss reifen, die Entscheidung sich von Habisreutinger zu trennen, war aber seit Jahren überfällig. Ich wage die Prognose, dass dies sein letzter Job als Sportchef war. Mache im Moment keinen NLA Verein aus, der so töricht wäre, ihn zu verpflichten. Aber nach 10 Jahren in Lugano ist seine Vermögens wohl schon abgeschlossen ;-)
    • Sünneli31 23.03.2019 15:42
      Highlight Highlight Und falls er doch noch einen Job braucht/will wird er sicher im Verband fündig - nirgends wird besser zu seinen Exponenten geschaut als im Schweizer Hockeyverband - Söi-Häfeli-Söi-Deckeli... 😝
  • Couleur 23.03.2019 13:37
    Highlight Highlight Pascal Müller hat wohl seinen Vermittlngsauftrag bei Eismeister aufgelöst. Denn andernfalls hätte ich schwörden können, dass sein Namen in diesem Zusammenhang fällt.
    • goschi 23.03.2019 15:59
      Highlight Highlight kam Pascal Müller denn oft vor beim Eismeister? kann mich nicht wirklich erinnern.

      Aber da Lars Leuenberger ja seit seiner Wiedereinstellung beim SCB (als Scouting-Chef) und jetzt auch noch Kevin Schlämpfer einen langfristigen Job hat und Arno gar nicht erst in Not geraten konnte vom Eismeister vermittelt zu werden, hat er sicher wieder freie Kapazitäten um den Herrn Müller zu vermitteln!

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Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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