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398 Millionen Verlust im ersten Halbjahr: Die Swiss leidet weiter unter der Pandemie

05.08.2021, 07:3505.08.2021, 14:37

Die Fluggesellschaft Swiss hat im ersten Halbjahr 2021 weiter massiv unter der Coronakrise gelitten. Weil die Fluggäste ausblieben und Destinationen nicht angeflogen werden konnten, resultierte bei der Airline unter dem Strich ein dickes Minus.

Im Frühling 2020 stand die Swiss-Flotte (fast) still.
Im Frühling 2020 stand die Swiss-Flotte (fast) still.
Bild: KEYSTONE

Der Umsatz im ersten Halbjahr sackte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43,5 Prozent auf 659,3 Millionen Franken ab, wie die Swiss am Donnerstag mitteilte. Im ersten Halbjahr 2019 – also vor der Coronakrise – hatte sie mit 2,57 Milliarden noch fast viermal so viel eingenommen. Auf operativer Ebene gab es einen Verlust von 398,2 Millionen Franken nach einem Defizit von 266,4 Millionen im Vorjahr.

Unter anderem hätten eine strikte Kosten- und Cash-Kontrolle allerdings dazu beigetragen, dass der Verlust nicht noch grösser ausgefallen sei, heisst es. Im zweiten Quartal sei es zudem gelungen, einen positiven operativen Cashflow zu erreichen, also beim Geschäftsbetrieb wieder höhere Einnahmen als Ausgaben zu erreichen.

Erholung gegen Sommer täuscht

Gegen den Sommer hin habe sich zwar eine kleine Erholung gezeigt. Dennoch: Die Luftfahrtbranche steckt nach wie vor in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Die Lage sei wegen der weiterhin unberechenbaren pandemischen Entwicklung äusserst angespannt, erklärte Firmenchef Dieter Vranckx in der Mitteilung.

Dass man noch mitten in der Pandemiekrise steckt, zeigen auch die Passagierzahlen des ersten Halbjahres. Waren im ersten Semester des Vor-Corona-Jahres 2019 noch knapp 8,8 Millionen Passagiere mit der Swiss geflogen, so sind es jetzt gerade mal noch eine Million.

Die Konsumenten sind weiterhin vorsichtig beim Buchen von Reisen. Die Swiss fliegt inzwischen laut der Mitteilung zwar wieder 90 Prozent aller Destinationen von vor der Krise an, allerdings weniger häufig. Das Gesamtangebot betrage etwa 50 bis 55 Prozent der Vorkrisenkapazität, heisst es. Die Frachtnachfrage sei zwar weiterhin stark gewesen, konnte die schwache Passagiernachfrage allerdings nur teilweise kompensieren.

Lufthansa dämmt Verlust ein

Auch bei der Muttergesellschaft Lufthansa waren die Halbjahresergebnisse alles andere als rosig: Der ganze Konzern schrieb einen operativen Verlust von 952 Millionen Euro. Doch auch die Lufthansa-Gruppe als Gesamtes erreichte im zweiten Quartal seit Beginn der Krise erstmals wieder einen positiven operativen Cashflow, wie es in einem ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Communiqué heisst.

Während der Betriebsverlust bei der Swiss aber höher ausfällt als im Vorjahr – zu Buche geschlagen hätten laut der Swiss Kosten für das Hochfahren des Flugbetriebs und die Restrukturierung -, konnte die Lufthansa ihren Verlust um ganze 43 Prozent eindämmen. Das sei unter anderem auf die fortgesetzte Erholung bei der Lufthansa Technik und der LSG Group zurückzuführen, heisst es.

Der Konzern komme seinem Ziel, bis 2024 über 3,5 Milliarden Euro an Kosten einzusparen, schneller näher als geplant. Für mehr als die Hälfte der Kostensenkungen seien die Massnahmen bereits umgesetzt. Dabei spielt laut der Lufthansa auch der Stellenabbau bei der Swiss eine wichtige Rolle.

Die Tochter selbst will unter anderem durch den Abbau der rund 550 Stellen bis Ende 2021 erreichen, dass die Kosten nachhaltig um 500 Millionen gesenkt werden können. (awp/sda)

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