epa04338064 President of Poland Bronislaw Komorowski (C-R) and veteran of the Uprising, Wanda Stawska (C-L) lay a wreath at the Fallen - Unvanquished 1939-1945 monument during the 70th anniversary of Warsaw Uprising at the Warsaw Insurgents Cemetery in Warsaw, Poland, 01 August 2014. The Warsaw Uprising, a major World War II operation by the Polish resistance Home Army to liberate Warsaw from Nazi Germany, broke out on 01 August 1944 and continued for 63 days, costing the lives of between 150,000 and 200,000 civilians and about 18 thousand insurgents. After the failure of the uprising, the Nazis expelled the remaining inhabitants from the city and methodically blew it up, destroying it almost completely.  EPA/RADEK PIETRUSZKA POLAND OUT

Polens Präsident Bronislaw Komorowski und die ehemalige Kriegsgefangene Wanda Stawska bei der Gedenkfeier in Warschau. Bild: EPA/PAP

Zweiter Weltkrieg

Polen erinnert an Warschauer Aufstand vor 70 Jahren

01.08.14, 21:11 03.08.14, 12:34

Der Warschauer Aufstand gilt als Symbol des polnischen Widerstands gegen die brutale deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Am Freitag erinnerte Polen an die Tragödie. Um 17 Uhr erklangen überall in der polnischen Hauptstadt Sirenen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Soldaten der Untergrundarmee Armia Krajowa am 1. August 1944 ihren Aufstand gegen die deutsche Besatzung begonnen – in der Hoffnung, Warschau aus eigener Kraft zu befreien. Ihr Kampf scheiterte nach 63 Tagen tragisch. Rund 200'000 Menschen kamen ums Leben, die allermeisten Zivilisten. Warschau wurde in einer Strafaktion von den Deutschen komplett zerstört.

Während des durchdringenden Sirenengeheuls stand der öffentliche Verkehr still, Tausende Menschen strömten aus Büros und Geschäften auf die Strassen, um der Opfer des Aufstands zu gedenken. Auf dem Militärfriedhof Powazki begann zur gleichen Zeit die zentrale Gedenkveranstaltung mit Staatspräsident Bronislaw Komorowski, Regierungschef Donald Tusk, Veteranen und Vertretern des Militärs.

Erstmals herrschte zur «Stunde Null» auch im Programm zahlreicher Fernseh- und Radiosender Stille, unter dem Motto «70 Sekunden für die Aufständischen». Die grössten Internet- und Nachrichtenportale stellten ihre Arbeit ebenfalls für 70 Sekunden ein.

Zahlreiche lokale Gedenkveranstaltungen

«Es ist heute schwer, sich die Hölle von damals vorzustellen», sagte Jan Ciechanowski vom Amt für Veteranen und Kriegsopfer bei einer der zahlreichen lokalen Gedenkveranstaltungen. «Es ist schwer, sich die Zerstörung vorzustellen, die Opfer unter den Soldaten, aber vor allem unter der Zivilbevölkerung.»

Parlamentspräsidentin Ewa Kopacz sagte bei einer Gedenkfeier vor dem Warschauer Parlament: «Es gibt Werte, für die es sich lohnt, mit dem Leben zu bezahlen.» Überall in der polnischen Hauptstadt waren Fahnen in den Nationalfarben Weiss-Rot zu sehen, nicht nur vor staatlichen Gebäuden, sondern auch an Wohnhäusern, Taxis, Bussen und Strassenbahnen.

«Kampf um die Einheit der Nation»

Präsident Bronislaw Komorowski würdigte den Aufstand bei einem Gedenkgottesdienst am Donnerstagabend als «Kampf um die Einheit der Nation».

Angesichts der Diskussion über das tragische Scheitern des Aufstands und der bis zu 180'000 getöteten Zivilisten sagte er: «Freiheit ist keine Ware, die man im Geschäft kauft. Freiheit ist keine mehr oder weniger rentable Investition. Manchmal muss man für Freiheit bezahlen und kann nicht nur von ihr profitieren.»

Die Aufständischen hatten vergeblich auf militärische Unterstützung der Roten Armee gewartet, die bereits das östliche Weichselufer Warschaus erreicht hatte. Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands zerstörten die deutschen Truppen die Stadt systematisch. Die Bevölkerung wurde vertrieben, zur Zwangsarbeit deportiert oder in Konzentrationslagern inhaftiert. (viw/sda/dpa)

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