Olympia
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FILE - In this Feb. 9, 2014 file photo, Germany's Evi Sachenbacher-Stehle prepares to shoot during the women's biathlon 7.5k sprint, at the 2014 Winter Olympics, in Krasnaya Polyana, Russia. German Olympic officials said Sachenbacher-Stehle has been kicked out of the Sochi Games after a positive doping test. The German Olympic Committee said she tested positive on Monday, Feb. Feb. 17, for the stimulant methylhexanamine. Both the

Bild: AP/AP

Drei Fälle allein in Sotschi

Methylhexanamin: Der neue Star am Doping-Himmel

Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Stoff zirkulierte in Evi Sachenbacher-Stehles Blut und brachte ihr den Ausschluss bei Olympia. Auch beim italienischen Bobfahrer William Frullani und beim lettischen Eishockeyspieler Vitalijs Pavlovs wurde es gefunden: Methylhexanamin, das oft in Nahrungsergänzungsmittel enthalten ist, soll Fett schmelzen und Muskeln stählen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Substanz im Überblick. 

In welchen Produkten ist Methylhexanamin enthalten?

Methylhexanamin gehört zur Gruppe der Stimulanzien; dabei handelt es sich um Stoffe, die kurz vorm Wettkampf als Aufputschmittel eingenommen werden. Es ist häufig in sogenannten "Prä-Workout-Produkten" enthalten und soll die Leistung vorübergehend steigern. Nahrungsergänzungsmittel mit Methylhexanamin werden vor allem für eine extreme "fettschmelzende" oder muskelaufbauende Wirkung beworben. 

In Nahrungsergänzungsmitteln wird Methylhexanamin oft illegal zugesetzt und nicht richtig deklariert. "Es ist seit langem bekannt, dass immer wieder verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel entdeckt werden", schreibt die Nationale Anti Doping Agentur Nada. "Die Nada warnt deshalb seit Jahren generell vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln im Sport." 

Die Zahl der Dopingfälle mit Methylhexanamin sei in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, schreibt die Deutsche Sporthochschule Köln. Demnach wurde 2008 weltweit nur ein Dopingverstoss mit Methylhexanamin verzeichnet, 2009 waren es 31, 2010 stieg die Zahl auf 123, 2011 weiter auf 283. Im Jahr 2012 gab es 320 Dopingfälle mit Methylhexanamin - 45 Prozent aller Dopingbefunde mit Stimulanzien. 

Welche Nebenwirkungen drohen? 

Je nach Dosis könne Methylhexanamin den Blutdruck akut erhöhen, schreibt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Bewertung. In Kombination mit Koffein, in der es häufig in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ist, komme es möglicherweise auch zu einem dauerhaften Blutdruckanstieg. Mögliche Folgen reichen von Kurzatmigkeit bis zu Brustenge oder sogar einem Herzinfarkt. 

Durch den akuten Blutdruckanstieg steige ausserdem die Gefahr für Hirnblutungen, warnt das BfR. Dies gelte insbesondere für Menschen, die etwa aufgrund eines erweiterten Blutgefässes im Gehirn bereits ein erhöhtes Risiko haben. Laut Nada ist zudem ein Fall bekannt, bei dem es nach der Einnahme eines Methylhexanamin-haltigen Nahrungsergänzungsmittels zu einer akuten Hepatitis sowie weiteren Leberschädigungen kam. 

Unter welchen Namen wird Methylhexanamin noch eingesetzt? 

Methylhexanamin verbirgt sich auf den Listen mit Inhaltsstoffen häufig hinter Bezeichnungen, die so nicht auf der Dopingliste stehen. Zu den weiteren Bezeichnungen zählen: 1,3-Dimethylamylamin, Dimethylpentylamin, Geranamin, Forthan, Floradren, Geranamine, Geraniumöl, Geraniumwurzelextrakt, 4-Methyl-2-hexanamin, 4-Methyl-2-hexylamin, 2-Amino-4-methylhexan Pentylamin und DMAA. 

(irb)



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    Alle Leser-Kommentare
  • SofaSurfer 23.02.2014 22:58
    Highlight Highlight Bei 2861 Teilnehmer sind 3 Fälle entsprechen 3 aufgerundet 0.1 % der Teilnehmer.... naja ich sehe darin keinen wahnsinnige Sensation. Wir wissen alle, dass sich ein Teil der restlichen 99.9% (!) bestimmt auch gedoped haben.... einfach cleverer....
    • Rocksession 23.02.2014 23:28
      Highlight Highlight Es werden jedoch nicht alle Teilnehmer einem Dopingtest unterzogen, daher ist der Prozentsatz der getesteten um einiges höher.

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