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Betroffen von der Umweltplaketten-Regelung ist fast die ganze Stadt Genf sowie ein Teil der Gemeinden Carouge, Cologny, Lancy und Vernier.
Betroffen von der Umweltplaketten-Regelung ist fast die ganze Stadt Genf sowie ein Teil der Gemeinden Carouge, Cologny, Lancy und Vernier.
Bild: KEYSTONE

Ohne diese Plakette dürfen Genfer ab sofort nicht mehr in die Innenstadt fahren

Seit dem 15. Januar darf in der Genfer Innenstadt nur noch fahren, wer ein emissionsarmes Fahrzeug besitzt. Die neue Regelung ist umstritten – und (noch) einzigartig in der Schweiz.
24.01.2020, 15:5724.01.2020, 17:47

Am 15. Januar trat in Genf eine neue Regelung in Kraft. Ab sofort soll an den Windschutzscheiben der Genfer Fahrzeuge nebst der Autobahnvignette ein weiterer Kleber prangen: Die Umweltplakette «Stick'AIR». Sie teilt alle Fahrzeuge in sechs Kategorien ein. Wer in die Innenstadt will, muss einen entsprechenden Kleber vorweisen können.

Je nach Abgaswerten erhalten die Fahrzeuge in Genf einen «Stick'AIR»-Kleber mit einer anderen Farbe.
Je nach Abgaswerten erhalten die Fahrzeuge in Genf einen «Stick'AIR»-Kleber mit einer anderen Farbe.
Bild: KEYSTONE

Beschlossen wurde diese neue Regelung vom Genfer Stadtrat im November. Fahrzeugen mit hohem Emissionswert soll so die Einfahrt in die Innenstadt und in gewisse Genfer Gemeinden verwehrt werden. Je nach aktueller Luftqualität können bis zu drei Kategorien die Zufahrt verboten werden.

Noch keine Bussen

Obwohl die Regelung seit dem 15. Januar in Kraft ist, hält sich die Polizei noch mit Verboten zurück wie «Schweiz Aktuell» berichtet. Bis Ende März gilt noch eine Übergangsfrist. Ob Fahrzeuglenker ohne Umweltplakette danach eine Busse zahlen müssen, ist jedoch noch unklar.

Verboten werden vornehmend Dieselfahrzeuge. Erst bei der höchsten Alarmstufe sind auch einige Benzinautos betroffen.
Verboten werden vornehmend Dieselfahrzeuge. Erst bei der höchsten Alarmstufe sind auch einige Benzinautos betroffen.
Bild: KEYSTONE

Der Schweizerische Touring Club (TCS) und der Schweizerische Strassenverkehrsverband (Astag) bekämpfen die Massnahme und haben Beschwerde eingereicht. Sie sind der Meinung, dass es Aufgabe des Bundes nicht der Kantone ist, Ökolabels für Fahrzeuge zu entwickeln. Zudem gibt es kritische Stimmen, die sagen, dass die gesetzliche Grundlage für eine solche Verordnung fehlt.

Plaketten bereits ausverkauft

In Genf sind die rund 100'000 vom Kanton bestellten Aufkleber bereits ausverkauft, wie RTS berichtet. Pierre Kunz vom Amt für Luft, Lärm und Strahlung ist überrascht über den Ansturm. «Die Leute kamen in Massen, um die Plaketten zu kaufen», so Kunz. «Die Information der Öffentlichkeit hat diesbezüglich offenbar gut funktioniert.»

Dennoch sind noch nicht alle Autofahrer mit einem Kleber ausgestattet. Derzeit informiert die Genfer Polizei Autofahrer auf der Strasse über die neue Vorschrift. Noch ohne Bussen.

Einzigartig in der Schweiz

In der Schweiz ist das Genfer-Modell einzigartig. 2010 haben sich zwar auch das Tessin, Basel-Stadt und Bern beim Bund nach den gesetzlichen Grundlagen für die Schaffung von Umweltzonen erkundigt. Viel passiert ist seither aber nicht.

Anders im Ausland: In Frankreich gilt das Modell in mehreren Städten, darunter auch in Paris. In Deutschland kennen Städte wie München, Stuttgart, Karlsruhe oder Freiburg ein Verkehrsverbot für Abgasschleudern. Das führt hin- und wieder zu Bussen – auch für Schweizer Autofahrer.

Wie «20 Minuten» im Juni 2019 berichtete, verteilte die Stuttgarter Polizei rund 6400 Bussen an Schweizer Bürger, da diese ohne Umweltplakette an ihren Fahrzeugen durch die Stadt fuhren.

(ohe)

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