Kolumbien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUR VOLKSABSTIMMUNG UEBER DAS FRIEDENSABKOMMEN ZWISCHEN DER KOLUMBIANISCHEN REGIERUNG UND DER REBELLENORGANISATION FARC AM SONNTAG, 2. OKTOBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - epa05513165 A picture made available on 28 August 2016 shows a group of children next to a mural with the message 'Bilateral Cease Fire. No more forced displacement due to the war', in El Palo, Cauca, Colombia, 27 August 2016. The people of the area controled by the FARC guerrilla for several years, wait for the definitive cease fire between Colombian forces and the FARC, which will begin from next 29 August. (KEYSTONE/EPA/Christian Escobar Mora)

Endlich: Die Bevölkerung hatte seit Langem Friedensgespräche gefordert. Bild: EPA EFE

Neues Friedensabkommen für Kolumbien steht



Die kolumbianische Regierung und die FARC-Rebellen haben sich nach dem gescheiterten Friedensreferendum auf ein neues Abkommen geeinigt. Beide Seiten teilten nach intensiven Verhandlungen am Samstagabend in Kubas Hauptstadt Havanna mit, dass es Modifizierungen gebe.

Präsident Juan Manuel Santos erklärte: «Das ist ein besseres Abkommen.» Der Friedensnobelpreisträger traf sich zudem mit dem grössten Kritiker, Amtsvorgänger Álvaro Uribe, um ihn zu einer Zustimmung zu bewegen. Am 2. Oktober hatte das Volk das Abkommen knapp abgelehnt.

US-Aussenminister John Kerry gratulierte als Erster zu dem neuen Abkommen. Alle Parteien, auch aus dem «Nein»-Lager, hätten nach dem Referendum einen «respektvollen nationalen Dialog» geführt. Das neue Abkommen habe den Vorteil stundenlanger Gespräche von Befürwortern und Kritikern der ursprünglichen Vereinbarung.

«Nach 52 Jahren kann kein Friedensabkommen alle Seiten im Detail zufriedenstellen», heisst es in einer Erklärung Kerrys. «Aber dieses Abkommen stellt einen wichtigen Schritt nach vorne auf Kolumbiens Weg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden dar.»

Uribes Bitte

Das neue Abkommen könnte vom Kongress verabschiedet werden, was die Erfolgschancen erhöht. Der Konflikt zwischen Militär und rechten wie linken irregulären Gruppen begann 1964 und hat über 220'000 Tote gefordert, bis zu sechs Millionen Menschen wurden vertrieben.

Das von Uribe angeführte Nein-Lager hatte in dem ursprünglichen Abkommen zu milde Strafen für Guerillakämpfer kritisiert. Er fordert unter anderem eine Bestrafung jener FARC-Mitglieder, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Ausserdem sollten sie von Wahlämtern ausgeschlossen werden.

«Das neue Friedensabkommen ist ein Sieg für Kolumbien.»

FARC-Verhändler Iván Márquez

Uribe teilte mit, er habe Santos gebeten, dass das Abkommen noch keinen definitiven Charakter haben solle, die Gegner müssten erst die Details studieren. «Dieses neue Abkommen ist eine Möglichkeit, Zweifel zu beseitigen, Einwände zu berücksichtigen, vor allem aber, um die Kolumbianer zu vereinen», betonte Regierungs-Unterhändler Humberto de la Calle.

Es gebe eine Reihe von Änderungen, die einige Argumente der Kritiker aufgreifen. So soll zwar eine Sonderjustiz, die maximal acht Jahre Haft oder Arrest für schwere Verbrechen vorsieht, beibehalten werden. Aber die Verbüssung von Strafen im Arrest, Hauptkritikpunkt Uribes, soll verschärft werden. So sollen dafür bestimmte Orte festgelegt und Kontrollen verschärft werden.

«Ein Sieg für Kolumbien»

Ferner soll eine Revisionsmöglichkeit gegen Entscheidungen der Sondergerichte vor dem Verfassungsgericht geschaffen werden. Zudem sollen die Rebellen, die zuletzt noch über 5800 Kämpfer verfügten, eine Liste ihres Vermögens erstellen, und sich stärker an der Entschädigung der Opfer zu beteiligen.

FARC-Verhändler Iván Márquez sagte: «Das neue Friedensabkommen ist ein Sieg für Kolumbien.» Das ursprüngliche Abkommen war am 26. September im Beisein vieler Staats- und Regierungschefs sowie von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in Cartagena unterzeichnet worden, dann aber entgegen aller Prognosen vom Volk abgelehnt worden. Santos, der eine Einigung vor Verleihung des Nobelpreises am 10. Dezember angestrebt hatte, kann das Abkommen nun vom Kongress absegnen lassen.

Touristenboom erwartet

Er ist zu keinem erneuten Referendum verpflichtet. Schon die erste Abstimmung war nicht notwendig: Santos wollte damals aber einen möglichst breiten Rückhalt. Seit 2012 laufen die Verhandlungen in Havanna, unterstützt unter anderem von Kuba und Norwegen. Viele FARC-Kämpfer waren nach dem gescheiterten Referendum wieder auf Position gegangen, aber bis Ende 2016 gilt ein Waffenstillstand.

Ökonomen erwarten mehr Wirtschaftswachstum und einen Touristenboom, sollte der Konflikt beendet werden. Dazu will die Regierung auch mit der kleineren ELN-Guerilla Friedensverhandlungen aufnehmen. Die ELN hatte zuletzt angekündigt, bald den früheren Kongressabgeordneten Odín Sánchez freizulassen und damit die Bedingung für die Aufnahme von Friedensgesprächen zu erfüllen.

Weil sich die Freilassung verzögerte, war von der Regierung der für den 27. Oktober geplante Auftakt von Friedensverhandlungen in Ecuadors Hauptstadt Quito verschoben worden. (ehi/sda/dpa/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

91
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

70
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

91
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

70
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • phreko 13.11.2016 02:56
    Highlight Highlight Harte Strafen, damit es sich nicht lohnt die Waffen niederzulegen? Uribe, der Konservative, will doch bloss aus Wahltaktischen Gründen den Konflikt am leben erhalten, damit er die Probleme um die linke Farc den linken Parteien in die Schuhe schieben kann.

«Don't escalate» – wie ein Fax an die Schweizer Botschaft einen Krieg zu verhindern half

Seit 1980 vertritt die Eidgenossenschaft als Schutzmacht die Interessen der USA im Iran. Über die Schweizer Botschaft in Teheran können die beiden verfeindeten Staaten miteinander kommunizieren. Auch in der aktuellen Krise war die Schweizer Diplomatie hinter den Kulissen aktiv. Eine Rekonstruktion.

Am 4. November 1979 stürmten radikale Anhänger von Ajatollah Chomeini, dem Anführer der islamischen Revolution, die US-Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran. 52 Diplomaten der Vereinigten Staaten wurden als Geiseln genommen, um die Auslieferung des wenige Monate zuvor in die USA geflohenen Schah Reza Pahlewi zu erreichen. Die Geiselnahme sollte 444 Tage andauern.

Am 4. April 1980 brachen die USA sämtliche diplomatischen Beziehungen mit der Islamischen Republik Iran ab. Im selben Jahr …

Artikel lesen
Link zum Artikel