Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Tamil-Tigers»-Prozess: Bedingte Freiheitsstrafen und Freisprüche



Das Bundesstrafgericht hat gegen die 13 angeklagten Personen im Tamil-Tigers-Prozess bedingte Freiheitsstrafen und Freisprüche ausgesprochen. Das Gericht geht nicht von der Unterstützung einer kriminellen Organisation aus.

Die von der Bundesanwaltschaft vertretene Auffassung, dass die Beschuldigten an einer kriminellen Organisation beteiligt waren, beziehungsweise diese unterstützt haben, verfing vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona nicht.

Dieses sprach alle Angeklagten in diesem Punkt frei. Weiter hielt das Gericht nur einen Teil der vorgeworfenen Finanzdelikte als erwiesen. Fünf Angeklagte wurden damit freigesprochen. Ihnen wurden eine Entschädigung und eine Genugtuung zugesprochen.

Langer Prozess

Im rund acht Wochen dauernden Prozess bezogen Bundesanwaltschaft und Verteidigung in ihren Plädoyers zwei sich diametral gegenüber stehende Positionen bezüglich den Angeklagten und deren Aktivitäten beim World Tamil Coordinating Comitee (WTCC). Über diese Organisation soll der Kampf der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) von der Schweiz aus unterstützt worden sein.

Mit ihren Anträgen zum Prozessauftakt und mit den Plädoyers zielten die Anwälte darauf ab, dass die Anklage an die Bundesanwaltschaft zurückgewiesen wird. Sie bezeichneten das Verfahren als politischen Prozess, der auf Betreiben der Europäischen Union hin geführt werde.

Die Verteidiger rügten die unverhältnismässige Anklage und die zahlreichen Unregelmässigkeiten, zu denen es während der Strafuntersuchung gekommen sein soll.

Inspiration für Al-Kaida

Die Staatsanwältin des Bundes präsentierte die LTTE als eine Bewegung, deren Effizienz die Al-Kaida inspiriert habe. Die Bundesanwältin unterstrich zudem mit Fotos das verbrecherische Handeln der Tamil Tigers. So zeigte sie Fotos, auf denen der Chef des WTCC mit einem Maschinengewehr und Kindersoldaten zu sehen ist. In ihren Ausführungen versuchte sie aufzuzeigen, dass die Angeklagten im Wissen darum die LTTE unterstützt hätten.

Die Verteidiger unterstrichen hingegen die Legitimität des Kampfes der Tamil Tigers gegen das Regime. Gemäss ihren Plädoyers dienten die in der tamilischen Gemeinschaft der Schweiz durch das WTCC gesammelten Gelder humanitären Zwecken.

Die Gelder wurden nach Ansicht der Anwälte freiwillig gespendet. Die Verteidiger widersprachen der Auffassung der Staatsanwältin, wonach auf die Diaspora in der Schweiz Druck ausgeübt worden sei, indem damit gedroht wurde, gegen Familienangehörigen in Sri Lanka vorzugehen.

Die LTTE kämpfte von 1983 bis 2009 für die Unabhängigkeit der Tamilen im Norden Sri Lankas. Während des Konflikts kamen bis zu 100'000 Menschen ums Leben. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Zürcher Stadtpräsidentin fordert Stimmrecht für Ausländer – auf Gemeinde-Ebene

In der Stadt Zürich wohnen viele Menschen, die zwar Steuern zahlen und hier arbeiten, aber nicht darüber bestimmen können. Rund die Hälfte aller 30- bis 39-Jährigen Stadtbewohner haben keinen Schweizer Pass. Geht es nach Stadtpräsidentin Corine Mauch, soll sich das nun ändern.

In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» kritisiert Mauch, dass viele Stadtbewohner in einer sehr «aktiven Lebensphase» nicht mitentscheiden können. Sie fordert deshalb ein kommunales Stimmrecht für …

Artikel lesen
Link zum Artikel