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Gerechtigkeit siegt: Wer anderen hilft, lebt länger



Wer sich im Alter um andere Menschen kümmert, zum Beispiel um Enkelkinder, lebt durchschnittlich einige Jahre länger. Zu diesem Schluss kam ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Uni Basel. Wichtig sei allerdings ein gesundes Mass, so die Forscher.

Canada's Governor General David Johnston (2nd R) sits with his grandchildren as he attends Canada Day celebrations with Canada's Prime Minister Justin Trudeau (L) on Parliament Hill in Ottawa, Ontario, Canada, July 1, 2016. REUTERS/Chris Wattie

David Johnston, der Generalgouverneur Kanadas, wird von seinen Enkeln jung gehalten. Bild: CHRIS WATTIE/REUTERS

Hilfsbereitschaft zahlt sich aus: Sich um andere zu kümmern kann sich positiv auf die Lebenszeit auswirken, berichten die Forschenden um Doktorandin Sonja Hilbrand von der Uni Basel mit australischen und deutschen Kollegen im Fachblatt «Evolution and Human Behaviour».

Die Forschenden verglichen Daten von 500 älteren Menschen aus der sogenannten Berliner Altersstudie von 1990 bis 2009, wie die Uni Basel am Donnerstag mitteilte. Dabei unterschieden sie Grosseltern, die sich um ihre Enkelkinder kümmerten, und solche, die dies nicht taten.

Ein paar Jahre oben drauf

Ausserdem verglichen sie ältere Menschen ohne Enkel, die andere in ihrem Umfeld emotional unterstützten, und solche, die sich nicht auf diese Weise engagierten.

31 Szenen, die uns den Glauben an die Menschheit zurückgeben

Von den Studienteilnehmern, die sich um Enkel kümmerten oder ihre Kinder beispielsweise im Haushalt unterstützten, lebte rund zehn Jahre nach der ersten Befragung 1990 noch etwa die Hälfte. Bei denen, die sich nicht um andere kümmerten, war bereits nach fünf Jahren rund die Hälfte gestorben.

Auch das Engagement für Mitmenschen ausserhalb der Familie zahlt sich demnach aus: Unter den kinderlosen Studienteilnehmern lebten diejenigen im Schnitt drei Jahre länger, die andere emotional unterstützten, als diejenigen, die sich nicht auf diese Weise engagierten. Von letzteren war die Hälfte bereits vier Jahre nach dem ersten Interview gestorben.

Mass halten – wegen Stressgefahr

«Jedoch sollte man das Sorgen für andere nicht als Patentrezept für ein längeres Leben verstehen», sagte Studienleiter Ralph Hertwig vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin gemäss der gemeinsamen Mitteilung des Instituts und der Uni Basel.

Es gelte, ein gesundes Mass zu halten: Zu viel Engagement könne laut früheren Studien auch zu Stress führen, der sich negativ auf die physische und psychische Gesundheit auswirke. Intensive Pflegeaufgaben wurden bewusst nicht in die Studie einbezogen.

Nicht nur soziale Kontakte

Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass sich soziale Kontakte positiv auf die Gesundheit auswirken. Der Effekt des «Sich-Kümmerns» scheint darüber jedoch hinauszugehen.

«Wir haben diesen Faktor in unserer Analyse berücksichtigt, aber die kürzere Lebenszeit bei denen, die sich nicht um andere kümmern, lässt sich nicht mit allgemein weniger sozialen Kontakten erklären», sagte Hilbrand im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Die Studie basierte auf der Theorie, dass sich prosoziales Verhalten schon im Laufe der menschlichen Evolution positiv auf die Lebenszeit ausgewirkt und sich deshalb «in unserem hormonellen und neuronalen System verankert» habe, so Hilbrand. «Wir wollten wissen, ob man diesen Vorteil des ‹Sich-Kümmerns› auch heute noch beobachten kann.»

Für all jene, die den Glauben an sie verloren haben: Ewige Liebe existiert

(sda)

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