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In eigener Sache: watson-Reportage über zwangsverheiratete Kosovarin preisgekrönt



Die Stiftung Medienpreis Aargau/Solothurn hat die Reportage über das Schicksal der zwangsverheirateten Kosovarin Luana prämiert. watson-Reporterin Rafaela Roth hat den renommierten und mit 3000 Franken dotierten Journalistenpreis am Montagabend im Oltner Stadttheater entgegengenommen.

Die Reportage «Luana – wie sie ihren Vergewaltiger im Kosovo heiraten und in die Schweiz holen musste» erzählt die Geschichte einer jungen Kosovarin, die sich in der Schweiz von ihrem Ehemann trennen muss, um Entrechtung, häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch zu entgehen, was sie nicht nur in rechtliche Schwierigkeiten, sondern auch in Konflikt mit dem Ehrbegriff und den Geschlechterrollen ihrer Heimatkultur bringt.  

Das Bezirksgericht Lenzburg hatte den Ehemann Luanas der mehrfachen Vergewaltigung schuldig gesprochen, das Aargauer Obergericht hob den Schuldspruch später nach dem Grundsatz in dubio pro reo auf. 

Lukas Mäder, Produzent von Radio SRF und Juror in der Kategorie Online, begründete den Jury-Entscheid in seiner Laudatio damit, dass Roth mit allen Stil- und Recherchemitteln der klassischen Reportage das tragische Schicksal einer jungen kosovarischen Frau inmitten der Schweizer Gesellschaft einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht habe. Damit habe Roth nicht nur Luana eine Stimme gegeben, sondern allen Frauen, die in der Schweiz im teils gewalttätigen Spannungsfeld zwischen ihren Heimatkulturen und der modernen Welt leben.

Mit dem Zitat des englischen Essayisten Matthew Arnold «Journalismus ist Literatur in Eile», bezeichnete Mäder Roths Reportage, die auch mit ihren eigenen Schwarz-Weiss-Bildern illustriert war, als «fast schon literarischen Text», dem man die Eile, sollte er in einer solchen verfasst worden sein, auf keiner Zeile anmerke. (team watson)

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