Der Enthüller
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DER Enthüller

Ein Mann sucht mit einem Kaffee und Broetchen in der Hand einen Platz in einem Zugabteil, aufgenommen am 26. August 2003. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)  === ,  ===     : Film]

Diese Pendler verhalten sich richtig und vermeiden jeglichen Blickkontakt. Bild: KEYSTONE

Der Enthüller

Die Polizei warnt: Geisteskranker Mann spricht im Zug fremde Pendler an

buzz orlger

Zürich (den) – Ein 64-jähriger, geistig gestörter Mann verbreitet in mehreren Zürcher S-Bahnen Angst und Schrecken. Gemäss Polizeiangaben spricht der Psychopath unaufgefordert völlig fremde Pendler an, und das, obwohl sie Kopfhörer tragen oder desinteressiert auf ihre iPhones starren. «Man sollte meinen, dass in Zeiten von Gratiszeitungen, Smartphones und Tablets solche Verbalattacken der Vergangenheit angehören», sagt Polizeipsychologe Günther Bosch. «Schliesslich gibt es im Jahr 2014 dank des technischen Fortschritts diverse Unterhaltungsmöglichkeiten, die eine Konversation mit Menschen völlig überflüssig machen.»

Das scheint den 64-jährigen Perversen jedoch nicht zu interessieren. Schamlos missbraucht der Mann sowohl männliche als auch weibliche Pendler als billiges Unterhaltungsprogramm. Gemäss Günther Bosch handelt es sich beim Ansprechen von wildfremden Zugreisenden zu Unterhaltungszwecken um einen sogenannten «Entertainment Rape». «Vor allem ältere Menschen ohne Smartphone denken, dass diese Art der Kontaktaufnahme in Ordnung sei. Ihnen ist nicht bewusst, dass der moderne Zugreisende E-Mails zu checken und News-Seiten zu lesen hat. Dass sie mit ihren Verbalattacken die Bevölkerung verunsichern, wird ihnen oftmals erst in Untersuchungshaft bewusst. »

Eine Frau twittert im SBB-Zug von Zuerich nach Bern ueber ihr Handy, aufgenommen am 7. Februar 2013.(KEYSTONE/Gaetan Bally)

Sara Jorti wurde trotz Smartphone in der Hand Opfer eines «Entertainment Rapes», leidet aber seither weniger unter ihrem Heuschnupfen. Bild: KEYSTONE

«Die anderen Pendler haben tatenlos zugesehen»

Kommunikationsexpertin und Teilzeithipster Sara Jorti wurde vergangenen Dienstag Opfer eines «Entertainment Rapes». Unter Tränen erinnert sie sich an den Tag, an dem für sie das Pendeln seine Unschuld verlor. «Das war im 13er-Tram Richtung Limmatplatz. Gegenüber von mir sass ein Typ mit grauen Haaren. Als ich plötzlich niessen musste, fragte er mich aus heiterem Himmel, ob ich an Heuschnupfen leide. Ich bin seiner Verbalattacke geschickt ausgewichen und habe nur den Kopf geschüttelt. Das brachte ihn aber erst richtig in Fahrt. Seine Tochter leide unter Heuschnupfen, ich solle es doch mal mit homöopathischen Medis probieren und am Abend die Kleider jeweils vor dem Betreten des Zimmers ablegen...»  

Sara Jorti berichtet, sie sei in der Folge für zehn Minuten von «dem Perversen zugetextet» worden. Die anderen Pendler hätten dem «Entertainment Rape» tatenlos zugesehen. «Einer hat sogar ein Foto gemacht. Ich hatte panische Angst, dass der Eindruck entstehen könnte, der Perverse und ich würden uns kennen.» Jorti, die eigentlich aus einem ländlichen Teil des Kantons Aargau stammt, sagt, sie sei genau der Anonymität wegen nach Zürich gezogen. «Mir wurde suggeriert, in ‹der Hauptstadt› spreche einen kein Mensch an.» Die 26-Jährige hat aus dem schockierenden Vorfall ihre Konsequenzen gezogen. Sie hat sich einen Pfefferspray gekauft und fährt seit letzter Woche mit dem Taxi zur Arbeit. Etwas Gutes hätten die schlimmsten zehn Minuten ihres Lebens aber dennoch bewirkt. «Der Heuschnupfentipp mit dem Kleider-vor-dem-Zimmer-ablegen funktioniert tatsächlich.»     

«Wir sind hier in Zürich und nicht in Istanbul»

Bisher hat die Zürcher Polizei Kenntnis von dreissig Verbalattacken. Die Dunkelziffer dürfte allerdings höher liegen, da viele Opfer sich nicht trauen, eine Anzeige zu erstatten. Um im Zug nicht von Fremden angesprochen zu werden, empfiehlt Polizeipsychologe Günther Bosch, sich eine Gratiszeitung vors Gesicht zu halten oder Schlaf vorzutäuschen. Falls es dennoch zu einer Interaktion komme, könne diese in der Regel mit einem selbstsicheren «Bitte sprechen Sie mich nicht an, wir sind hier in Zürich und nicht in Istanbul» beendet werden. «Ansonsten müssen Sie sich umsetzten oder in einer Fremdsprache antworten. Unsere Statistiken zeigen ausserdem, dass Pendler in der ersten Klasse oder Menschen mit einer Bierdose in der Hand weniger häufig Opfer von ‹Entertainment Rapes› werden.»

Umfrage

Wurden Sie im Zug schon mal von einem Fremden angesprochen?

  • Abstimmen

239

  • Ja, im Ausland. Haben einfach null Manieren, diese Gummihälse!19%
  • Einmal. Seither trage ich im öffentlichen Verkehr eine Burka. 55%
  • Nein, aber hoffentlich passiert das mal. Mein Pfefferspray läuft bald ab. 25%

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SVRN5774 11.02.2015 21:13
    Highlight Highlight Krank. Einfach nur krank was es für Menschen auf dieser Welt gibt...
    Und die anderen Pendler haben nur zu gesehen! Aber sie hätten auch nicht viel machen können ohne sich selber in eine gefährliche Lage zu bringen. Ich hoffe Sara geht es inzwischen besser.
  • Preacher 10.04.2014 13:38
    Highlight Highlight Ja is den das hier der Postillion? Super Artikel, sehr gelacht. Mehr davon bitte.
    • Hynrek 01.05.2014 13:30
      Highlight Highlight Jap...
      Wort für Wort
      Bild für Bild vom Postillon kopiert
    • Hynrek 01.05.2014 13:32
      Highlight Highlight Uuuupppss....
      Doch nicht... ich meine von
      Der-enthüller.ch
    • Buzz Orgler 01.05.2014 22:16
      Highlight Highlight Jetzt klaut uns dieser watson einfach die Artikel, das ist ja die Höhe.
  • Licorne 10.04.2014 13:15
    Highlight Highlight Mutig, Satire auf der Hauptseite zu bringen, da doch viele Schweizer Satireresistent sind. Aber das hebt Watson in meinen Augen extrem ab von anderen Newsseiten. Vielen dank dafür und mehr davon, bitte :-)

    Und auch vielen Dank für das Interview mit Martin Sonneborn von letzter Woche. Ohne euch hätte ich seinen Auftritt in Zürich glatt verpasst. Wäre schade gewesen.. Merci!
  • moonsoon 10.04.2014 11:55
    Highlight Highlight Lieber Polizeipsychologe Günther Bosch, machen Sie sich gar keine Sorgen auch in Istanbul werden Sie nicht angesprochen...Wie kommen Sie denn auf sowas???
    Ich befürchte sogar, dass Sie schon mal in Istanbul waren...? Übrigens es heisst Istanbul und nicht Instanbul....
    • melsnff 14.04.2014 22:36
      Highlight Highlight :) het warschiinli mit bisich selber dehei gmeint. sonen spasst!!! ich selber chume us istanbul und wür mer no ab u zue wünsche das zum teil mensche so höflich und fründlich wered u findsch au keine wo wegluegt wie die meiste ,,nume a sich selbst denkende Persone,,da die schwitz. E Stadt mit elegenace und Hilfsbereitschaft. Aber wa erwratisch au vomenem Bürokrat wo numm sini Bürokratie u Politik kennt :)
  • Jag517 10.04.2014 11:41
    Highlight Highlight Wunderbare Satire! Mehr davon, bitte! :)
  • papparazzi 10.04.2014 11:40
    Highlight Highlight Und was ist mit diesen Roma- Rape-Rollwagen hä? (Im Volksmund werden sie auch Rolling-Jones genannt) Es ist ja unmöglich, wie oft man wegen einem abgestandenen Kaffee aus der Kanne oder einem lampenden Sandwich gestört wird in der morgentlichen MedienMeditation... nicht zu vergessen die vielen Plattfüsse der Passagiere die nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnten! Ungeheuerlich so was! Und überhaupt gibt es dann noch so überalterte Gandulfs, welche doch tatsächlich mehrere vorsätzlich geplante Verbalattacken aus nächster Nähe in einer Breitsalve eines Redeschwalls gegen die braven und nichtsahnenden Passagiere abfeuern (Hobbits aus dem Auenlande)! So was von brutal... und wenn sich die Opfer die Ohren reiben oder sich schlafend stellen, dann wird einfach weitergetreten mit Satzfragmenten, Nachfragen und Monologen! Aber am schlimmsten finde ich die verkleideten Schornsteinfeger, welche nach jedem Halt wieder durch die Gänge torkeln und von den neu zugestiegenen Passagieren Schutzgeld erpressen! Das ist echt kriminell so was, die SBB ist doch schon lange ein organisiertes Verbrechen, man sehe nur die hohen Schulden, die sie produzieren! Trinkt mehr Rivella Schweizer! (Produktplatzierung) ut (dp)
  • alex DL 10.04.2014 10:33
    Highlight Highlight sehr geil.. bin gespannt auf die Reaktionen. Der gemeine Schweizer hat ein Satiereverständnis eines Kleinkinds.
    • goschi 10.04.2014 11:39
      Highlight Highlight Damit wertest du Kleinkinder generell ab, das finde ich nicht nett :-(
  • oli4 10.04.2014 09:14
    Highlight Highlight herrlich... made my day :-)

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