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Bernhard Burgener, Praesident des FC Basel, spricht an der Bilanzmedienkonferenz in Basel, am Donnerstag, 5. April 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bernhard Burgener will bis zu 30 Prozent seiner FCB-Anteile verkaufen. Bild: KEYSTONE

Wer und was ist «Centricus»? An diese Briten will Burgener FCB-Anteile verkaufen

Gestern Abend wurde publik, dass Präsident Bernhard Burgener bis zu 30 Prozent seiner Anteile am FC Basel an eine britische Firma namens Centricus veräussern möchte. Doch wer und was ist Centricus? Ein kleiner Überblick, der auch zur FIFA führt.

Céline Feller / ch media



Eines wurde in der Nacht auf heute Donnerstag klar: Viele Fans wird Centricus in Basel nicht finden. Zumindest nicht im Zusammenhang mit dem FC Basel. Denn nachdem am Mittwochabend publik wurde, dass Mehrheitsaktionär und FCB-Präsident an die Briten bis zu 30 Prozent seiner Anteile verkaufen möchte, haben die rotblauen Fans ihren Unmut geäussert.

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FCB-Fans zeigen bei der Geschäftsstelle des Klubs, was sie von den möglichen neuen Investoren halten. bild: zvg

Doch wer steckt hinter dem Konstrukt «Centricus» – und was machen die Briten überhaupt? In London nahe des Buckingham Palace beheimatet, ist Centricus ein Asset Manager – ein Vermögensverwalter also. Die Firma rühmt sich auf der Startseite ihrer Homepage damit, 27 Milliarden zu verwalten und eine global operierende Investment-Firma zu sein. Das Ziel sei natürlich eine hohe Rendite.

Geführt wird Centricus von zwei ehemaligen Grossbankern: Dalinc Ariburnu, ehemals Goldman Sachs, und Nizar Al-Bassam, ehemals Deutsche Bank. Unter der Obhut der beiden beteiligen sich die Briten mit dem verwalteten Vermögen, aber auch mit Eigenkapital, in diversen Branchen. Die Milliarden fliessen dabei in Infrastrukturvorhaben, Finanzdienstleister und Technologieunternehmen. So listet es Centricus selber auf. Und fügt als vierten Investitionszweig noch FEMS an.

Erinnerungen an Lausanne und Ineos

FEMS – kurz für Fashion, Entertainment, Media and Sport – beinhaltet also jene Sparte, in welche der FC Basel als Fussballklub fällt. Für den Einstieg bei Letzterem, so schreibt es die «Handelszeitung», würde Centricus Eigenkapital und kein Kundenvermögen aufwerfen.

Das Interesse von Centricus am FCB überrascht zwar auf den ersten, nicht aber auf den zweiten Blick. So hege der Assetmanager Absichten, sich in der ganzen Region Basel strategisch zu engagieren. Anteilseigner einer der heiligen Kühe Basels zu sein, wäre daher ein logischer Schritt.

Die neue Clubleitung des FC Basel mit Bernhard Burgener spricht an der Pressekonferenz nach der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des FC Basel im Medienzentrum des St. Jakob-Parks in Basel am Freitag, 7. April 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Präsident Bernhard Burgener hält momentan 82 Prozent alle FCB-Aktien. Bild: KEYSTONE

Das mögliche Engagement von Centricus erinnert dabei auch stark an die ebenfalls britische Firma «Ineos», eine Chemiebude, welche sich in der Region Lausanne und beim dortigen Fussballclub Lausanne-Sport eingekauft an. Der dortige Besitzer Jim Ratcliff ist mit seinem Vermögen von 29 Milliarden der reichste Brite. Seit seiner Übernahme von Lausanne läuft es sportlich gut. Lausanne dürfte wohl in die Super League aufsteigen, spielt attraktiven Fussball und bezieht im Winter endlich sein neues, topmodernes Stadion.

Aber zurück zu Centricus. Die Firma um Ariburnu und Al-Bassam hat bereits einmal Schlagzeilen rund um das Fussballgeschäft gemacht. So fiel der Name Centricus im Zusammenhang mit den Plänen von FIFA-Präsident Gianni Infantino, als dieser eine globale Klubmeisterschaft anreissen wollte sowie eine Weltliga für Landesauswahlen. Partner bei diesen Plänen wäre unter anderem Centricus gewesen.

FCB verzichtet auf Stellungnahme, Degen lehnt Anfragen ab

Im Zuge der Fifa-Recherchen schrieb der «Tages-Anzeiger» damals von Verbindungen von Centricus zu saudischen Anlegern. Die FIFAdementiere diese Gerüchte jedoch.

Der FC Basel seinerseits kommentiert die Gerüchte um einen möglichen Verkauf an Centricus nicht. Auf Anfrage dieser Zeitung verweist er wie gewohnt darauf, dass er sich nicht zu medialen Gerüchten rund um den Club äussert. Und der Verein richtet aus, dass Basel-Mitaktionär David Degen aktuell nicht für Interviews zur Verfügung stehe.

David Degen, Marco Streller und Alex Frei, von links, vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem Grasshopper Club Zuerich, im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Mittwoch, 25. Mai 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

David Degen steht für Interviews nicht zur Verfügung. Bild: KEYSTONE

Klar ist aber, dass Degen die Idee Burgeners missfällt. Und, dass der Präsident, der den FCB einst unter dem Motto «Für immer Rotblau» erwarb, mit einem Verkauf an die Briten einen komplett neuen Weg einschlagen würde.

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Wüthrich 17.07.2020 11:18
    Highlight Highlight Weshalb sollten milliardenschwere Investoren nicht auch in der Schweiz einsteigen? Der Fussball verkommt doch so oder so immer mehr zum Spielball von reichen Leuten. Die Klubs in den besten Ligen der Welt sind bereits besetzt. Da kann es doch sein, dass jetzt Klubs wie Lausanne, Basel, Zürich und GC interessant werden. Ev. mischen in einigen Jahren mehr als ein CH-Vertreter die internationalen Wettbewerbe auf. Dass dies bisher nicht geklappt hat, lag ja vor allem am Geld, und damit an den mangelnden Möglichkeiten, entsprechendes Personal in die Schweiz zu holen.

    Ich sehe das nicht so negativ
  • derEchteElch 17.07.2020 11:06
    Highlight Highlight Einige mögen sich vielleicht erinnern, ich war von Anfang an gegen Burgener. Genau aus solchen Gründen. Er ist ein juristischer schleimiger Geschäftsmann.

    Seine Aussage zu Beginn, sein Ziel sei es, „selbst Geld zu verdienen“ (analog seiner Filme, die eh niemand will), hat ihn ins Abseits manövriert. Er tat nichts, um diesem ersten Eindruck zu verändern.. Halo-Effekt halt.
  • Toga 16.07.2020 18:29
    Highlight Highlight Was mich am meisten interessiert. Warum müssen sich Sport-Clubs, vor dem Fiskus nicht verantworten? Und des Gleichen auch religiöse Vereinigungen?
    • Toga 16.07.2020 18:57
      Highlight Highlight Es ist doch so, dass wenn ich Geschenke, Zahlungen usw. (in welcher Form auch immer) bekomme, muss ich das den Steuern angeben oder?
    • tr3 16.07.2020 21:09
      Highlight Highlight Wie kommst du auf die Idee, dass Sportclubs nicht steuerpflichtig sein sollen?
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 17.07.2020 09:31
      Highlight Highlight Die müssten schon, machen aber alle Verlust.
  • LMS 16.07.2020 17:44
    Highlight Highlight Also ich habe da ehrlich gesagt gar keine Angst, dass sowas zustande kommt. Ich habe vollstes Vertrauen in die MK und alle anderen Fans des Clubs um so ein Szenario abzuwenden.
    • Ruggedman 16.07.2020 18:14
      Highlight Highlight Wäre natürlich zu hoffen, ich habe aber grösste Zweifel, ob sich Burgener auch nur ein bisschen um die Meinung der Fans schert.
    • Barracuda 16.07.2020 20:28
      Highlight Highlight Als würde es Burgener interessieren, was die Kurve will. Er hat bis jetzt so ziemlich alles durchgeboxt, ohne auch nur ansatzweise auf irgendwelche Empfindlichkeiten einzugehen.
    • ujay 17.07.2020 08:29
      Highlight Highlight Mit der "Kurve" trägt nichts zu den Finanzen des FCB bei.....also mal schön auf dem Teppich bleiben. Mit Pöbelaktionen von "Fans", die denken, Fussball ist heute immer noch"elf Freunde sollt ihr sein", gewinnt man keine Punkte. Der FCB ist eine Firma, es geht um Geld wie bei allen Profiklubs. Als es noch schön sprudelte dank Hofmann-La Roche Gigi Oeri, beklagte sich niemand und genau jene Träumer, die heute Randale machen, trauern dieser Zeit nach. Ihr seid einfach unglaubhaft und inkonsequent.
  • Quacksalber 16.07.2020 17:36
    Highlight Highlight Wer glaubt, dass es um Sport geht glaubt auch an Osterhasen.
  • Magnum 16.07.2020 17:20
    Highlight Highlight Ineos soll eine Chemiebude sein?
    Das ist in etwa der weltgrösste Hersteller von Kunststoffen und das drittgrösste Chemieunternehmen der Welt mit einem Jahresumsatz von zuletzt USD 85 Milliarden.

    Mit einer Chemiebude hätte Ratcliff nicht 27 Milliarden auf die hohe Kante gebracht - etwas mehr Sorgfalt bei der Wortwahl, bitte, zumal bei einem Artikel zu wirtschaftlichen Hintergründen.
  • GetReal 16.07.2020 17:03
    Highlight Highlight Wie bescheuert muss man sein, die Geschäftsstelle des Clubs, für den sein Herz schlägt, zu verschmieren 🙈
    • Ruggedman 16.07.2020 18:16
      Highlight Highlight Sicher nicht bescheuert, eher verzweifelt.
    • SF_49ers 16.07.2020 19:27
      Highlight Highlight Anderst kann man das ja fast nicht mehr mitteilen damit es burgener schnallt! Er soll einfach verschwinden! Aber gemeint ist jetzt nicht, verschwinden und briten kommen. Nein einfach ganz verschwinden und den fcb in ruhe lassen
    • Barracuda 16.07.2020 20:31
      Highlight Highlight Den FCB hat man ja bereits verscherbelt, als man den Verein
      an Burgener übergeben hat. Was jetzt folgt ist nur noch die logische Konsequenz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alpöhy 16.07.2020 16:56
    Highlight Highlight Lieber FCB, willkommen im exklusiven Verein der Fussballclubs, die über ominöse Beteiligungsfirmen und oligarchische Besitzer Werkzeuge zur Geldwäsche (z.B. über hohe Transfersummen) zur Verfügung stellen.
  • N. Y. P. 16.07.2020 16:45
    Highlight Highlight @FC Basel

    Holt euch bloss nicht diese Centricus - Jünger ins Haus.

    Wie oben beschrieben, gibt es Verbindungen zu Gianni Infantino und saudischen Scheichs.

    Hey @Gianni,
    versucht du mit Hilfe von Firmen wie Centricus in allen Ländern Standbeine zu errichten, um mittelfristig doch noch eine globale Klubmeisterschaft anzureissen, sowie eine Weltliga für Landesauswahlen?

    Los, gib es zu, dass DU Centricus ermutigt hast, hier einzusteigen.

    Und der Burgener schnallt natürlich nichts.
    • Drunken Master 16.07.2020 18:26
      Highlight Highlight FC Basel und Klubmeisterschaft??? Der war gut :-D
    • wasps 16.07.2020 20:55
      Highlight Highlight Was haben eine globale Klubmeisterschaft und der FC Basel gemeinsam? Ich sehe hier null Verbindung.
    • N. Y. P. 16.07.2020 21:19
      Highlight Highlight Es gilt in allen Ländern Einfluss zu bekommen..
  • Linus Luchs 16.07.2020 16:37
    Highlight Highlight Goldman Sachs und die Deutsche Bank – tief verstrickt in den Börsencrash 2008 und in Geldwäscherei. Burgener will es profitgeilen Turbokapitalisten ermöglichen, beim FC Basel einzusteigen. Überrascht mich das? Nein. Burgener ist im Grunde immer noch der Gschäftlimacher, der in seiner Videothek alles anbietet, was gefragt ist, Hauptsache es bringt Stutz.

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