DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jack Ma.
Jack Ma.Bild: EPA/POLARIS IMAGES POOL

Alibaba-Gründer Jack Ma tritt ab

Der Chef und Mitbegründer des chinesischen Onlinehändlers Alibaba, Jack Ma, hat angeblich für kommende Woche seinen Rückzug angekündigt. Verliert Chinas Wirtschaft einen ihrer ungewöhnlichsten Unternehmer?
08.09.2018, 15:0610.09.2018, 06:18

Der Chef und Gründer von Alibaba, Jack Ma, gibt laut einem Medienbericht seine Aufgaben bei dem Konzern ab und will sich anderen Tätigkeiten widmen. Dies sagte der Internetmilliardär in einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Interview mit der «New York Times».

«Er verkörpert chinesische Unternehmertugenden wie Fleiss und Beharrlichkeit, trug aber immer auch einen selbstironischen, ja clownesken Zug. Auf den legendären Alibaba-Jahresversammlungen, zu denen er vorzugsweise westliche Prominente wie Arnold Schwarzenegger oder Bill Clinton einlud, trat er selbst einmal mit Irokesenschnitt und einmal als Michael Jackson auf.»
China-Experte Bernhard ZandSpiegel Online

Sein Schritt sei nicht das Ende einer Ära, sondern der «Beginn einer Ära», sagte Ma gemäss dem Interview. Er selbst wolle sich nun auf sein wohltätiges Engagement im Bereich der Bildung konzentrieren.

Der frühere Englischlehrer Ma hatte Alibaba 1999 mit gegründet und das Unternehmen zu einem milliardenschweren Internetkoloss ausgebaut. Es ist nicht nur Chinas Marktführer beim Online-Handel, sondern auch in anderen Branchen wie der Medien- und Filmsparte aktiv. Laut Börsenschlusskurs vom Freitag ist Alibaba rund 420.8 Milliarden Dollar wert. 

Berühmt ist Ma für eine Reihe von Sinnsprüchen, die in den chinesischen Wortschatz eingegangen sind. ‹Ebay mag ein Haifisch im Ozean sein›, sagte er einmal über seinen damaligen Konkurrenten, ‹aber ich bin ein Krokodil im Yangtse.› Und über das Verhältnis chinesischer Unternehmer zum allmächtigen Staat prägte er die Sätze: ‹Mach nie Geschäfte mit den Regierenden. Liebe sie. Heirate sie nicht.›
China-Experte Bernhard Zand

Im Alltag arbeitet Alibaba eng mit der chinesischen Regierung zusammen, «um eine saubere, eine positive Cyberwelt zu bauen», wie Ma Ende 2017 an einer Propagandashow der kommunistischen Führung sagte. Wohl niemand sammelt so viele Daten über seine Nutzer wie Chinas Tech-Giganten Alibaba und Tencent und keiner gibt sie so leicht an die Obrigkeit weiter.

Lesetipp: Alibaba-Chef Ma: Der Clown tritt ab

(oli/sda)

80 Rappen inklusiv Versand für ein Ladekabel aus China

Video: watson/Lya Saxer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

EU und USA wollen Apple an den Kragen – der iPhone-Konzern schlägt zurück

Die EU und die USA nehmen Konzerne wie Apple und Google mit neuen Gesetzesentwürfen für mehr Wettbewerb in der Tech-Branche weiter in die Mangel. Apple wehrt sich, doch der Druck nimmt zu.

Apple verschärft angesichts der Pläne für neue EU-Regeln die Warnungen vor Risiken durch eine Öffnung des iPhones für App Stores anderer Anbieter. Nutzer wären mehr gefährlichen Apps ausgesetzt, und Apple könnte sie schlechter davor schützen, argumentierte der Konzern in einem am Mittwoch veröffentlichten rund 30-seitigen Papier.

Auf dem iPhone können Apps nur aus der hauseigenen Plattform des Konzerns installiert werden. Apple verweist darauf, dass damit alle Apps und Updates auf seiner …

Artikel lesen
Link zum Artikel