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8 Spiele für Katzenliebhaber, in denen der Stubentiger eine wichtige Rolle spielt

Keine Angst – einen Hochschulabschluss braucht man für die Spiele nicht. Bild: Shutterstock

Man kann sie zwar nicht mit Katzen spielen und sollte sie eher von Katzen fernhalten. Für Katzenliebhaber gibt es aber viele Karten- und Brettspiele, mit denen sie sich spielerisch mit ihrem Lieblingstier beschäftigen können.



Immer, wenn ich in Gesprächen beiläufig erwähne, dass pro Jahr allein im deutschsprachigen Raum zwischen 1000 und 1500 neue, nicht-digitale Spiele erscheinen, haut es meine Gesprächspartner fast aus den Socken und sie starren mich ungläubig an. Bei einer solchen Menge von neuen Spielen ist natürlich klar, dass auch Katzenliebhaber auf ihre Kosten kommen. Dabei fällt auf, dass es vor allem im Genre der kleinen einfachen, lustigen Kartenspiele viele Titel gibt, in denen Stubentiger eine wichtige Rolle spielen. Auffallend häufig zanken sich die Samtpfoten dabei mit Mäusen oder Hunden.

«Viva Topo»

Bild

Eines der schönsten Katzenspiele der Weltgeschichte gewann 2003 den Preis «Kinderspiel des Jahres». «Viva Topo» erschien ursprünglich im Verlag Selecta, wurde 2015 von Pegasus neu aufgelegt und ist nach wie vor eine bombensichere Empfehlung für Kinder ab 4 Jahren.

Materialmässig besticht es durch 20 schnusige Holz-Mäuschen, ein Holz-Kätzchen und kleine gelbe Käsestückchen, ebenfalls aus Holz. Die Spieler versuchen in einem munteren Wettrennen, ihre Mäusefamilien in ein Käse-Schlaraffenland zu führen. Eine Katze findet das aber gar nicht lustig, hetzt ihnen nach und zieht jene Mäuse, die zu langsam unterwegs sind, nacheinander aus dem Verkehr.

Die Kinder müssen bereits erste taktische Entscheidungen fällen. Soll man sich auf wenige Mäuse konzentrieren, diese rasch vorwärts bringen und die restlichen Nager aufgeben, oder soll man versuchen, so viele wie möglich ins Ziel zu bringen? Das Spiel macht durchaus auch in reinen Erwachsenenrunden Spass.

Wettlaufspiel von Manfred Ludwig für 2 bis 4 Spieler ab 4 Jahren; 20 bis 30 min; Verlag: Pegasus; ca. 30 Franken

«All you can eat»

Schachtel All you can eat

Bild: Amigo

Vögel picken nach Würmern, Katzen jagen Vögel, Hunde vertreiben Katzen und Flöhe stören die Hunde. Das wusste schon Charles Darwin. Das Kartenspiel «All you can eat» funktioniert nach einem altbewährten Prinzip: Alle wählen eine Karte aus ihrer Hand aus, legen sie verdeckt hin und decken dann gleichzeitig auf, so wie wir es mit Klassikern wie «Hol's der Geier» oder «6 nimmt!» brav gelernt haben. Dann schnappen die gelegten Vögel die Würmer, die Katzen die Vögel, die Hunde die Katzen und die Flöhe die Hunde. Wer zum Schluss die meisten und wertvollsten Karten hat, gewinnt.

Das ist kurzweiliges Home-Entertainment, einerseits natürlich mit viel Zufall und Glück, andererseits aber durchaus auch Psychologie. Denn man versucht ja mit viel Einfühlungsvermögen, die Absichten der Gegner zu durchschauen, um die Ecke zu taktieren und sich zu überlegen, was die Gegner denken, dass ich denke, dass sie denken, dass ich spiele.

Kartenspiel von Kevin G. Nunn für 3 bis 6 Spieler ab 7 Jahren; ca. 15 min; Verlag: Amigo; ca. 12 Franken.

«Schreck und weg!»

Schreck und Weg, Spielkarten

Bild: Asmodee

Bei «Schreck und weg!» haben wir ein ähnliches Prinzip, das aber in Form einer offenen Kartenauslage funktioniert und etwas beeinflussbarer erscheint. Die Karten zeigen Elefanten, Hunde, Katzen und Mäuse in vier verschiedenen Farben. Jede Tierart kann genau eine andere Tierart «erschrecken», während sich zum Beispiel Katzen und Elefanten neutral zueinander verhalten.

Die Tierkarten werden zufällig offen in einem Raster mit vier Reihen und acht Spalten ausgelegt. Jeder Spieler bekommt dann geheim eine Farbe und eine Tierart zugelost. Dann muss er bis zum Ende des Spiels nur noch dafür schauen, dass möglichst viele Karten seiner Farbe und seiner Tierart in der Auslage übrig bleiben. Reihum führt dann jeder einen Zug durch und «erschrickt» mit einer ausliegenden Karte immer eine schwächere unmittelbar benachbarte Karte. Die unterlegene Karte wird aus dem Spiel genommen, die überlegene Karte nimmt ihren Platz ein.

Irgendwann sind keine Züge mehr möglich, weil keine benachbarten Tiere mehr erschreckt werden können. Dann wird geguckt, wer welche Farbe und Tierart hatte und von den meisten Überlebenden Viechern angelacht wird. Dabei ist eine gute Vorausplanung wichtig.

Kartenspiel von Adrian Dinu für 1 bis 8 Spieler ab 8 Jahren; Verlag: Strawberry-Studio/Asmodee; ca. 13 Franken.

«Cat Lady»

Schachtel Cat Lady

Bild: Pegasus

Das Kartenspiel «Cat Lady» macht thematisch den Sprung vom Darwinismus in die Zivilgesellschaft. Hier schlüpfen die Spieler nämlich in die Rolle von elitären, dekadenten Katzenbesitzern, die möglichst vielen Katzen ein schönes Leben bieten und diese nach Strich und Faden verwöhnen möchten. Es werden Streuner, Spielzeuge, Thunfischdosen, Milch, schicke Katzenkostüme und Katzenminze eingesammelt.

Wichtig ist, genug Futter für die gesammelten Streuner zu horten, damit diese am Schluss nicht hungrig bleiben. Die Karten beeinflussen sich zum Teil gegenseitig. Und wer zum Schluss die wertvollste Kartensammlung hat, gewinnt. In der Mitte liegt dazu eine offene Auslage von drei mal drei Karten, die immer wieder aufgefüllt wird. Wer an der Reihe ist, muss jeweils eine Reihe oder Spalte mit genau drei Karten nehmen. Das Spiel hat eine charmante Grafik, einfache Regeln und eine angenehme Spieldauer.

Kartensammelspiel von Josh Wood für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren; ca. 20 bis 30 min; Verlag: Pegasus; ca. 15 Franken.

«The Cat»

Schachtel The Cat

Bild: Amigo

Und hier haben wir ein Hektik-Spiel, bei dem die Katzenfreunde ein schnelles Händchen benötigen und ihre visuellen Eindrücke im Gehirn effizient und korrekt verarbeiten und auf ihre Tatzen übertragen sollen. Katzen sind launisch. In diesem Spiel haben sie genau 13 verschiedene Launen. Von stinksauer über griesgrämig, überrascht bis zu freundlich und überglücklich.

Die Gesichtsausdrücke auf den Karten unterscheiden sich zum Teil nur in Nuancen. Man muss wirklich genau hinschauen. Jeder Spieler erhält mehrere Stapel mit je vier Karten. Das Spiel endet, sobald es jemand schafft, in jedem seiner Stapel vier Karten mit derselben Laune zu sammeln.

Alle spielen gleichzeitig, gehen immer wieder schnell ihre Kartenstapel durch, versuchen, passende Karten aus einer offenen Auslage ihren Stapeln hinzu zu fügen und werfen unpassende Karten in die Auslage ab. Das Spiel ist simpel, rasant und natürlich anfällig für Spielfehler. Was die anderen machen, kann man nicht wirklich kontrollieren.

Hektisches Kartentauschspiel von Brad Ross, Don und Jack Ullman für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren; ca. 20 min; Verlag: Amigo; ca. 12 Franken.

«Cat Stax»

Inhalt Cat Stax

Bild: Tom Felber

Nein, keine Angst, das ist kein Stapel-Spiel wie «Meeple Circus» (die Katzen stapeln sich nur für den Fototermin). Es ist eigentlich auch nicht wirklich ein Spiel, sondern ein Logik-Rätsel, an das man sich am besten alleine heranwagt. Es gibt 44 Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Dafür müssen jeweils eine bestimmte Zahl von vorgegebenen Katzen auf einem zweidimensionalen Raster platziert werden, so dass sie genau eine abgebildete Fläche bedecken. «Tetris» lässt grüssen.

Die Katzen könnten dafür natürlich problemlos einfach durch geometrische Figuren ersetzt werden. Katzen sind aber natürlich sympathischer und gucken geheimnisvoller als geometrische Figuren. Wer lieber Hunde als Katzen hat: Das gleiche Spiel gibt es auch in einer Version mit Hunde-Figürchen.

Logik-Rätsel von Bob Ferron für einen oder mehr Spieler ab 7 Jahren; variable Dauer; Verlag: Huch!, ca. 25 Franken

«Exploding Kittens»

Karten, Exploding Kittens

Bild: Asmodee

Bei diesem Thema kommt man an «Exploding Kittens» natürlich nicht vorbei, das seinen grossen Erfolg aber eher dem absurden Thema und der kreativen Grafik, als seiner spielerischen Originalität und Spieltiefe zu verdanken hat. Das Spielprinzip ist uralt, auch als «Russisch Roulette» bekannt und schon oft in Spielen verarbeitet worden, zum Beispiel in «Tick... Tack... Bumm». Nun explodieren halt Katzen.

Das wesentliche Spielprinzip: Wer ein «Exploding Kitten» vom Kartenstapel zieht, scheidet aus dem Spiel aus. Wer als letzter übrig bleibt, gewinnt. Allerdings kann man Katzen auch mit Mitternachtsfürzen, Laserpointern oder Bauchkraulen vom Explodieren abhalten. Die Vermarktung des Spiels erfolgte ursprünglich in Zusammenarbeit mit der Satire-Seite Oatmeal als Crowdfunding-Projekt über die Kickstarter-Plattform, brach 2015 alle Rekorde und blieb bis heute eine der erfolgreichsten Kampagnen von Kickstarter ever.

Ich war mal an einem beeindruckenden Vortrag von Spieledesigner Elan Lee an der Messe Chicago Toys and Game (Chitag), in dem Lee darlegte, wie der Erfolg kein Zufall war, sondern durch geschickte, intensive und penetrante Marketing-Massnahmen während der Kampagne gezielt angesteuert und die Aufmerksamkeit auch über andere Kanäle generiert und hochgehalten wurde.

«Exploding Kittens» ist eins jener Spiele, die Spielekritiker in einen Zwiespalt versetzen. Einerseits sind wir natürlich froh darum, dass Spielen durch solche Produkte weiter popularisiert wird, andererseits ist es aber auch ein bisschen traurig, dass ausgerechnet ein spielerisch solch flaches Spiel einen derartigen Erfolg erzielt hat.

Fun-Kartenspiel von Elan Lee und Matthew Inman für 2 bis 5 Spieler ab 7 Jahren; ca 15 Minuten; Verlag: Asmodee, ca. 25 Franken

«Honga»

Honga Spieleschachtel

Bild: Haba

Ist es einem wichtig, dass das Katzenspiel schönes, hochwertiges Material hat, kommt man an «Honga» nicht vorbei, einer Herbstneuheit von 2018. Mit seinen Spielfiguren aus Holz ist es prächtig und wunderschön anzuschauen. «Honga» ist dabei der Name eines Säbelzahntigers, der im Wirtschaftsspiel um Steinzeit-Familien eine zentrale Rolle spielt.

Die Spieler haben allerlei verschiedene Aktionsmöglichkeiten und können im Wald nach Vorräten suchen, Mammuts anlocken, den alten Naturgöttern huldigen oder dazwischen immer wieder Honga streicheln. Wer die Katze vernachlässigt, dem frisst sie nämlich die Vorräte weg. Das Brettspiel bietet zwar vielfältige taktische Möglichkeiten, warm geworden sind wir damit ehrlicherweise aber in vielen, vielen Anläufen nicht.

Man ist zwar stets beschäftigt und macht irgendetwas. Doch trotz angestrengtem thematischen Hintergrund bleibt das Spiel zu abstrakt und zu emotionslos. Die verschiedenen Mechanismen wirken zu beliebig zusammengeschustert. Es fehlt ein richtiger Spannungsbogen. Und irgendwann ist die Partie halt plötzlich zu Ende, ohne dass zuvor ein wirklicher Konkurrenzkampf zwischen den Spielern abgelaufen ist.

Aufbauspiel von Günter Burkhardt für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren; ca. 45 min; Verlag: Haba; ca. 40 Franken.

Tom Felber …

... war Vorsitzender der internationalen Kritiker-Jury «Spiel des Jahres» und veröffentlicht seit 1985 Spiele-Rezensionen in verschiedenen Medien. Hier stellt er regelmässig neue Brett- und Kartenspiele vor.

Bild

bild: zvg

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    Alle Leser-Kommentare
  • c0rnfl4ke 18.02.2019 09:11
    Highlight Highlight Ich war Backer bei Exploding Kittens und war ein bisschen enttäuscht von der doch sehr simplen Spielmechanik. Aber mit der "Imploding Kittens"-Erweiterung, die etwas später erschien, wird es deutlich spannender und komplexer. Sehr zu empfehlen.
  • Digitalrookie 17.02.2019 23:53
    Highlight Highlight Katze im Haus? Niemals! Hund übrigens auch nicht. Die würden mir doch nur den handgeknüpften afghanischen Teppich kaputt machen, der neuerdings mein Arbeitszimmer ziert...
  • David Steger 17.02.2019 23:01
    Highlight Highlight Mein Umfeld und ich sind von "Exploding Kittens" begeistert. Das Spielprinzip funktioniert tatsächlich wie Russisches Roulett nur mit dem Unterschied, dass man beeinflussen kann, wer stirbt. Das führt dazu, dass man zu den Mitspielern richtig fies sein kann. Darüber hinaus hat es auch noch eine taktische Komponente. Dadurch ergeben sich "Feindschaften", die auch über mehrere Spielrunden andauern. Wir haben immer grossen Spass!
    Muss mir bei Gelegenheit mal die Erweiterung besorgen...

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