FragFrauFreitag

Die einen stecken ein Holzschild in den Garten. Andere beginnen wie die Grosseltern zu häkeln. 
kafi freitag

Liebe Kafi, eine wirklich nicht drängende Frage des Lebens beschäftigt mich immer wieder ...

Warum verkünden neugewordene Eltern ihr Glück über die Geburt des Nachwuchses auf grossen Holzinstallationen am Balkon, im Vorgarten oder an der Haustür? Was sind die Beweggründe dahinter? Schreien vor Freude? Warnung der Nachbarn? Dämlicher Trend? Liebe Grüsse. Sabine, 33

06.06.16, 10:28 07.06.16, 16:11

Liebe Sabina

Aus den gleichen Gründen, warum sie «Kevin on Board»-Sticker auf die Heckscheibe kleben und mit nicht so nahen Bekannten über die Farbe der Babyscheisse reden; den Hormonen. Wenn ein Baby zur Welt kommt, stehen diese bei Mutter und Vater auf dem Kopf. Frauen, die zuvor obercool taten und für ihr noch Ungeborenes bereits Babysitter suchten, damit sie bald wieder mit dem Kindsvater ausgehen können, heulen sich plötzlich den Kopf aus und Männer wollen auch nichts anderes, als Zuhause mit dem Kleinen spielen. Kurzum: Eine Geburt macht etwas mit einem, was man zuvor niemals geahnt hätte. Die Bindung, die mit diesem kleinen Menschen mitgeliefert wird, ist unbestritten etwas vom Krassesten, was man jemals erleben wird. Dass man da plötzlich sehr seltsam anmutende Dinge tut, gehört dazu. Ich denke, wenn jemand Holzfiguren in der Form und Farbe des Häufchens des Babys bestellen könnte, würde auch dieses Business laufen und man würde sie in Vorgärten stehen sehen. Der Zustand ist vergleichbar mit der Phase des Frischverliebtseins, wo man auch gerne Dinge tut, die man ein Jahr später nicht mehr ganz nachvollziehen kann. Seien Sie drum nachsichtig mit jungen Eltern. Bei den meisten geht diese Phase des grenzdebilen Schwachsinns wieder vorbei.

Und wer weiss … Vielleicht ist es bei Ihnen auch irgendwann so weit und Sie können nicht anders, als mit einem «Kevin on Board»-Kleber rumfahren, und suchen sich eine neue Wohnung mit Balkon, damit man dort das doofe Holzschild anbringen kann.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi

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Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • solani 09.06.2016 10:35
    Highlight Vor allem die Autokleber finde ich sicherheitstechnisch ein bisschen kritisch..
    Ob es schlau ist das jeder (wortwörtlich) dahergelaufene Fremde weiss wie die Kinder heissen..? Ich weiss ja nicht.
    (Aber jeder entscheidet da natürlich selbst. Kein Vorwurf.)
    3 1 Melden
  • Zeit_Genosse 07.06.2016 09:26
    Highlight Diese Holztafeln sind ein Brauch und eine Tradition von früher. Im Dorf war es schon ein Ereignis wenn die Niederkunft erfolgreich verlaufen ist (Kindersterblichkeit)und man sich auf ein neues Mitglied der Gemeinschaft freuen durfte. Eigentlich ein schöner Brauch, statt tausende "Instagrambildli" herumzuschleudern. Es ist auch ein Symbol von Fruchtbarkeit und Stolz. Ich wäre nicht so streng. Doch wenn diese Holzfiguren 5 und mehr Jahre stehen bleiben, dann wird es peinlich.
    36 2 Melden
  • fantastic 06.06.2016 22:19
    Highlight http://www.watson.ch/Wissen/UserInput/882388120-«Wenn-heute-ein-Kind-geboren-wird--wird-ein-Baum-gefällt-statt-gepflanzt»-–-Kritische-Gedanken-einer-watson-Userin-

    Fällt mir irgendwie das dazu ein...
    11 0 Melden
  • Spooky 06.06.2016 20:53
    Highlight Einerseits machen sich die Leute Sorgen über die Überbevölkerung. Andererseits freuen sich die gleichen Leute über jedes Kind, das auf die Welt kommt. Wo bleibt die Logik?
    11 19 Melden
    • wonderwhy 06.06.2016 22:20
      Highlight Vielleicht weil die Überbevölkerung auf diesem Planeten etwas ungleich verteilt ist. Oder etwas zugespitzt ausgedrückt: Da wo er mehr braucht, kommen keine. Da wo es zuviel hat, kommen haufenweise Neue.
      25 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.06.2016 13:37
      Highlight Und wenn von da wo es viele hat, nach dort gehen wo es weniger hat, wollen die Wenigen die Neuen nicht. XD
      17 3 Melden
  • Yelina 06.06.2016 19:44
    Highlight Ich wundere mich teilweise eher über die Namen auf den Tafeln, weniger über die Tafeln selbst...
    46 1 Melden
    • 's all good, man! 06.06.2016 21:20
      Highlight Komm schon, sei doch ein bisschen toleranter den Eltern von Noah, Meret, Emma, Elija, Vitus, Linus und Mia gegenüber!
      9 7 Melden
    • Yelina 06.06.2016 21:58
      Highlight Das ginge ja noch! Aber z.B. Karl-Jakob und Martha-Mathilde!
      14 4 Melden
    • cassio77 07.06.2016 05:02
      Highlight Wir sind auch auf Namenssuche... eensthaft: so einfach ist die Sache nicht. Das arme Kind wird diesen Namen das ganze Leben tragen müssen... und bei bi- oder trinationalen Kindern wird die sache dann noch schwieriger. Bin deshalb glücklich über wirklich gute Vorschläge.
      16 1 Melden
    • nolle 07.06.2016 06:05
      Highlight Mittlerweile sind sogar die Pfadinamen der Kinder normaler als ihre echten Vornamen...
      29 1 Melden
    • Menel 07.06.2016 08:37
      Highlight Cassio77, "keltische" Namen sind super, da sie meist im deutschen, französischen und englischen Sprachraum bekannt sind.
      10 0 Melden
  • Talli 06.06.2016 13:43
    Highlight Man kann sich auch über die unwichtigste sache der welt eine meinung bliden nur um über andere menschen zu urteilen und sich selbst als etwas besseres fühlen. Liebe eltern macht doch bitte so wie ihr euch wohlfühlt, mit oder ohne schild, solange wir uns alle gut fühlen ist es mir herzlichst egal.
    52 10 Melden
  • tschu 06.06.2016 13:43
    Highlight Bei uns werden die Holzschilder nie von den Eltern selber sondern immer von Freunden, Paten, Vereinskollegen,... geschenkt und montiert. Genau auch wie oft eine Tanne gestellt wird.
    Die Eltern laden danach als Dankeschön alle zu einem Essen ein, wo erst alles wieder abgeräumt wird und - nach getaner Arbeit - man gemütlich zusammensitzt.
    53 3 Melden
  • oldman 06.06.2016 13:13
    Highlight Leben und leben lassen. Who cares?
    44 2 Melden
  • Flurina Laflamme 06.06.2016 13:06
    Highlight Ein "dämlicher Trend" ist meiner Meinung nach eher, alles zu verurteilen, was man selbst nicht so machen würde, selbst wenn es etwas ist, dass niemandem schadet. Selbstverständlich hat jeder ab und zu solche Gedanken, aber muss man das wirklich laut aussprechen? Viel einfacher wäre es doch einfach, zu akzeptieren, dass jeder unterschiedlich mit einem solch freudigen Ereignis umgeht und sich mit der jungen Familie zu freuen... Verbessert übrigens auch die eigene Laune. ;)
    101 9 Melden
    • JaneSoda 06.06.2016 13:46
      Highlight Danke Flurina - ich wollte selbes anmerken :-)
      17 4 Melden
    • Nick Name 06.06.2016 15:23
      Highlight Ich glaube, dieser dämliche Trend ist überhaupt nichts Neues: Ganz sicher wurde schon unter Pfahlbauern gelästert. Das passiert, sobald es eine Gemeinschaft mit verschiedenen Menschen gibt.

      Das Problem heute ist einfach: Es ist für jeden einzelnen Menschen bubieifach, in nullkommanichts tausende andere an seinen mehr oder weniger ausgegorenen Gedanken (die noch vor ein paar Jahrzehnten einfach in der Kafirunde oder am Stammtisch blieben, es allenfalls noch in die Leserbriefspalten schafften) teilhaben zu lassen...

      Umso mehr sollten wir uns oldmans (oben) Motto zu Herzen nehmen. :-)
      24 2 Melden
    • Flurina Laflamme 06.06.2016 18:52
      Highlight *das (ich verurteile vorallem meine Schreibfehler)

      @Nick: Sehe es genau wie du. Meine Aussage mit dem Trend war auch eher als Überleitung gedacht. Wie du erwähnst, ist es aber heute ganz normal, solche Sachen öffentlich zu sagen. Dies finde ich schade, weil es keine konstruktive Kritik ist und einzig und allein eine negative Stimmung verbreitet.
      14 2 Melden
    • Flurina Laflamme 06.06.2016 19:26
      Highlight *vor allem! :'D
      5 3 Melden
    • cassio77 07.06.2016 05:05
      Highlight Flurina, ganz grosses Kino. Mehr Miteinander statt Gegeneinander.
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.06.2016 08:25
      Highlight Starke Kafi Flurina.
      Es würde mich nicht mal überraschen, wenn diese Dame selbst noch kein Glück hatte diesbezüglich und anderen einfach missgönnt. Was zwar sehr traurig wäre - aber durchaus realistisch.
      5 1 Melden
  • JustDoItNow 06.06.2016 12:47
    Highlight Nur schnell:
    - die Holzschilder bringen nicht die Eltern sondern Gotti/Götti oder Kollegen aus Vereinen an (Meist heimlich wenn der Vater auf Spitalbesuch ist)
    - die "Kevin-on-Bord" Sticker sollen eigentlich andere Verkehrsteilnehmer informieren, dass man mindestens mit einem Baby oder Kleinkind unterwegs ist, und deswegen vielleicht nicht an der Anzeigegrenze fährt. UND zudem den Hinweis liefern, dass man keinen SUV mit 0.5m Abstand an der Heckstossstange haben möchte
    46 7 Melden
    • Heinz Nacht 06.06.2016 13:18
      Highlight "dass man keinen SUV mit 0.5m Abstand an der Heckstossstange haben möchte": Das will ich auch ohne Gofen in der Karre nicht. Auch keinen Smart übrigens...
      67 0 Melden
    • JustDoItNow 06.06.2016 13:40
      Highlight Da hast Du wohl recht - wir haben noch Hoffnung dass der Kleber dazu beiträgt - aber leider...
      12 5 Melden
    • Heinz Nacht 06.06.2016 16:47
      Highlight Wenn ich den Kleber lesen kann, bin ich eh schon zu nah...
      38 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.06.2016 20:16
      Highlight Richtig geil sind die Autos mit Baby-an-Bord-Kleber die selber unterwegs sind wie die grössten Rennpistensäue...
      20 0 Melden
    • Lichtblau 06.06.2016 20:52
      Highlight Dann sollte es vielleicht auch Stickers wie "Hans-Heiri on Board" oder "Adolf on Board" geben. Dann wüssten lästige Auffahrer gleich, dass der reizbare Vordermann gemeint ist und wären gewarnt. Denn wer würde schon Babys so nennen?
      4 1 Melden
    • Martiis 06.06.2016 21:09
      Highlight Wer würde heutzutage sein Baby noch Kevin nennen?
      11 1 Melden
    • Heinz Nacht 06.06.2016 22:38
      Highlight Ich habe mal ein Auto mit Namen gesehen, da war ich echt froh, dass diese Eltern nach zwei Buben und einem Mädchen nicht noch ein zweites Mädchen hatten. Die Namen waren: Leon, Noel und Lana...
      23 3 Melden
  • Lopsi 06.06.2016 12:15
    Highlight Naja, trotz Hormonen kam bei mir nie das Bedürfnis nach so einer Holzfigur. Es muss ja nicht gleich das ganze Dorf Bescheid wissen, oder?
    13 10 Melden
  • Matrixx 06.06.2016 12:11
    Highlight Wenn das bei Neugeborenen ist, mag ichs ja verstehen. Ich sehe aber teilweise Schilder von Klindern mit Geburtsjahr zwischen 2010 und 2015...
    Da fragt man sich dann schon...
    29 2 Melden
    • DerElch 06.06.2016 14:49
      Highlight Das ist eine wunderbare, eher ländlich/katholisch geprägte Tradition und eine Abwandlung des "Geburts-Bäumchen". Das stellen Verwandte und Bekannte den Neu-Eltern mit Spielzeug geschmückt in den Garten. Die neuere/städtischere Interpretation sind eben die Geburtstafeln. Ich habe meinem Gottibuben und meinen Neffen jeweils zur Geburt eine gemalt und "glaubsäägelet" und freue mich sehr, hängen einige auch heute, 1 Jahr später, noch immer.
      17 4 Melden
    • Matrixx 06.06.2016 17:07
      Highlight 1 Jahr ist akzeptabel. Meinetwegen auch 2. Aber 6 Jahre sind definitiv zu viel...
      16 4 Melden
    • maxi 06.06.2016 20:02
      Highlight Sehe das problem nicht. Ein bekannter von uns hat die holztafeln seiner zwillinge an der scheune befestigt... Sie hängen heute noch da. Ist doch hübsch anzusehn:)
      6 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.06.2016 20:18
      Highlight Leben und lebens lassen. Wen kratzt's ob du das zuviel findest oder nicht?
      Solange du davon keinen Augenkrebs bekommst, geht es dich genau nichts an ;)
      11 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.06.2016 21:31
      Highlight Immer noch beyser als mein Nachbar der mal seinen Weihnachtsbaum ein ganzes Jahr (nicht übertrieben!) lang auf dem Balkon hatte. Als "Stern" hat er ihm übrigens ein Marlboro Päckli aufgesetzt. Da lob ich mir Holztafeln mit Babynamen...
      9 3 Melden

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