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President Barack Obama and first lady Michelle Obama stand with new Saudi King Salman bin Abdul Aziz they arrive on Air Force One at King Khalid International Airport, in Riyadh, Saudi Arabia, Tuesday, Jan. 27, 2015. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Michelle und Barack Obama mit dem neuen König Salman. Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Schleier oder nicht Schleier?

Michelle ist nicht Micheline – warum die First Lady in Saudi-Arabien kein Kopftuch trug



Die damalige Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sorgte im März 2008 bei einem Besuch in Teheran für Wirbel. Als sie den umstrittenen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad traf, trug sie ein weisses Kopftuch. Das kam in der Heimat nicht gut an: CVP-Sprecherin Marianne Binder kritisierte Calmy-Reys «peinlichen Kniefall» vor dem Holocaust-Leugner. «Es ist unnötig, ein Kopftuch zu tragen», meinte die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi.

Iranian President Mahmoud Ahmadinejad, right, looks on during a meeting with Swiss Foreign Minister Micheline Calmy-Rey, left, in Tehran, Iran, Monday March 17, 2008. Swiss energy trading company EGL says it has signed a multibillion dollar (euro) contract to buy natural gas from Iran over the next 25 years. EGL says it will import 5.5 billion cubic meters (194 billion cubic feet) of gas a year from the state-owned National Iranian Gas Export Company. Calmy-Rey has said the deal does not breach sanctions imposed on Iran by the U.N. Security Council over its nuclear program. (AP Photo/Hasan Sarbakhshian)

Micheline Calmy-Rey im März 2008 mit Mahmud Ahmadinedschad. Bild: AP

Nun haben auch die USA ihre «Kopftuch-Affäre»: Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle reisten am Dienstag nach Saudi-Arabien, um nach dem Tod von König Abdullah dem neuen König Salman ihr Beileid auszusprechen. Beim Empfang in der Hauptstadt Riad trug Michelle Obama keinen Schleier. Saudische Twitterer kritisierten, die First Lady habe in anderen Fällen ein Kopftuch getragen, etwa bei einem Moscheebesuch in Indonesien.

Die US-Medien kommentierten das fehlende Kopftuch unterschiedlich. Für die einen setzte Michelle Obama ein mutiges Zeichen für die Rechte der Frauen, die in dem ultrakonservativen Königreich nicht einmal Auto fahren dürfen. Andere klagten, die First Lady habe einen wichtigen amerikanischen Verbündeten beleidigt. Beide Sichtweisen sind weit enfernt von der Realität oder sogar rassistisch, wie das Onlineportal Vox aufzeigt.

First lady Laura Bush has tea with Saudi King Abdullah after arriving with President Bush at Riyadh-King Kahlid International Airport in Riyadh, Saudi Arabia, Friday, May 16, 2008.. (AP Photo/Susan Walsh)

Ohne Kopftuch: Die damalige First Lady Laura Bush 2007 beim Treffen mit König Abdullah. Bild: AP

Demnach hat Michelle Obama nur das normale Protokoll befolgt. Saudi-Arabien verlangt von weiblichen Staatsgästen kein Kopftuch. Die früheren First Ladys Laura Bush und Hillary Clinton trugen keines, ebenso die ehemalige Aussenministerin Condoleezza Rice. Und so konservativ die Ölmonarchie nach innen ist, so offen gibt sie sich gegen aussen. Unverschleierte westliche Frauen seien für die Saudis alles andere als ein ungewohntes Bild, so Vox.

In Saudi-Arabien müsse eine Ausländerin ihr Haar nicht bedecken, hielt auch die NZZ vor sieben Jahren in einem Beitrag zur Calmy-Rey-Kontroverse fest. Im Iran hingegen wurde nach der islamischen Revolution 1979 verfügt, dass jede Frau einen Kopfschleier tragen muss. Die Vorschrift wurde mit den Jahren gelockert, gilt aber nach wie vor. «Calmy-Rey wusste, worauf sie sich einliess», schrieb die NZZ. Die Bundesrätin gab sich gewohnt unbeeindruckt: Sie habe «das Kopftuch als stolze Schweizerin getragen».

Obama zu Besuch beim König von Saudi Arabien

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