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Wegen Weko-Busse: Swisscom muss Gewinnknick hinnehmen

Bild: KEYSTONE
05.11.2015, 07:2705.11.2015, 08:03

Die Swisscom hat in den ersten neun Monaten einen Gewinnknick hinnehmen müssen. Beim grössten Schweizer Telekomkonzern schlug eine Busse der Eidg. Wettbewerbskommission (Weko) zu Buche, die den Gewinn um 186 Millionen Franken nach unten zog.

Die Swisscom soll bis im Jahre 2007 ihre ADSL-Leitungen zu teuer an die Konkurrenz vermietet haben. Damit hätten die Konkurrenten Sunrise, Green oder VTX zu wenig Gewinn machen können. Die Weko befand, dass die Swisscom ihre marktbeherrschende Position missbraucht habe.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte diesen Befund vor kurzem grundsätzlich gestützt. Die Swisscom will das Urteil vor Bundesgericht anfechten, hat aber eine Rückstellung für die Busse von 186 Millionen Franken gebildet.

Diese schlug auf das Resultat. Zudem hätten Preissenkungen für die Roamingtarife und Währungseinflüsse das Ergebnis nach unten gezogen, teilte die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué mit. Der Umsatz legte zwar um 0,3 Prozent auf 8.651 Milliarden Franken zu. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank derweil um 8,1 Prozent auf 3.099 Milliarden Franken.

Unter dem Strich verdiente die Swisscom noch 1.058 Milliarden Franken. Das sind 21.6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Erwartungen verfehlt

Damit hat der «blaue Riese» die Erwartungen der Finanzgemeinde verfehlt. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 8.657 Milliarden Franken, einem EBITDA von 3.17 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 1.136 Milliarden Franken gerechnet.

«In Anbetracht des schwierigen Umfelds bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.»
Swisscom-CEO Urs Schaeppi

Die Swisscom führt eine Reihe von Sondereffekten an, die auf dem Ergebnis gelastet hätten. Ohne die Rückstellung für die Busse in Höhe von 186 Millionen Franken, die Sondereffekte von Firmenkäufen und -verkäufen, Gewinnen aus dem Verkauf von Immobilien, Aufwendungen für die Personalvorsorge sowie Währungseffekte wäre der EBITDA um 2,2 Prozent gestiegen.

«Preissenkungen beim Roaming, Währungseinflüsse und ein intensiverer Wettbewerb prägten unser Geschäft im dritten Quartal», erklärte Swisscom-Chef Urs Schaeppi. «In Anbetracht des schwierigen Umfelds bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.»

An den Zielen für das Gesamtjahr hält die Swisscom fest. Sie will einen Umsatz von über 11.5 Milliarden Franken und einen EBITDA von über 4 Milliarden Franken erreichen. Die Dividende soll unverändert bei 22 Franken pro Aktie liegen. (mlu/sda)

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