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«Wir setzen den Handelskrieg aus» – USA und China schaffen ersten Durchbruch

20.05.18, 18:22 21.05.18, 08:34


Die USA und China haben einen ersten Durchbruch zur Lösung ihres Handelsstreits erzielt. «Wir setzen den Handelskrieg aus», sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin am Sonntag zu der Übereinkunft vom Vortag. Einer gemeinsamen Erklärung zufolge vereinbarten beide Seiten «effektive Massnahmen», um das US-Handelsdefizit mit der Volksrepublik deutlich zu verringern.

China werde künftig mehr US-Produkte vor allem aus den Bereichen Landwirtschaft und Energie kaufen, hiess es. Eine US-Delegation soll nun in China Details klären. Ein Zeitrahmen wurde nicht genannt. Ein Abkommen könne aber bei einem möglichen US-Besuch des chinesischen Vizepräsidenten Wang Qishan zur Jahresmitte erzielt werden, hiess es in US-Regierungskreisen.

epa06735801 White House senior advisor Ivanka Trump (R) speaks next tio US Treasury Secretary Steven Mnuchin (L) during the opening ceremony at the US consulate that will act as the new US embassy in the Jewish neighborhood of Arnona, in Jerusalem, Israel, 14 May 2018. The US Embassy in Jerusalem is inaugurated on 14 May following its controversial move from Tel Aviv to the existing US consulate building in Jerusalem. US President Trump in December 2017 recognized Jerusalem as Israel's capital. The decision, condemned by Palestinians who claim East Jerusalem as the capital of a future state, prompted worldwide protests and was met with widespread international criticism.  EPA/ABIR SULTAN

Finanzminister Steven Mnuchin mit Ivanka Trump. Bild: EPA/EPA

Die USA erwarteten eine Steigerung der Agrar-Exporte nach China von zwischen 35 und 40 Prozent, sagte Mnuchin dem Sender Fox News. In den kommenden drei bis fünf Jahren solle China seine Abnahme von Energie verdoppeln. «Wir haben genaue Ziele festgelegt», sagte Mnuchin. Er werde sie jedoch nicht öffentlich nennen.

Am Samstag hatte es geheissen, China werde mit dem verstärkten Kauf von US-Waren und Dienstleistungen besser die wachsende Konsumnachfrage in der Bevölkerung befriedigen können. Die USA haben ein Handelsdefizit mit China von 335 Milliarden Dollar, das die US-Regierung abbauen will.

Vage Zusagen für besseren Patentschutz

US-Präsident Donald Trump sieht sein Land benachteiligt, weil die Volksrepublik viel mehr in die USA exportiert als sie dort einkauft. Trump hat daher nach der Verhängung von Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminium-Importen mit zusätzlichen Abgaben auf chinesische Produkte im Volumen von 150 Milliarden Dollar gedroht, woraufhin China Gegenmassnahmen ankündigte.

Dies schürte die Sorgen vor einem Handelskrieg der beiden weltgrössten Volkswirtschaften, der auch andere grosse Export-Nationen treffen würde. In den vergangenen Wochen hatte es wiederholt aber auch Zeichen der Annäherung gegeben.

President Donald Trump speaks during an event on prison reform in the East Room of the White House, Friday, May 18, 2018, in Washington.   Trump and his supporters are circulating an explosive theory: The FBI, they say, planted a mole inside their campaign to bring him down. The unverified allegation has lit up conservative media and earned space on Trump’s Twitter feed(AP Photo/Evan Vucci)

Donald Trump ärgert sich immer wieder über die Chinesen. Bild: AP/AP

Beide Seiten kündigten nun an, weiter auf hochrangiger Ebene an einer Lösung des Streits zu arbeiten. Dabei soll es auch um einen besseren Schutz von geistigem Eigentum gehen.

Die gemeinsame Erklärung blieb hier zwar vage. China habe aber zugesagt, gesetzliche Regelungen zu verbessern, auch beim Patentrecht. Trump wirft China vor, von offenen Märkten im Westen zu profitieren, den eigenen Markt aber abzuschotten und geistiges Eigentum zu stehlen. Unter anderem zwinge die Volksrepublik US-Firmen, ihr Technologie-Know-how an chinesische Firmen weiterzugeben.

Am 1. Juni läuft die US-Frist für die Ausnahme der EU von den Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium aus. Sollten die Verhandlungen bis dahin erfolglos bleiben und die Zölle in Kraft treten, will die EU umgehend Gegenmassnahmen einleiten. (sda/reu)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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15
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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • cassio77 21.05.2018 11:00
    Highlight Es hört sich wie ein Sieg der Trump-Administration an. Nur, die Chinesen gehen nie als Verlierer vom Platz... die Details des Deals wären wirklich interessant.
    1 0 Melden
  • roger.schmid 20.05.2018 23:35
    Highlight ..
    10 3 Melden
  • purpletrain 20.05.2018 22:47
    Highlight Schön wenn man sich darüber freuen kann zum Rohstofflieferanten degradiert zu werden.
    11 3 Melden
    • Ökonometriker 21.05.2018 01:32
      Highlight China denkt sich wohl dasselbe. Geostrategisch ein Trugschluss, denn so kontrollieren die USA weiterhin allein die globalen Agrarmärkte, China macht sich abhängig. Die USA weigern sich derweil weiterhin, China mit high-tech Equipment zu versorgen. China konnte keine seiner Kernforderungen durchsetzen.

      Würde mich wundern, wenn Beijing das wirklich mit sich machen lässt. Vermutlich importieren sie ein paar Tonnen mehr Mais aus den USA damit Trump ruhig ist und machen sonst weiter wie bisher.
      7 3 Melden
    • purpletrain 21.05.2018 12:27
      Highlight Welche chinesischen Forderungen? Afaik wollte die US-Regierung den Chinesen vorallem Industrieprodukte verkaufen die eine gewisse Wertschöpfung im Land generieren. Namentlich erwähnt wurden zum Beispiel Halbleiter. Nun verkaufen sie (subventionierte) Rohstoffe.
      Im übrigen bin ich der Meinung das der zweitgrösste Agrarchemie Konzern der Welt kürzlich von einem chinesischen Unternehmen aufgekauft wurde.
      2 0 Melden
    • Ökonometriker 22.05.2018 01:26
      Highlight @purpletrain: offenbar sind die den Medien bekannten Forderungskataloge nicht offiziell - ich glaube wir müssten da tiefer recherchieren: https://www.nzz.ch/amp/wirtschaft/die-usa-und-china-tasten-sich-weiter-ab-ld.1387164

      Da ich derzeit in China bin wo google gesperrt ist (resp. via VPN extrem langsam), fällt mir das aber relativ schwer.

      0 0 Melden
  • Oh Dae-su 20.05.2018 21:17
    Highlight Ich frage mich, was sich die Amerikaner davon erhoffen. Gerade bei Landwirtschaftsgütern sowie Energie handelt es sich ja um komplett generische Güter mit Weltmarktpreis. Wenn die Amis ihr Soja und ihr Öl nun an die Chinesen statt z.B. an die Europäer verkaufen, hilft das vielleicht ihrer Handelsbilanz mit China, ändert aber überhaupt nichts an ihrer negativen Gesamtbilanz.
    23 3 Melden
    • bebby 21.05.2018 12:28
      Highlight Vermutlich möchte Trump damit nur seine Wähler im mittleren Westen beruhigen, nachdem China Strafzölle auf Soja, etc. angekündigt hatte. Relevant für den Gesamthandel ist die Landschwirtschaft von lange nicht mehr.
      Ich gehe eher davon aus, dass der Chinesische Vice-Premier die US-Regierung über die potentiellen Folgen ihrer Strategie aufgeklärt hat, was dann eine Aussetzung zur Folge hatte.
      China sitzt definitiv am längeren Hebel und vorallem sind die Schritte der Chinesischen Regierung wohlüberlegt. Die US-Regierung hat längst ihre klugen Köpfe in die Wüste geschickt.
      2 0 Melden
  • äti 20.05.2018 20:53
    Highlight Typisch Trump: Grossi Schnorre und dänn kai Zäh !
    18 7 Melden
  • Scaros_2 20.05.2018 18:29
    Highlight Und welche Trumpsche Firma profitiert jetzt? Ich meine Ich bitte euch - als ob er im Sinne des Landes handelt. In erster Linie guckt er doch das er und sein engster Kreis vorteile schafft für die Zukunft.

    Also. Wer profitiert davon im Sinne einer Firma etc.?
    38 11 Melden
    • matcha 20.05.2018 18:48
      Highlight Ivankas schuh- und kleiderproduktion. Was hat sie damit zu tun, neben mnuchin? Ist sie handelsministerin?
      10 3 Melden
    • roger.schmid 20.05.2018 19:05
      Highlight @scaros: aus dem Spiegel: "Tatsächlich hat die chinesische Regierung erst vor wenigen Tagen gut 500 Millionen Dollar an staatlichen Krediten für den Bau eines Vergnügungsparks in der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakartafreigegeben. Das Projekt trägt den Namen "Lido City". Die "Trump Organization", die von Trumps Söhnen geführt wird, aber dem Präsidenten weiterhin gehört, plant dort ein Luxushotel, einen Golfplatz mit angeschlossenem "Country Club" sowie Luxusvillen und Wohnungen, die zum Verkauf stehen sollen."
      Die Zugeständnisse der Chinesen klingen ansonsten sehr wage..
      21 5 Melden
    • Oberon 20.05.2018 19:46
      Highlight Es wird sich sicher für Trump gelohnt haben. Leider schaut die USA da weiter in die Röhre da China nichts verbindliches zugesagt hat. Dies als Erfolg zu feiern ist auch sehr abenteuerlich.
      14 3 Melden
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