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China-kritischer Film gewinnt am Hong Kong Film Festival – in chinesischen Medien steht darüber kein Wort

Autonomie, Freiheitsrechte, Kultur: «Ten Years» prangert den Verfall Hongkongs unter chinesischer Herrschaft an. Jetzt hat der Film aus der Sonderverwaltungszone einen der wichtigsten Filmpreise Asiens gewonnen.

04.04.16, 11:54 04.04.16, 12:10


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Bild: STRINGER/REUTERS

Ein dystopischer Film über die Zukunft Hongkongs unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas hat einen der bedeutendsten Filmpreise Asiens gewonnen. Der Film «Ten Years» gewann den ersten Platz in der Kategorie «Bester Film» des Hong Kong Film Festival.

Der Episodenfilm «Ten Years» beschreibt in fünf Geschichten, wozu sich die chinesische Sonderverwaltungzone Hongkong in zehn Jahren entwickelt haben könnte. Die Zukunftsvisionen sind durchweg düster: Die Zentralregierung in Peking ignoriert Hongkongs Autonomie, Freiheits- und Bürgerrechte existieren kaum noch, Kantonesisch, der Dialekt Hongkongs, wird unterdrückt.

«Ten Years» entstand als Low Budget-Produktion und entwickelte sich zu einem Überraschungserfolg. Er spielte in Hongkong mehr als sechs Millionen Dollar ein, in einem Kino mehr als «Star Wars: Das Erwachen der Macht». In China ist der Film verboten.

Ein «Gedankenvirus»

«Der Film zeigt die Angst der Hongkonger», sagte Chow Kwun-wai, einer der fünf an dem Film beteiligten Regisseure, nach der Preisverleihung.

In den chinesischen Medien wurde über das Hong Kong Film Festival berichtet, Portale wie Tencent und Sina liessen den Film «Ten years» aber unerwähnt. In der chinesischen Parteipresse wurde «Ten Years» im Januar kurz nach seinem Erscheinen als «absurd» und «pessimistisch» beschrieben und ein «Gedankenvirus» genannt.

Menschenrechtsorganisationen sagen, dass der Einfluss Pekings auf Hongkong wachse und die Autonomierechte und Kultur der Stadt zurückgedrängt würden. 2014 besetzten Demokratieaktivisten monatelang Teile der Finanz- und Regierungsbezirke und blockierten den Zugang zum Regierungssitz. Die Demonstrationen, die die direkte Wahl des Verwaltungschefs forderten, gingen ergebnislos zu Ende. Seitdem gibt es immer wieder Zusammenstösse zwischen Demoktarieaktivisten und den Sicherheitsbehörden, zuletzt auch zunehmend gewalttätig.

Die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong wurde 1997 von Grossbritannien an China zurückgegeben. Seitdem wird sie nach dem Prinzip «Ein Land, zwei Systeme» als Sonderverwaltungszone geführt und geniesst Autonomierechte.

mka/AP

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