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730 Kilogramm Siedlungsabfall verursacht jeder Schweizer pro Jahr.
Bild: KEYSTONE

Rate mal, wer noch mehr Müll verursacht als die Schweizer

24.03.2016, 17:3625.03.2016, 11:02

Um fast 30 Kilogramm pro Person ist in der Schweiz der Müllberg allein im Jahr 2014 gewachsen. Mit 730 Kilogramm je Einwohner liegt das Land bei den Siedlungsabfällen europaweit an zweiter Stelle.

Siedlungsabfall pro Kopf/Jahr (in Kilo)

grafik: watson; quelle: daten für 2014 gemäss eurostat

Nur in Dänemark wird noch mehr weggeworfen. 2014 waren es rund 760 Kilogramm pro Kopf, wie Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat zeigen. Hinter der Schweiz folgen mit jeweils gut 600 Kilogramm Zypern, Deutschland und Luxemburg. Nicht einmal halb so gross ist das Abfallaufkommen in Rumänien, Polen und Lettland.

«Es stimmt, wir produzieren tatsächlich viel Abfall. Das ist eine Folge unseres Wohlstands. Wo viel konsumiert wird, entsteht auch viel Abfall.»
Michael Hügi, Bundesamt für Umwelt, Abteilung Abfall und Rohstoffe

Zum Glück ist das nur (und ziemlich genau) die halbe Wahrheit. Die Schweiz steht noch in einer anderen Kategorie weit oben:

«Allerdings muss man auch beachten, was mit dem Abfall passiert. Mit 54 Prozent haben wir eine sehr hohe Recycling-Quote. Die Menge, die verbrannt wird, ist über die Jahre konstant.»
Michael Hügi, Bundesamt für Umwelt, Abteilung Abfall und Rohstoffe

Wiederverwertung* (in Prozent)

* Recycling + Kompostierung<br data-editable="remove">
* Recycling + Kompostierung
grafik: watson; quelle: daten 2014 gemäss eurstat

In der EU nimmt die Menge der Siedlungsabfälle je Einwohner seit Jahren kontinuierlich ab. Aktuell liegt der Durchschnitt bei 475 Kilogramm. Anders in der Schweiz: Nach einem Rückgang in den Jahren 2009 und 2011 wächst die Pro-Kopf-Abfallproduktion wieder an, 2014 um 28 Kilogramm. Mitgerechnet sind Haushaltsabfälle sowie vergleichbare Abfälle aus Industrie und Gewerbe.

«Konkrete Verwertungsziele wie in der EU haben wir nicht, aber in der neuen Abfallverordnung kommt klar zum Ausdruck, dass Abfall wiederverwertet wird, wo immer es ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Luft nach oben haben wir noch bei den Kunststoff-Hohlkörpern, etwa Shampooflaschen und beim Bioabfall, der immer noch ein Drittel des Haushaltskerrichts ausmacht.»
Michael Hügi, Bundesamt für Umwelt, Abteilung Abfall und Rohstoffe

Bedingt durch die wachsende Bevölkerung und den zunehmenden Wohlstand, hat sich die Gesamtmenge der Siedlungsabfälle in der Schweiz in den letzten 30 Jahren verdoppelt. 2014 überstieg sie gemäss Bundesamt für Umwelt erstmals die Schwelle von 6 Millionen Tonnen (siehe Grafik).

Abfall-Entwicklung in der Schweiz

(kri/sda)

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