Endlich ist es wieder so weit: Heute beginnt die «PDC World Darts Championship 2020»! Spannung, Spektakel und grölende Fans sind garantiert. Damit auch du mitdiskutieren kannst, machen wir dich fit für den Mega-Event zum Jahreswechsel.
Die WM beginnt heute Abend um 20 Uhr und endet am 1. Januar 2020. Insgesamt nehmen 96 Spieler teil, die 32 besten der Weltrangliste («PDC Order of Merit») sind gesetzt und steigen erst in der 2. Runde ein.
Insgesamt 28 Nationen stellen jeweils mindestens einen Athleten. Am stärksten vertreten ist wie immer das Mutterland des Darts-Sports: England mit 37 Profis. Für Holland sind neben Titelverteidiger Michael van Gerwen zehn weitere Spieler mit von der Partie. Schweizer sind leider keine dabei, dafür zum zweiten Mal zwei Frauen: Die Engländerin Fallon Sherrock und die Japanerin Mikuru Suzuki.
Die Regeln: Gespielt wird im Satz-Modus mit Single-In und Double-Out. Ein Spiel von 501 Punkten runter auf 0 wird Leg genannt, drei Leg-Gewinne sind ein Satz. Zunächst wird «Best of Five»-Sätze gespielt, bis zum Final steigert sich die Anzahl benötigter Gewinnsätze dann auf 7.
Die TV-Übertragung: Der deutsche Sender Sport1 überträgt wie immer live von der Darts-WM. Rund 100 Stunden sind die Darts-Fan im «Ally Pally» hautnah dabei. Der Sender bietet zudem einen kostenlosen Livestream auf YouTube an. Auch auf dem Streamingdienst DAZN, wo Experte Elmar Paulke kommentiert, werden alle Spiele übertragen.
Eines vorweg: Es sind mal wieder die üblichen Verdächtigen. Zumindest fast, denn in dieser Saison machten mit dem dreifachen BDO-Weltmeister Glen Durrant und Nathan Aspinall auch zwei weniger bekannte Gesichter auf sich aufmerksam.
Zwei Jahre nach dem Abschied von Phil Taylor beendet auch der zweitbeste Darts-Spieler der Geschichte seine Karriere. Der fünffache Weltmeister Raymond van Barneveld spielt sein letztes Turnier.
The moment has come. Tomorrow I will travel to London to play my final World Championships, I hope to show the world the one more time what I can do. Leg by leg, set by set, match by match. I will fight till the end. pic.twitter.com/hIADnJYsFz
— Raymond v Barneveld (@Raybar180) December 11, 2019
«Barney» hat Darts in Holland in den 1990er-Jahren so richtig populär gemacht und geniesst nicht nur bei seinen Fans, der «Barney-Army», Volksheld-Status. Zu den ganz grossen Titelfavoriten zählt der 52-Jährige bei seinem Abschied nicht mehr. Wie Taylor würde van Barneveld aber gern mit einer Final-Qualifikation abtreten, doch schon im Achtelfinal könnte mit Peter Wright ein dicker Brocken warten.
@Raybar180 has reached out to his old nemesis @PhilTaylor to help prepare him for his last ever PDC World Championship. Stay tuned for updates throughout the day #Teamtarget #stepbeyond pic.twitter.com/yoxB7VnHy1
— Target Darts (@TargetDarts) December 12, 2019
Die Briten wetten sehr gerne, natürlich auch beim Darts. Der haushohe Topfavorit ist auch in diesem Jahr wieder Michael van Gerwen. Der Titelverteidiger war auch in diesem Jahr wieder der mit Abstand beste Spieler der Saison. Wer auf ihn setzt und gewinnt, macht nicht allzu viel Geld. Wer auf Gerwyn Price, Peter Wright, Rob Cross, Michael Smith oder Gary Anderson tippt, hat deutlich mehr Gewinn in Aussicht.
🎯 It's nearly time for the greatest event on earth...
— The Sportsman Bet (@TheSportsmanBet) December 9, 2019
The World Darts Championships start this week, and Michael van Gerwen is the favourite to win his 4th title!
Odds subject to change | BeGambleAware | 18+#WHDarts
Latest outright odds:
— William Hill (@WilliamHill) December 13, 2019
Michael van Gerwen - 5/4
Gerwyn Price - 5/1
Peter Wright - 14/1
Rob Cross - 16/1
Michael Smith - 22/1
Gary Anderson - 25/1
View the full market 👉 https://t.co/bw5T6BRXRT#WHDarts pic.twitter.com/D7PuqNebzj
Es gibt wieder mehr! Das Gesamtpreisgeld der Darts-WM 2020 wurde im Vergleich zum Vorjahr um 200'000 Pfund auf 2,5 Millionen Pfund erhöht. Der PDC-Darts-Weltmeister 2020 erhält ein Preisgeld von 500'000 Pfund, das höchste in der Geschichte des Sports. Wer es in die 1. Runde geschafft hat, darf sich immerhin über 7500 Pfund freuen.
Zusätzlich gibt es 20'000 Pfund für einen Nine Darter. Sollten mehrere Spieler das Kunststück schaffen, wird das Preisgeld geteilt. Falls jemand zum ersten Mal in der WM-Geschichte zwei Nine-Darter werfen sollte, bekommt er oder sie einen Bonus von 100'000 Pfund.
Der Nine Darter ist ein perfektes Leg. Mit neun Pfeilen wirft ein Spieler exakt 501 Punkte, natürlich mit einem Doppelfeld zum Schluss. 71 Möglichkeiten gibt es, das Kunststück zu schaffen. Zuletzt gelang dies van Gerwen bei den Players Championship Finals vor zwei Wochen – nach einer Dürreperiode von über einem Jahr.
In der WM-Geschichte gab es bisher neun Neun-Darter von sieben verschiedenen Spielern. Gleich zweimal gelang Raymond van Barneveld (51) dieses Kunststück. Bei der WM gelang dies zuletzt Gary Anderson im Jahr 2016.
Kein anderer «Caller» (Schiedsrichter) ist so beliebt wie Russ Bray. Nicht nur, weil er so gut Kopfrechnen kann. Wegen seiner rauchigen Stimme wird er nur «The Voice» genannt. Kein Wunder: Wenn er «Ooonehundredandeeiightyyy!» ins Mikrofon schreit, geht das nicht nur den Darts-Fans unter die Haut.
Planen lässt sich der Einstieg in den Beruf des Callers natürlich nur schwer und so ist es kaum verwunderlich, dass Bray durch puren Zufall zu seiner Schiedsrichter-Tätigkeit kam. Eines Abends tauchte der damalige Caller nicht auf und Bray entschied spontan, auszuhelfen, solange er nicht selbst an der Reihe war. Im Nachhinein bestärkten ihn Freunde und Bekannte, weiterzumachen und so begannen die ersten Schritte seiner Karriere.
Genau wie Russ Brays Stimme ist auch «Chase the Sun» von Planet Funk nicht mehr aus dem «Ally Pally» wegzudenken. Wenn die Darts-Hymne ertönt, hält es keinen auf den Sitzen. Dann grölen alle nur noch: «Dödödödödööööö dödödödödö dödödödödöööö hey hey hey hey!».
Der Alexandra Palace – oder meist nur «Ally Pally» – ist der grösste Hexenkessel des Darts-Universums. Wenn 2500 Fans eine riesige Party veranstalten, bei der irgendwo auch noch ein wenig Darts gespielt wird, dann ist Gänsehaut garantiert.
Im vorderen Bereich befinden sich die teureren Plätze mit Festbänken, hinten und auf der einen Seite hat es normale Tribünen. Auf der anderen Seite, dort wo die Spieler einmarschieren, sitzt die Prominenz wie beispielsweise Prinz Harry im Jahr 2016.
In London wird die WM seit 2007 ausgetragen. Zuvor fanden die Titelkämpfe jeweils im Circus Tavern in Purfleet, Essex, statt – bis die Halle zu klein wurde. Auch jetzt wird immer wieder über eine neue, grössere Halle diskutiert.
Wie bereits erwähnt, ist die Darts-WM eine Mischung aus Oktoberfest und Fasnacht. Erlaubt ist fast alles, Hauptsache man fällt auf ...