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«Parklets»: Bern macht auf San Francisco



Plaudern statt Parkieren: Die Stadt Bern testet zwei Monate lang in einer Innenstadtgasse neue Sitzgelegenheiten, sogenannte «Parklets». Auf sieben Parkfeldern sind leichte Holzpodeste errichtet und mit Hockern, Tischen und Sonnenschirmen ausgerüstet worden.

Gemeinderaetin Ursula Wyss, Mitte, sitzt auf einer Bank in einem Begegnungsraum mit sogenannten Parklets in der Zeughausgasse, am Freitag, 17. August 2018, in Bern. Im Rahmen eines Pilotprojektes installiert die Stadt
Bern in der Zeughausgasse während einer Testphase mehrere sogenannte «Parklets». Mit diesen kleinen Aufbauten werden Parkfelder in Sitzecken zum Verweilen
umgestaltet. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Parklets werden zwei Monate lang getestet. Bild: KEYSTONE

Die Parklets schaffen neue Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum und sollen Passanten und Anwohner zum Verweilen einladen. Eine kommerzielle Nutzung der Parklets, etwa durch Gastronomiebetriebe, schliesst die Stadt Bern aber aus. Selbst mitgebrachte Speisen dürfen verzehrt werden.

Schweizer Premiere

Die Idee der Mini-Parks stammt aus San Francisco und hat seither etliche Städte auf der Welt erobert, gerade in Deutschland. Die Berner Tiefbau- und Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP) sagte am Freitag bei der Präsentation der Berner Parklets vor den Medien, es seien die ersten in der Schweiz.

375 Valencia Street Parklet (Hosted by Four Barrel Coffee) 
375 Valencia Street Parklet.

Parklet hosted by Four Barrel Coffee.

Photo by: SF Planning (KC)

Parklet in San Francisco. Bild: SF Planning (KC)

Dass die Parklets just zwei Monate lang getestet werden, ist kein Zufall: 60 Tage lang dürfen die Holzpodeste ohne Baubewilligung aufgestellt werden.

Gewerbler offen für Versuch

Die Berner Behörden haben bei der Umsetzung des Pilotprojekts die Innenstadtorganisation Berncity einbezogen. In dieser Organisation sind unter anderem Ladenbetreiber vertreten. Berncity-Geschäftsführer Sven Gubler sagte vor den Medien, die Läden seien unter Druck, etwa wegen des Internethandels.

Es gelte deshalb, die Innenstädte attraktiver zu machen, gerade in einer Seitengasse wie der Zeughausgasse. Dort sind die Parklets aufgestellt worden. Ein an dieser Gasse tätiger Hotelier begrüsste den Versuch ebenfalls. Er frage sich aber, ob die Parklets Auswirkungen auf die Nachtruhe hätten.

Teil von «Pop-up Bern»

Der Parklet-Versuch ist Teil einer ganzen Reihe von Massnahmen, mit denen die Berner Stadtregierung den öffentlichen Raum aufwerten will. Im Rahmen der Aktion «Pop-up Bern» geben die Behörden interessierten Privaten auch Baukasten-Kits für die Möblierung etwa von kleinen Plätzen ab.

In den Legislaturrichtlinien 2017 bis 2020 hat sich die Stadtregierung zum Ziel gesetzt, mehr Begegnungsräume zu schaffen und der Bevölkerung öffentliche Räume für kreative Aktionen zu überlassen. (whr/sda)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ichsagstrotzdem 18.08.2018 08:25
    Highlight Highlight Wie genau „testet“ Bern denn diese Parklets und nach welchen Kriterien?
    Sitzkomfort vs. Parkkomfort? Parkgebühren vs. ?
    Vergleich der Konsumgewohnheiten in umliegenden Lokalen oder Gegenüberstellung der Opportunitätskosten? Lärmvergleichsmessung zwischen Feierabendgegröle und Autolärm?
    Co2-Emmissionsvergleich?

    Die Nutzer findens cool und die Autofahrer haben eh nix zu sagen, keine Ahnung wie man sowas „testen“ will.
  • Darkside 17.08.2018 17:49
    Highlight Highlight Ob das den Läden in der Innenstadt mehr Kunden bringt wenn man die eh schon spärlichen Parkplätze mit solchen Bänken zustellt? I doubt it, wundern tut es mich in gerade dieser Stadt aber auch nicht.
    • Blitzableiter 18.08.2018 09:13
      Highlight Highlight Die Stadt Bern hat genug Parkhäuser. Die Paar wenigen Parkfelder die jetzt dadurch verschwinden sollten, vermisst niemand ernsthaft. Und sowieso, ich glaube nicht das hier Parkplätze tangiert werden.
  • Tatwort 17.08.2018 17:19
    Highlight Highlight Schweizer Premiere? Dummfug... Die Berner sollten mal nach Uster kommen...
  • dding (@ sahra) 17.08.2018 14:09
    Highlight Highlight Ein Wunder, dass dies bewillig wurde.

    Es gibt wohl weltweit keinen grösseren Amtsschimmel als der von Bern.
    • aglio e olio 17.08.2018 16:16
      Highlight Highlight Na wer ist jetzt der Spiesser? 😃😉
      Spass beiseite, was hast du daran auszusetzen?
      Ich z.B. finde es schön auch mal im öffentlichen Raum zu "chillen", als immer nur im "Privaten". Man trifft auf andere Leute und macht vielleicht neue Bekanntschaften.
    • dding (@ sahra) 17.08.2018 16:47
      Highlight Highlight Nichts. Ich habe nichts daran auszusetzen.

      Ich finde es gut.

      Mich wundert nur, dass die Behörden in Bern nichts fanden, was sie daran hätten aussetzte können.
      Für jede Idee braucht es in Bern einen Hürdenlauf durch die Beamtebstuben und offtt heisst es:

      Njet.
    • Blutgrätscher 17.08.2018 17:13
      Highlight Highlight @aglio e olio
      In Bern sitzt halt der Bundesrat. Und die Reitschule. Und eine linke Regierung.
      Für einige Menschen ist das halt die schlimmstmögliche Vorstellung. Das sind aber meistens auch die, die Andere immer beschuldigen viel zu sensibel und PC zu sein, aber dann einen monatelangen Heulkrampf kriegen und bei jeder Instanz Konsequenzen erquängeln wollen, wenn sie mal nen Doppelkopfadler sehen.
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