Interview
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epa08537254 Supporters of Brazilian President Jair Bolsonaro, take a photo in front of the Alvorada Palace in Brasilia, Brazil 09 July 2020. Bolsonaro is working from his official residence in Brasilia from this Wednesday, where he plans to serve two weeks of quarantine after testing positive for COVID-19.  EPA/Joédson Alves

Supporter des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Bild: keystone

Interview

Brasilien-Experte: «Bolsonaro hat einen Plan»

Ein Brasilien-Experte äussert sich zum umstrittenen brasilianischen Präsidenten, seinen Fans und dem fragwürdigen Verhalten in Pandemie-Zeiten.

Sebastian Heinrich / watson.de



Brasilien ist der fünftgrösste Staat der Erde – und seit Wochen eines der Länder, in denen das Coronavirus am heftigsten wütet: rund 70'000 Tote, rund 1,8 Millionen Infizierte, eine dreieinhalb Mal höhere Infektionsrate als in Deutschland, dramatisch überlastete Krankenhäusern.

Zu den Brasilianern, die das Virus SARS-CoV2 haben, gehört seit vergangener Woche auch der Präsident Jair Bolsonaro. Was bedeutet die katastrophale Corona-Lage in Brasilien für den rechtsextremen Präsidenten? Und was macht die Pandemie mit dem Leben der über 200 Millionen Menschen in Brasilien?

Wir haben darüber per Skype mit Oliver da Costa Stuenkel gesprochen. Er lebt in der brasilianischen Metropole São Paulo, ist dort Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Beziehungen an der Fundação Getulio Vargas (FGV).

Das Interview

watson: Herr Stuenkel, 2013 haben Sie in einem Interview mit der «Zeit» einem ihrer brasilianischen Studenten zugestimmt, den Sie damals mit dem Satz zitiert haben: »Wir sind dabei, ein seriöses Land zu werden". Was ist seither passiert?
Oliver da Costa Stuenkel: 2013 war ein ganz wichtiger Moment, da haben sich ganz viele Menschen, gerade junge Menschen, zum ersten Mal für Politik interessiert. Da sind Millionen Menschen, vor allem Studenten, auf die Strasse gegangen, weil sie den Eindruck hatten, dass sie wirklich etwas verändern können. Damals ist eine echte Demokratisierung passiert. Das Problem ist: Die Eliten haben diese Erneuerung nicht mitgemacht.

Was meinen Sie? Wie sind die jungen Menschen damals enttäuscht worden?
Naja, die jungen Menschen haben gefordert, dass die Politik näher an die Bürger rückt, dass die Entscheidungen transparenter werden. Und das ist einfach nicht passiert. Das hat dann dazu geführt, dass die Menschen das Gefühl hatten, es macht ohnehin keinen Unterschied, ob sie sich engagieren oder wählen gehen. Daraus ist ein allgemeiner Hass auf die Eliten entstanden. Und das war einer der Gründe, warum viele Menschen 2018 Bolsonaro gewählt haben, der sich seit Jahren als Gegner der politischen Eliten inszeniert. Und für die jüngeren Menschen kommt noch ein Frustfaktor dazu.

Welchen Frustfaktor meinen Sie?
Die führenden Politiker im Land sind bei den traditionellen Parteien – bei Konservativen wie Linken – über 70 Jahre alt. Das sind seit über vier Jahrzehnten dieselben Menschen. Bei den Linken ist es der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, bei den Konservativen der Ex-Präsident Ferdinando Henrique Cardoso. Wer unter 70 ist, gilt in der brasilianischen Politik noch als jung. Und der rechtsradikale Präsident Bolsonaro ist immerhin 65. Die anderen Parteien müssen jünger werden, wenn sie gerade jüngere Menschen wieder erreichen wollen.

«Bolsonaro hat einen Plan.»

Präsident Bolsonaro verharmlost Covid-19 seit Monaten als «gripezinha», als kleine Grippe. Inzwischen sind die Infektionszahlen hochgeschnellt – und jetzt ist er selbst erkrankt. Heftiger kann Missmanagement in der Pandemie doch eigentlich nicht laufen, oder?
Ja, wobei man auch sagen muss: Bolsonaro hat einen Plan.

Welchen Plan meinen Sie?
Bolsonaro hat von Anfang an gesehen, dass Ausgangssperren der Wirtschaft massiv schaden würden. Und in Lateinamerika ist es seit Jahrzehnten so, dass Präsidenten in heftigen Wirtschaftskrisen Schwierigkeiten bekommen, an der Macht zu bleiben. Das hat Bolsonaro gesehen und sich gedacht: Die einzige Art, diese Krise zu überleben ist, keine Verantwortung zu übernehmen. Er hat mit seinen Fans Verschwörungsmythen geteilt, er hat keine Kontaktverbote erlassen. Die Verantwortung für diese Verbote haben jetzt regionale Gouverneure und Bürgermeister.

Bild

Oliver Stuenkel bei einer Konferenz im Juni 2018 in der Hauptstadt Brasilia. bild: creative commons / agência senado / roque de sá

Glauben Sie, dass Bolsonaros Plan aufgehen kann?
Zumindest ist er davon überzeugt. Bolsonaro kann 2022, bei den nächsten Präsidentschaftswahlen, sagen: Die Pandemie war doch gar nicht so schlimm, für die Wirtschaftskrise sind die Gouverneure und Bürgermeister verantwortlich. Wenn am Ende 150'000 Menschen sterben, kann Bolsonaro sagen: ‹Seht ihr, die Kontaktverbote haben doch nichts gebracht›. Und wenn es nicht so viele Tote werden, kann er sagen: ‹Seht mal, so schlimm war doch die Krankheit nicht.›

Keine Verantwortung übernehmen und die Wirtschaft offen halten, koste es, was es wolle: Das klingt sehr ähnlich wie das, was US-Präsident Donald Trump momentan macht. In den USA weisen Umfragen ja zumindest stark darauf hin, dass Trump seine gravierenden Fehler im Umgang mit der Pandemie schaden. Ist das in Brasilien für Bolsonaro auch so?
Ja, auf jeden Fall. Bolsonaro haben 2018 zwei Arten von Wählern gewählt: Seine treuen Fans, das sind geschätzt 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Und auf der anderen Seite waren es viele Menschen, die gedacht haben, Bolsonaro wird schon unter Kontrolle gehalten werden. Darunter sind auch Familienangehörige von mir. Das sind Menschen, die von Anfang an wussten, dass Bolsonaro verrückt ist – die aber gesagt haben: Wir brauchen unbedingt Erneuerung. Und die nicht für die linke Arbeiterpartei wählen wollten, weil die aus ihrer Sicht das Land runtergewirtschaftet hatte. Und diese gemässigten Wählern unterstützen Bolsonaro momentan nicht mehr.

«Es gab auch schon Fälle von Bolsonaro-Anhängern, die in Krankenhäuser eingedrungen sind, weil sie zeigen wollten, dass die Kranken dort nur Schauspieler sind.»

Wer sind die treuen Bolsonaro-Fans, die ihm trotz all dieser Probleme treu bleiben?
Das sind Menschen, die von der Demokratie die Nase voll haben. Die das toll finden, wenn Bolsonaro von der Zeit der Militärdiktatur schwärmt, weil sie vielleicht auch keine Ahnung davon haben, was da zwischen 1964 und 1985 passiert ist. Viele davon sind auch offene Rechtsextreme. Die werden Bolsonaro unterstützen, egal, was er tut. Diese Leute leben auch teilweise in einer Art Paralleluniversum.

Was meinen Sie mit Paralleluniversum?
Wir machen regelmässig wissenschaftliche Interviews mit Bolsonaro-Anhängern. Und viele davon sind völlig abgekapselt von etablierten Medien und holen sich ihre Informationen nur aus irgendwelchen Propagandakanälen auf sozialen Netzwerken oder Messengerdiensten. Und die glauben dann eben, dass die Pandemie nur eine Erfindung ist, um Bolsonaro oder seinem Freund Donald Trump in den USA zu schaden. Es gab auch schon Fälle von Bolsonaro-Anhängern, die in Krankenhäuser eingedrungen sind, weil sie zeigen wollten, dass die Kranken dort nur Schauspieler sind. Und seltsamerweise bekommt Bolsonaro jetzt, in der schwersten Krise, gerade auch neue Anhänger.

Wer sind diese neuen Bolsonaro-Anhänger?
Das sind viele besonders arme Menschen. Die Regierung Bolsonaro hat eine Art Basis-Einkommen für den ärmsten Teil der Bevölkerung auf den Weg gebracht, das wird zumindest eine Zeit lang ausgezahlt. Diese neue Unterstützung aus armen Bevölkerungsgruppen führt dazu, dass ungefähr 30 Prozent der Brasilianer Bolsonaro unterstützen. Und das sind so viele, dass ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn momentan aussichtslos ist.

«Viele Menschen in Brasilien interessiert relativ wenig, was im Rest der Welt passiert.»

Also momentan ist Bolsonaro sicher im Amt.
Ja. Die, die 2018 gegen Bolsonaro gestimmt haben, sehen, dass Brasilien im internationalen Vergleich sehr schlecht dasteht. Aber einem grossen Teil der Menschen ist das auch gar nicht klar: Brasilien ist eben ein sehr grosses Land, viele Menschen interessiert relativ wenig, was im Rest der Welt passiert. Das ist ähnlich wie in den USA.

epa08535116 A video grab made available by TVBrasilGov shows Brazilian President Jair Bolsonaro as he speaks during a press conference in Brasilia, Brazil, 07 July 2020 (issued 08 July 2020). Bolsonaro is working from his official residence in Brasilia from this Wednesday, where he plans to serve two weeks of quarantine after testing positive for COVID-19.  EPA/TVBrasilGov HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Krank, aber angeblich gut drauf: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro bei einem TV-Auftritt nach seiner positiven Covid19-Diagnose. Bild: keystone

Wenn man das alles zusammennimmt: Könnte das am Ende sogar bedeuten, dass Bolsonaro von der Corona-Krise profitiert?
Ja, das ist absolut möglich. Die Opposition ist völlig zerstritten – und das, obwohl Bolsonaro eine echte Gefahr für die Demokratie ist. Er nimmt an Anti-Demokratie-Protesten teil, er greift den Obersten Gerichtshof an. Die Linke ist zersplittert in die Arbeiterpartei – und in neun Parteien, die die Arbeiterpartei bekämpfen. Bei den Konservativen gibt es den zurückgetretenen Justizminister Sergio Moro, der für die einen ein anständiger konservativer Gegner Bolsonaros ist – und für die anderen viel zu nahe an Bolsonaro. Das kann dann dazu führen, dass Bolsonaro 2022 wieder in die Stichwahl gegen die Arbeiterpartei kommt. Und dass dann wieder Menschen, die heute gegen Bolsonaro sind, für ihn stimmen werden – weil sie die Linken nicht wählen wollen.

Sie leben selbst in São Paulo. Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Alltag der Menschen aus?
Hier in São Paulo ist das Leben inzwischen relativ normal, die meisten Menschen tragen Masken. Es gab hier Kontaktbeschränkungen, aber keinen harten Lockdown wie in Frankreich oder Italien. Und der Teil der Bevölkerung, der zum Beispiel in den Armenvierteln, den Favelas, lebt, kann auch gar nicht zuhause bleiben. Diese Menschen müssen aus dem Haus raus, um Trinkwasser zu holen, sie müssen draussen arbeiten, um etwas zu essen zu haben. Auch Bolsonaros Basiseinkommen werden manche dieser Menschen gar nicht bekommen, weil ihnen die nötigen Dokumente fehlen.

«Viele Leute sind abgehärtet. Tausend Tote mehr oder weniger, das macht inzwischen für viele keinen grossen Unterschied mehr.»

Und wie ist die Versorgung der Menschen, die an Covid-19 erkranken?
Das hängt davon ab, ob sie Zugang zu privaten Krankenhäusern haben. Wer sich das leisten kann, wird gut versorgt. Aber die öffentlichen Kliniken, auf die viele angewiesen sind, sind völlig überlastet, vor allem in ländlichen Regionen. Und das Schlimme ist: Obwohl die Zahlen der Corona-Infizierten und der Toten weiter steigen, wird in vielen Städten wieder alles geöffnet. Und das hat schlimme Folgen für die Gesellschaft.

Was meinen Sie damit?
Viele Leute sind abgehärtet. Tausend Tote mehr oder weniger, das macht inzwischen für viele keinen grossen Unterschied mehr.

Wie heftig sind die wirtschaftlichen Schäden für die Menschen?
Brasilien hatte schon vor Corona grosse wirtschaftliche Probleme, so wie viele andere Länder in Lateinamerika, wie Ecuador, Bolivien und besonders heftig Venezuela. Diese Krise wird jetzt noch schwerer.

Kann das für Bolsonaro gefährlich werden, wenn die Wirtschaftskrise bei den Menschen voll ankommt?
Ja, definitiv. Momentan trauen sich viele Menschen aus Angst vor dem Virus nicht auf die Strasse, um zu protestieren. Aber sobald das vorbei ist, werden wir eine Flut von Protesten sehen. Und dann kann es auch zu einem Amtsenthebungsverfahren kommen. Dazu kommt: Wenn sein Freund Donald Trump im November die Präsidentschaftswahl verliert, dann ist Bolsonaro international ziemlich isoliert. Deswegen schauen auch hier in Brasilien einige sehr interessiert auf die US-Wahlen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 11.07.2020 20:44
    Highlight Highlight Plan C wie Corona...
  • Projektionsfläche 11.07.2020 20:21
    Highlight Highlight Wenn ich gelegentlich die Kommentarspalten in anderen Medien konsultiere, so kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung konsequent rechts wählt. Ob mit oder ohne Berücksichtigung von Fakten und Konsequenzen - Hauptsache, nicht links.

    Links wird mit hohen Steuern, offenen Grenzen, Wirtschaftsfeindlichkeit, Gesetzen und Regeln assoziiert, Rechts mit den Gegenteilen. Vielen scheint das zu genügen, genauer braucht man es nicht.

    Falls dieser Eindruck nicht ganz falsch ist, erstaunt es wenig, dass Trumps oder Bolsonaros gewählt werden. Nur: Was tun?
    • Ninha 11.07.2020 22:45
      Highlight Highlight Die Frage unserer Zeit.
  • banda69 11.07.2020 19:36
    Highlight Highlight Und das meint die rechtspopulistische Weltwoche dazu (es gibt Stimmen, die sagen es sei das Parteiblatt der menschen- und umweltfeindlichen SVP).

    Und ja.
    Rechtspopulisten schaden.
    Volk und Land.
    Immer.
    Und überall.


    https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2020-3/artikel-569125/kein-land-schont-die-umwelt-mehr-als-brasilien-die-weltwoche-ausgabe-3-2020.html
    Benutzer Bild
    • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 21:29
      Highlight Highlight Wieso Aufmerksamkeit für solche generieren, brooou?

      Zudem kommt mir das Znacht wirklich wieder hoch, fast so hoch wie der Blutdruck.

      Köppel ist so ein %&*+#... Das ist echt nicht zu glauben.
      Naja, letztes Jahr hat er ja z.B. einen führenden Nazi in einem Artikel ganz gezielt verharmlost und reinzuwaschen versucht.

      Und das chinesische (das sind die anderen, welche im Moment Millionen wegen ihrer Religion in Konzentrationslagern einsperren) Propagandaministerium hat ja gleich eine eigene Kolumne da.

      Nächste brAu(n)sgabe: "Bolso hat den Urwald selbst erschaffen..."
    • banda69 11.07.2020 22:15
      Highlight Highlight @bildung

      Man kann nicht oft genug erwähnen von welchem Geiste Roger Köppel ist.
  • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 19:07
    Highlight Highlight Und wenn man sieht, wie vielen es komplett am Ar*** vorbeigeht, wenn die allerletzten Urwälder und Rückzugsorte für die geschundene, keuchende Mutter Natur gleich auch noch für bisschen kurzfristige Geldgier von einigen Verbrechern und Industriellen getötet und vernichtet werden, fällt es einem echt sehr schwer, nicht die Lebensfreude zu verlieren.

    Der Amazonas und die Urwälder sind unersetzliche, unbezahlbare endlos wertvolle nie mehr wiederkehrende (dauert, wenn durch die Erosion dann überhaupt möglich(!) ,zehn- bis hundertausende Jahre!) Juwelen.
    DIE Lebensräume!

    Für Sojamastfutter...
    • rodolofo 11.07.2020 20:50
      Highlight Highlight Ja, und mit dem Sojamastfutter hast Du auch angedeutet, wie WIR da mit drin hängen.
      Freihandelsverträge mit den Mercosur-Staaten und mit Indonesien laufen darauf hinaus, dass uns diese Länder mit billigem Soja-Kraftfutter, billigem Palmöl und billigem Rindfleisch versorgen werden, währenddem die Schweiz Hightech-Produkte leichter dorthin exportieren kann.
  • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 19:01
    Highlight Highlight Es ist einfach irre, wie einfach man ganz beachtliche Teile bis die ganz grosse Mehrheit manipulieren kann.

    Ein paar simpelste Kampfbegriffe und polemische Polemisierungen reichen schon:

    "Linke arbeiten nichts, wollen euch eure hart erarbeiteten Taler wegnehmen und dann aus dem Fenster werfen und von Wirtschaft haben sie auch keine Ahnung wie wir, welche sich gütig um eure Arrrbeeeitsplääätze kümmern!"

    "Naturschützende haben den Amazonas angezündet, um unser schönes Land und uns Patrioten in den Dreck zu ziehen!"

    Zack, 30% schon gebongt.

    So verdammt gruselig und traurig. Quo vadis?
  • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 18:57
    Highlight Highlight Nichts neues, aber immer wieder wichtig, wenn Wissenschaftler etc. die Mechanismen aufzeigen.

    "Das sind Menschen, die von der Demokratie die Nase voll haben. Die das toll finden, wenn Bolsonaro von der Zeit der Militärdiktatur schwärmt, weil sie vielleicht auch keine Ahnung davon haben, was da zwischen 1964 und 1985 passiert ist..."
    und folgende Absätze.

    Und das in 2020, eh. Früher konnte man noch die gezwungenermassene Ahnungslosigkeit/Unbildung des Fussvolkes drauf schieben.

    Heute wählen, auch in einer CH ('top bildung' und massivster Wohlstand) 30-60% idiotisch, gegen ihre Interessen.
  • 6030ebikon 11.07.2020 18:37
    Highlight Highlight Eine weitere Parallele zu Trump - der hatte auch einen Plan... oje oje, wenn das nur gut geht...😧
  • Eiswalzer 11.07.2020 18:06
    Highlight Highlight Wo sind eigentlich die Bolsonaro-Verharmloser, welche noch bei seiner Wahl sagten, man müsse ihn an seinen Taten messen?
    Dass er für Brasilien eine Chance sei. Wo seid ihr? Schweigen im Walde (wo leider kein Wald mehr steht...)
    • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 19:13
      Highlight Highlight Die werden z.B. einfach auf Konzern XY hinweisen, der jetzt (abzüglich Schlupflöcher) mehr Steuern zahlt, weil er unter Bolsonaro einige Millionen/Milliarden mehr machen konnte (auf dem Rücken von noch weniger geschützter Natur/Menschen etc.).

      Mehr Steuern! Für alle! (laut Theorie)
      Was ist Bolsonaro also nur für ein Gott! Toller Mann. Einer ders all den Gutmenschen zeigt und gegen alle Minderheiten hetzt.

      Nicht wenige wollen - siehe auch Interview - eine rechte Diktatur, sind Faschismus gar nicht abgeneigt.
      Die brauchen keine Logik, Rationalität oder Gründe. Stupide Ideologie genügt.

  • banda69 11.07.2020 17:34
    Highlight Highlight Sind wir doch dankbar, dass unsere menschen- und umweltfeindlichen Rechtspopulisten nie mehr als 30% Wähleranteil erreicht haben.
    • The Destiny // Team Telegram 11.07.2020 18:24
      Highlight Highlight Umweltschutz und ein hohes Mass an Souveränität sind nicht mutual exklusive Werte.
    • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 19:21
      Highlight Highlight Dafür wählen weitere ca. 30% einfach die menschen- und mitweltfeindlichen Hardcore-Neoliberalen, die 'den Markt' vergöttern. Einfach bis der Staat mit Subventionen, Zuschüssen, Extras, Krediten, Hilfen in Abermilliardenhöhen - wegen den "Arbeitsplätzen!" - ihnen die Konti stopfen soll.
      PoltikerInnen die am liebsten möglichst wenig bis gar keine Regeln für jegliche Geldmachereien haben wollen.
      Ausser eine: Too big to fail, also Staatsgarantie.

      Aber ja, gegen den grässlichen rechtsextremen Bolso ist sogar ein Cassis gar nicht mehr so schlimm.
  • Quacksalber 11.07.2020 17:25
    Highlight Highlight Man sollte niemals jemanden in der Hoffnung wählen er würde sich schon mässigen. Alle Katastrophen der letzten Zeit haben so begonnen.
    • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 19:30
      Highlight Highlight Oder aus 'Protest' Rechtsradikale und Faschisten wählen...

      Auch so eine brandgefährliche Macke viel zu vieler. Die sind, verständlicherweise, sehr frustriert mit der unsozialen, korrupten Politik, aber aus politischem und allg. Desinteresse/Unbildung, folgt man dann einfach mal den wutentbrannten Schreihälsen.

      Die Analogie zur "Hoffnung, es mässigt sich dann, wird dann hoffentlich schon nicht so schlimm" kann man durchs Band auch bez. allen ökologischen Themata ziehen.

      Auch da, bis und mit Corona, sind die Katastrophen darauf zurückzuführen und es ist erst der Anfang...
    • jive 11.07.2020 22:47
      Highlight Highlight "Alle Katastrophen der letzten Zeit haben so begonnen." Z.B. 1933...
    • Snowy 12.07.2020 08:29
      Highlight Highlight Wie wahr.

      Kommen mir grad einige in den Sinn: Blocher, Trump, Bolsonaro, Evo Morales, Hitler, Boris Johnson, Alexis Tsipras, Jörg Haider.... die Liste liesse sich noch lange verlängern.

      Die Ur-Katastrophe von all den Bsp und gleichzeitig das Paradebeispiel ist sicher Hitler. Deutschlands Elite glaubte ihn für seine Zwecke einspannen zu können und die grosse Masse glaubte daran, dass er sich schon mässigen würde und hörte nur das heraus, was sie hören wollten.
  • DonVito 11.07.2020 16:48
    Highlight Highlight Leider kümmert sich Bolsonaro weder um seine Bevölkerung noch um den Amazonas. Die abholzungen nehmen immer noch zu. Traurig sowas anzusehen, wie es einem Mensch sowas von egal zu sein scheint. Ist für mich der gleich Idiot wie Trump...
    • Hoci 11.07.2020 18:37
      Highlight Highlight Er kümmert sich um sich und seine reichen Unterstützer. Das machen so ziemlich die meisten Herrscher. Erstaunlich ist es nur wenn es so offen gemacht wird in einer Demokratie und so jemand nicht vom Volk gestürzt wird.
      Solange er die Armen unterstützt, wird er auch nicht. Aber irgendwann geht das Geld aus, wenn die Wirtschaft nicht gleichzeitig brummt. Und danach wird man lange lange aufräumen müssen. Das wird schlimm werden.
      Irgendwie hats zu wenig gute Politiker auf der Welt, wenn ich USA und Brasilien sehe. In der Türkei schon, aber drum wird auch mit Gefängnis tabula rasa gemacht.

  • El Vals del Obrero 11.07.2020 16:46
    Highlight Highlight Bei der ersten Aussage gibt es halt wohl das Problem, dass Politikwissenschaftstudenten wohl nicht unbedingt repräsentativ für alle oder alle jungen stehen (insbesondere in einem Land mit wenig wohl wenig Bildungschancengerechtigkeit).
  • Hadock22 11.07.2020 16:30
    Highlight Highlight Regenwald schützen wäre ein toller Plan gewesen....

    • Bildung & Aufklärung 11.07.2020 19:45
      Highlight Highlight Naja, noch ist nicht ganz alles vernichtet.
      Wenn, dann aber für immer.

      Aber man kann auch wieder, so wie die letzten 50 - 100 Jahre willentlich und wissentlich zuschauen, während sich Greenpeace, Naturschützende etc. pp. unentgeltlich den Ar*** aufreissen und gar mit ihrem Leben bezahlen (andauernd werden Urwald-AktivistInnen eiskalt ermordet...) während alle mit richtig viel Geld und Handungsmacht wegschauen.

      Unsere Regierungen wollen auch nur $$$ und Business, anstatt endlich, endlich mal richtig Druck, Mittel und Geld anzuwenden.

      Mercosur wird den Urwald vernichten. Wirtschaft>Leben.

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