Terrorismus
FILE - This undated file image posted on a militant website on Tuesday, Jan. 14, 2014, which has been verified and is consistent with other AP reporting, shows fighters from the al-Qaida linked Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) marching in Raqqa, Syria. Across the broad swath of territory it controls from northern Syria through northern and western Iraq, the extremist group known as the Islamic State has proven to be highly organized governors. (AP Photo/Militant Website, File)

Schweizer Christen kämpfen an vorderster Front gegen IS-Milizen, wie jene, die im Bild zu sehen sind. Bild: AP Militant Website

Schweizer Gotteskrieger

Schweizer Christen kämpfen im Irak und in Syrien gegen die IS-Milizen

24.08.14, 08:40 24.08.14, 08:56

Rund zehn Schweizer haben sich in Syrien und im Irak offenbar christlichen Milizgruppen angeschlossen. Mit dem Gewehr in der Hand verteidigen die Secondos das Land ihrer Herkunft und kämpfen dort gegen Dschihadisten. Laut Recherchen der «SonntagsZeitung» sollen einige von ihnen Führungsfunktionen innehaben. 

«Man muss etwas tun, um den Untergang des Christentums zu verhindern»

Ein Schweizer Kämpfer im Irak

Gleichzeitig wird in der Schweiz die finanzielle Hilfe organisiert: Mit Bettelbriefen, dem Verkauf assyrischer Spezialitäten oder der Organisation von Fussballturnieren zu Spendenzwecken seien in den letzten zwei Jahren zwischen 100'000 und 200'000 Franken gesammelt worden. 

Der militärische Arm der Suryoye – das ist die Volksgruppe der Aramäer, Assyrer und Chaldäer – nennt sich Syriac Military Council (SMC) und beschützt nach eigenen Angaben die christliche Minderheit im Nordosten Syriens gegen die vorrückenden Milizen des Islamischen Staates (IS).

Schweizer bilden Kämpfer in Syrien aus

Die «SonntagsZeitung» hat in einem geheimen Ausbildungslager des SMC zwei Schweizer Bürger getroffen, die als Offiziere tätig sind. Johann Cosar, ein 31-Jähriger aus dem Tessin trainiert Rekruten. Er habe fünf Jahre als Berufsoffizier bei der Schweizer Armee gearbeitet, sagt er. «Die Zeit bei der Schweizer Armee war nicht umsonst.»

«Die Zeit bei der Schweizer Armee war nicht umsonst.»

Der 42-Jährige Gewargis Hanna sagt in Schweizer Dialekt: «Wir müssen die Region gegen den Islamischen Staat verteidigen und die neue Regierung unterstützen.» Er hat bereits in den Neunzigerjahren im Irak gekämpft und dort christliche Dörfer gegen die Übergriffe von Saddam Husseins Truppen geschützt.

Auch im Irak haben sich Schweizer der Christen-Armee angeschlossen. So etwa der 58-Jährige Simon, ein gebürtiger Iraker, dessen Familie in Zürich wohnt. «Man muss etwas tun, um den Untergang des Christentums zu verhindern», sagt er in Bagdad zur «SonntagsZeitung».

Seine Motivation begründet Hanna so: «Wir sind beide in der Schweiz aufgewachsen. Dort wurden uns Basiswerte von Demokratie und Glaubensfreiheit vermittelt.» Es gehe darum, ihr Volk, dessen Sprache und christliche Kultur zu sichern. Beide sind bereit, dafür bis zum Ende zu kämpfen: «Wir sind bereit, in unserer Heimat zu sterben», sagt Cosar. (rey/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • wise 24.08.2014 21:04
    Highlight Es ist nicht der richtige Weg, die Religion als Grundsatz für den Einsatz im Irak zu nutzen. Das sind Terroristen und keine Religiösen Menschen. Sie kämpfen ja auch untereinander und gegeneinander, wenn keine Christen gegenüberstehen. Da gibts nur eins, da müssen die grossen (UNO/USA usw.) eingreifen und das ganze beenden. 10 Leute die den Christentum retten wollen bringen nur wieder 10 Muslime in den krieg, die den Islam verteidigen wollen - somit ist das Ziel nicht erreicht!
    5 1 Melden
  • papparazzi 24.08.2014 18:53
    Highlight Kernaussagen

    Was sagt Jesus dazu? Wenn ich zitieren darf aus Matth 26, 52:

    "Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen!"

    oder...

    In Johannes 18:36
    "Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft... nun aber ist mein Reich nicht von hier".

    Johannes 17,11
    "Und ich bin nicht mehr in der Welt; diese aber sind in der Welt... Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir!

    ut (dp)
    3 1 Melden
  • Zeit_Genosse 24.08.2014 18:51
    Highlight Erleben wir christliche Religionskrieger, die den Krieg zu den militanten Islamisten oder Djihadisten bringen und vor Ort ihre Mission erfüllen wollen? Gleichzeitig enthaupten umgedrehte "Westler" frühere Ihresgleichen. Da läuft vieles verkehrt und unkalkulierbar gefährlich.
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  • Eingeborener 24.08.2014 17:16
    Highlight Solange es sich um eine reine Armee für die Selbstverteidigung der Dörfer und Städten ihres Mutterlandes handelt. Sollte wohl keiner etwas dagegen haben. Die IS-Militzen sind ja die Angreifer. Wenn nun die Bevölkerung aufgerüstet und ausgebildet wird, um sich gegen die IS-Militzen zu verteidigen habe ich, als Freiheitsliebender Eidgenoss, kein Problem damit.
    3 2 Melden
  • sewi 24.08.2014 13:09
    Highlight Ihr Gutmenschen und Islamversteher könnt Euch schon mal darauf vorbereiten dass Ihr zu Opfern des islamischen Faschismus werdet. Wartet ab bis die den Stiefel heraufkommen.....
    8 8 Melden
    • nimmersatt 24.08.2014 15:03
      Highlight Dein Kommentar zeugt von einem äusserst geringen geopolitischen Verständnis. Das ist wohl der Grund, dass die Angst die im Kommentar durchschimmert dem Schrei nach klaren Identitäten gleichkommt. Nur nährt sich der Krieg und die Unüberwindbarkeit der Feindseligkeit danach genau dieser Identitäten.
      Wenn du dir die Geschichte des Irakkriegs anschaust, sind es genau solche Identitäten, die historisch gebildet, immer wieder bemüht werden um den Akt des Krieges zu legitimieren (Schiiten vs. Suniten vs. Kurden vs. Christen vs. Westen). Jeder hat seine Interessen und jeder findet seine historische Legitimation in der eigenen historischen Unterdrückung.
      Und dein Votum reiht sich genau in dieseKultur des Krieges ein.
      7 1 Melden
  • Der Tom 24.08.2014 11:51
    Highlight Diese Leute tun wohl mit meinem vollsten Verständnis in guter Absicht das falsche. Was machen eigentlich UNO, USA, Frankreich oder England? Sind die nicht zuständig? Muss das ein Kampf der Privatarmeen werden?
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    • Surfdaddy 24.08.2014 15:56
      Highlight nein, diese sind nicht zuständig. Die haben die Scheisse nur wieder mal zu dampfen gebracht wie immer in den letzten 70 Jahren.
      5 0 Melden
  • Ginokuma 24.08.2014 11:44
    Highlight haha Untergang des Christentums.. ja klar.. eine Gruppe religiöser Fanatiker bekämpft eine andere. Seit 2000 Jahren nichts neues.
    11 3 Melden
  • Mia_san_mia 24.08.2014 11:34
    Highlight Wow super, das sind Helden!!
    3 2 Melden
  • zombie1969 24.08.2014 10:44
    Highlight Die Faszination für die Anhänger und Unterstützer dieser Terrorgruppen liegt in der Ermöglichung der schein-legitimierten Teilhabe an einem enthemmten Gewaltrausch. Es ist eine wahnsinnige Verkündigungs-Hybris, die Spinner zu Weltherrschern transformiert. Und dahinter stehen zwei der mächtigsten reichsten Staaten dieser Welt.
    Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die ersten offiziellen Beobachter vom möglichen Ausbruch eines 3. Weltkrieges sprechen werden. Als solches könnte die Kampfansage gewertet werden. Defcon 3 wäre die angemessene Massnahme, sich auf die Bedrohungslage einzustellen.
    7 2 Melden
  • thompson 24.08.2014 09:07
    Highlight Wahre Helden!
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    • nimmersatt 24.08.2014 11:39
      Highlight Helden? - die selben Idioten wie ihr gegenüber (nur teilen diese wohl die Religion mit ihnen)
      10 3 Melden
    • thompson 24.08.2014 12:24
      Highlight Die Is bedroht uns alle im Westen. Sei froh gibt es Soldaten die sich entgegenstellen. Würdest du nicht gleich handeln, wenn das Land deiner Familie, deiner Kultur bedroht wird von Perversen? Da kommst fu mit diskutieren nicht weit. Sharia oder Kopf ab
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    • nimmersatt 24.08.2014 15:17
      Highlight Dass wir im Westen von der IS bedroht ist ist eine gewagte These, die von westlichen Politikern in ihrem Interesse genutzt wird.

      Relevanter ist die Frage was man dagegen macht. Ich verstehe, dass man - falls selbst (Familie etc.) betroffen nicht zuschauen will/kann. Nur, weshalb die Identitätsrethorik?!
      4 0 Melden
    • Jay_Jay 25.08.2014 07:11
      Highlight Ich fühle mich überhaupt nicht bedroht! Und ehrlich gesagt, nervt es mich, dass der Westen seit Jahren in Afghanistan und Irak (USA wollte ja auch unbedingt in den Iran und Syrien einmarschieren) einmarschieren unter dem Deckmantel Bedrohung des Westens, dabei geht es den USA nur darum ihre riesige Rüstungsindustrie aufrecht zu erhalten, und um sich die Ölquellen zu sichern. Würde mich nicht wundern, wenn rauskommt, dass die USA die IS unterstützt hat, um gegen Al-Qaida zu kämpfen. Wäre ja nicht das erste mal, das sie Terroristen unterstützen (sie haben ja Bin-Laden ausgebildet. Sie haben ihn finanzielle wie auch mit Waffen unterstützt, damals) und der Schuss dann wieder einmal nach hinten losgeht!
      4 0 Melden
    • thompson 25.08.2014 15:20
      Highlight Die Is wirkt für mich ganz klar profesioneller wie der Rest von den Wilden... Der Westen hat aber ganz klar eine Mitschuld. Die Taliban wurden gegen die Sowjets auch unterstützt und Jahre später war es ein Schurkenstaat. Wir drehen uns im Kreis. Ich fühl mich daher bedroht, weil die Is auch Krieger in der Schweiz findet. Das gab es noch nie... Eventuel auch Dank den neuen Medien. Augen Auf!
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Terror in Ägypten – der Plan des «IS» geht auf

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